ArchivDeutsches Ärzteblatt30/2010Hospize: Unterschiede zwischen Stadt und Land

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Hospize: Unterschiede zwischen Stadt und Land

Dtsch Arztebl 2010; 107(30): [123]

KNA

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Eine Studie des Deutschen Hospiz- und Palliativverbandes und der Universität Augsburg zeigt deutliche regionale Unterschiede bei der Versorgung sterbenskranker Menschen in Deutschland. Unterschiede gebe es insbesondere zwischen Stadt und Land, heißt es in der Untersuchung. Die Wahrscheinlichkeit, zu Hause zu sterben, sei auf dem Land geringer als in einer Stadt.

Die Studie verweist zugleich darauf, dass das Vorhandensein von stationären Hospiz- und Palliativeinrichtungen zu mehr Krankenhauseinweisungen führt. Die Vorsitzende des Palliativverbands, Birgit Weihrauch, forderte deshalb einen Ausbau der ambulanten Hospizarbeit.

Nach den Ergebnissen der Studie leisten vor allem Frauen im höheren Alter und mit höherem Bildungsniveau Hospizarbeit. Hauptamtliche Mitarbeiter sind zu 93 Prozent weiblich;
54 Prozent haben Abitur und 40 Prozent einen Realschulabschluss; 84 Prozent verfügen über eine abgeschlossene Palliative-Care-Weiterbildung. Auch die Ehrenamtlichen sind zu 90 Prozent weiblich und zumeist im Alter zwischen 51 und 65 Jahren (44 Prozent) oder älter (35 Prozent). Sie sind zu 66 Prozent nicht erwerbstätig, waren es jedoch in der Vergangenheit fast durchgehend.

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Am häufigsten stellen die Angehörigen den Erstkontakt zum Hospizdienst her. An letzter Stelle stehen Haus- und Fachärzte. Weihrauch forderte deshalb eine verstärkte Werbung und Aufklärung der medizinischen Berufe. Der Kontakt werde häufig erst in einer Notsituation aufgenommen. Selten gebe es eine vorausschauende Planung. Der Studie zufolge könnte das auch mit einem „offenbar immer noch problematischen Bild von Hospiz“ zusammenhängen.

In Deutschland gibt es laut Verband derzeit circa 1 500 ambulante Hospizdienste, 162 stationäre Hospize und 166 Palliativstationen. Etwa 80 000 Bundesbürger engagieren sich ehrenamtlich. kna

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