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Randnotiz: Dicke Freunde

Dtsch Arztebl 2010; 107(31-32): A-1495 / B-1327 / C-1307

Hibbeler, Birgit

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Wer gute Freunde hat, lebt länger. Das ist das Ergebnis einer Metaanalyse in „PLoS Medicine“ (2010; 7: e1000316). Demnach haben einsame Menschen ein signifikant erhöhtes Sterberisiko – und zwar nicht etwa nur, weil sie sich häufiger umbringen, funktionierende soziale Netzwerke wirken sich positiv auf die Gesundheit aus.

Natürlich sollte sich jetzt niemand auf der sicheren Seite fühlen, wenn er Alkohol, Zigaretten und Fast Food grundsätzlich nur noch in geselliger Runde konsumiert. Eine solche Rechnung geht leider nicht auf. Aber die Studie zeigt, was viele längst vermuteten: Krankheit ist mehr als die Summe von Risikofaktoren. Menschen haben Ressourcen, die die Gesundheit erhalten. Neu ist diese Einsicht nicht. In den 70er Jahren formulierte sie Aaron Antonovsky im Konzept der Salutogenese – einem Gegenmodell zur Pathogenese.

Allerdings ist dieser Ansatz noch nicht überall bekannt – auch nicht im Deutschen Bundestag. Das zeigen die jüngsten Äußerungen von Marco Wanderwitz. Der sächsische CDU-Abgeordnete ist nicht nur ein gänzlich unbekannter Politiker, sondern er machte auch noch einen völlig überflüssigen Vorschlag: Dicke sollen höhere Krankenkassenbeiträge zahlen. Schließlich verursachen sie ja auch mehr Kosten. So die Logik.

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Offen ließ Wanderwitz dabei, wer nun eigentlich alle gesetzlich Versicherten wiegen soll. Aber das ist wohl nicht der einzige Schwachpunkt an seiner Idee. Denn: Was passiert mit Dicken, die den Rückhalt von Freunden und Familie haben? Und was, wenn ein Normalgewichtiger im Dauerclinch mit seinem Umfeld steht? Eine kniffelige Sache. Wir sind gespannt auf Ihre Vorschläge, Herr Wanderwitz.

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