ArchivDeutsches Ärzteblatt30/2010Deutscher Ärztetag: Krankenhäuser unverzichtbar
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Den Artikel haben wir mit Bedauern zur Kenntnis genommen. In dem Untertitel des Artikels heißt es, der Ärztetag habe sich dafür ausgesprochen, „eine institutionelle Öffnung von Krankenhäusern für die ambulante Versorgung nur noch in Ausnahmefällen zuzulassen“.

Diese Formulierung ist irreführend, da der Eindruck erweckt wird, Krankenhäuser seien für die ambulante Versorgung nicht erforderlich. Zudem deckt sich diese Formulierung nicht mit dem Beschlussprotokoll des 113. Ärztetages. Dort wird ausschließlich auf den § 116 b SGB V eingegangen, was erst bei weiterer Lektüre des Artikels deutlich wird.

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Für die Augenheilkunde ist es undenkbar, Krankenhäuser und damit insbesondere Universitätsaugenkliniken aus der (institutionellen) ambulanten Versorgung zu entlassen. Die Beteiligung an der ambulanten Versorgung nur bei Vorliegen einer persönlichen Ermächtigung erscheint kaum praktikabel. Jede Universitätsaugenklinik verzeichnet mehrere Zehntausend ambulante Patientenbesuche im Jahr sowie mehrere Tausend ambulante Operationen. Den Universitätsaugenkliniken werden ganz überwiegend schwierigste Patienten nahezu ausschließlich von Fachärzten für Augenheilkunde überwiesen. Ein großer Teil der (ambulanten) Notfallversorgung wird von den Universitätsaugenkliniken übernommen, dies gilt in ganz besonderem Maß für die chirurgische Versorgung von Traumata. Diese umfangreiche Aufgabenwahrnehmung ist unter anderem in den Qualitätsberichten der Universitätsaugenkliniken dokumentiert.

Prof. Dr. med. Thomas Reinhard, Präsident
der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG), Universitätsaugenklinik Freiburg,
79106 Freiburg

Prof. Dr. med. Bernd Bertram, 1. Vorsitzender des Bundesverbands der Augenärzte (BVA),
52064 Aachen

Prof. Dr. med. Norbert Pfeiffer, Sprecher des Verbands der Ophthalmologischen Lehrstuhlinhaber (VOL), Universitätsaugenklinik Mainz, 55131 Mainz

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