ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2010Krebsarzneimittel: IGES erwartet keine Kostenexplosion

AKTUELL

Krebsarzneimittel: IGES erwartet keine Kostenexplosion

Osterloh, Falk

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Nach Ansicht des Berliner IGES-Instituts werden die Ausgaben der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) für Krebsarzneimittel in den kommenden Jahren nur moderat steigen. In einer Studie prognostiziert das Institut einen Kostenanstieg von 3,1 Milliarden Euro im vergangenen Jahr auf 3,8 Milliarden Euro 2013. Das sei ein Wachstum von jährlich etwa 4,8 Prozent, sagte der geschäftsführende Gesellschafter des IGES, Bertram Häussler. Die Ausgaben für alle anderen Medikamente zur Grundversorgung würden im selben Zeitraum ebenfalls um 3,9 Prozent steigen.

Eine moderate Ausgabensteigerung prognostiziert Bertram Häussler vom IGES-Institut. Foto: dpa
Eine moderate Ausgabensteigerung prognostiziert Bertram Häussler vom IGES-Institut. Foto: dpa

„Von einer Explosion der Ausgaben für Krebsmittel kann daher nicht die Rede sein. Die vielfach prognostizierte Kostenexplosion durch teure Krebsmittel hat es weder in der Vergangenheit gegeben, noch wird sie in den kommenden vier Jahren eintreten“, sagte Häussler. Zwar beliefen sich die Kosten pro Behandlung vielfach auf fünfstellige Beträge, doch die Summe der Ausgaben sei aufgrund der kleinen Patientenzahlen gering.

Anzeige

Die IGES-Studie wurde von einer Arbeitsgemeinschaft international forschender Pharmafirmen finanziert. Anders beurteilte kürzlich auf dem Deutschen Krebskongress unter anderem Dr. med. Friedrich Overkamp, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie, die Dynamik. So hätten sich Therapieoptionen zum Beispiel beim Kolorektalkarzinom erheblich erweitert. Die Medikationskosten könnten aber auch bis zu 200 000 Euro in zwei Jahren betragen. fos

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote