ArchivDeutsches Ärzteblatt28-29/2010Hebammenvergütung: Zuschlag wegen höherer Haftpflichtprämien

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Hebammenvergütung: Zuschlag wegen höherer Haftpflichtprämien

Dtsch Arztebl 2010; 107(28-29): A-1378 / B-1218 / C-1198

Rieser, Sabine

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Hebammen erhalten rückwirkend zum 1. Juli für außerklinische Geburten 100 Euro mehr, für klinische Geburten acht Euro mehr. Die Erhöhungen sind eine Reaktion auf erheblich gestiegene Haftpflichtversicherungsprämien. Die Entscheidung hat die zuständige Schiedsstelle nach längeren Diskussionen zwischen den Hebammenverbänden und dem Spitzenverband Bund der Krankenkassen getroffen.

Der Deutsche Hebammenverband kritisierte das Ergebnis als unzureichend. Die Erhöhungen bezögen sich auf den Vergütungsstand vom 31. Dezember 2009, die genauen Endbeträge müssten erst noch ermittelt werden. Für Ärztinnen und Ärzte, die als Geburtshelfer tätig und ebenfalls von erheblich gestiegenen Haftpflichtprämien betroffen sind, steht eine Einigung mit den Krankenkassen noch aus (DÄ, Heft 15/ 2010).

Für Geburten außerhalb der Klinik zahlen die Krankenkassen künftig 100 Euro mehr an die Hebammen. Foto: mauritius images
Für Geburten außerhalb der Klinik zahlen die Krankenkassen künftig 100 Euro mehr an die Hebammen. Foto: mauritius images
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Um auf die Folgen der gestiegenen Haftpflichtprämien für die Hebammen aufmerksam zu machen, hatte die Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes, Martina Klenk, eine Petition im Bundestag eingereicht. Am 28. Juni war die Honorierung der Hebammen Thema einer Anhörung. Damals warnte Klenk, dass eine unzureichende Vergütungslösung Hebammen dazu zwingen könnte, die Geburtshilfe aufzugeben. „Versicherungsprämien von 3 700 Euro stehen einem zu versteuernden Einkommen von circa 14 000 Euro im Jahr gegenüber“, sagte sie mit Hinweis auf die freiberuflich tätigen Kolleginnen.

Die Präsidentin des Hebammenverbandes verwies darüber hinaus darauf, dass viele Krankenhäuser ihre geburtshilflichen Abteilungen in Belegabteilungen umgewandelt hätten: „Das heißt, dass Hebammen, die früher als Angestellte vom Krankenhaus vergütet wurden, nun selbst mit den Krankenkassen abrechnen. Leider trifft nun genau diese Kolleginnen der massive Anstieg der Prämien.“ Rie

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