ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2010Kostenerstattung: Ängste ablegen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Die deutschen Ärzte: 50 Jahre Angst vor der Kostenerstattung!

Auf ein Neues: Wieder hat sich der Deutsche Ärztetag nicht entschließen können, mehrheitlich für eine Kostenerstattung einzutreten. Das begann um das Jahr 1960, als der damalige Minister Blank Kostenbeteiligung einführen wollte. Unter dem Schlagwort „Keine Kasse in die Arztpraxis“ wurde gekämpft, die damaligen Spitzen der deutschen Ärzte wurden bei Kanzler Adenauer vorstellig – Blank musste gehen.

Anzeige

Was befürchten diese Kollegen?

Die Angst, der Patient könnte erkennen, was die Arbeit eines Arztes wert ist, ist unbegründet!

Überforderung der Patienten? Soziale Grenzen können eingeführt werden!

Übermäßige Bürokratie wegen Rechnungsschreiben, Mahnung säumiger Zahler? Warum nicht wie zum Beispiel in Belgien: Beim Betreten der Praxis ca. 20 Euro bar auf den Tisch, Quittung für die Kasse, Patient erhält Kassenanteil ausbezahlt, etwa 30 Prozent trägt er selbst . . . Was kostet unsere Kassenbürokratie an Personal, Investitionen und Arztzeit samt der Kontrollen wie Fallzahlbegrenzungen, Plausi-Prüfungen, Wirtschaftlichkeitsprüfungen? Alles überflüssig! Sicherstellung? Warum nicht bei den Kammern . . .

Deshalb meine Aufforderung an die Kollegen: Legt eure Ängste ab. Auch unsere Leistungen sind ihr Geld wert – wir müssen uns dafür nicht schämen. Fassen wir Mut, sprengen wir überflüssige Fesseln und unterstützen wir die Politiker, die den Weg in eine moderne Kran­ken­ver­siche­rung gehen wollen.

Dr. med. Klaus Reichel, 91217 Hersbruck

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema