ArchivDeutsches Ärzteblatt30/2010Susanne Schönmüller: Aus der Praxis zum Mode-Shooting

PERSONALIEN

Susanne Schönmüller: Aus der Praxis zum Mode-Shooting

Dtsch Arztebl 2010; 107(30): A-1467 / B-1301 / C-1281

Rieser, Sabine

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Susanne Schönmüller. Foto: privat
Susanne Schönmüller. Foto: privat

„Bei der Suche nach geeigneten Models für Werbe- oder Modeaufnahmen übernehmen Modelagenturen die Vermittlung“, liest man zum Thema „Casting“ bei Wikipedia. Bei der Münchner Gynäkologin Dr. med. Susanne Schönmüller (50) war es anders: Die Ehefrau ihres Praxiskollegen, früher in der Modebranche tätig, empfahl sie, als „Brigitte woman“ Models suchte.

Denn seit Anfang des Jahres produzieren die Redaktionen von „Brigitte woman“ (für Frauen ab 40 Jahren) und „Brigitte“ ihre Fotostrecken ohne Profimodels. Manchen gefällt das, andere finden, dass trotzdem immer noch sehr dünne, sehr makellose Frauen zu sehen sind.

Anzeige

Schönmüller winkte zunächst ab: „Ich habe Kleidergröße 38/40 und dachte, für den Job bin ich zu dick.“ Doch ihre beiden erwachsenen Kinder bestanden darauf, dass sie nach Hamburg zum Shooting fliegen sollte. Bereut hat die niedergelassene Ärztin den Ausflug in die Modewelt nicht. „Alles war in meiner Größe da“, erzählt sie. „Es hat Spaß gemacht, einmal im Mittelpunkt zu stehen. Und so einen Stylisten, der alles richtet, sollte man eigentlich zu Hause im Keller haben.“

Ihre Kinder waren vom Ergebnis in der Zeitschrift restlos begeistert, Schönmüller, die selbst fotografiert, nicht ganz. Schöne Modefotos sind es geworden, sicher, aber: „Ein Bildbearbeitungsprogramm kann schon ein paar Jahre wegzaubern. Ich habe natürlich kleine Falten, aber auf einem Foto sieht man davon nichts.“ Sie findet den Ansatz von „Brigitte“, Mode ohne Profimodels zu fotografieren, grundsätzlich gut. Aber nun weiß sie: „Es sind normale Frauen, aber es wird trotzdem gemogelt.“ Sabine Rieser

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema