ArchivDeutsches Ärzteblatt30/2010Telematik: Nicht gestürmt
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Mit seiner Wortwahl rückt Heinz Stüwe die Kritiker des eGK-Projekts in die Nähe irrationaler, potenziell gefährlicher Gewalttäter . . .

Im Unterschied zu den „Maschinenstürmern“ des 18. Jahrhunderts rufen die heutigen Kritiker des eGK-Systems keineswegs zur aktiven Zerstörung von „Gesundheitskarten“, Heilberufsausweisen, Kartenlesegeräten, Konnektoren, Servern und darauf abgelegten Datenbanken auf. Sie tragen vielmehr geduldig Sachargumente gegen die Einführung des eGK-Systems vor, und sie haben 2007, 2008, 2009 und 2010 kritische Beschlüsse Deutscher Ärztetage erwirkt. Kommentar und selektive Berichterstattung des DÄ sind in dieser Hinsicht geeignet, das Parlament der deutschen Ärzteschaft zu desavouieren und gehörten eher in die Boulevard-, als in die Standespresse.

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Aber vielleicht will das DÄ mit dem Begriff „Maschinenstürmer“ ja auch nur den Widerstand gegen die Deprofessionalisierung des Arztberufes und gegen die fortschreitende Industrialisierung der Medizin plakativ verdeutlichen. Und auf die Tatsache aufmerksam machen, dass uns Ärzten zur Durchsetzung unserer kollektiven Interessen keine legalen Mittel, wie gewerkschaftliche Organisierung, Arbeitskampf und Tarifverhandlungen zur Verfügung stehen . . .

Dr. med. Ewald Proll, Vorstandsmitglied der Freien Ärzteschaft e.V., 42115 Wuppertal

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