ArchivDeutsches Ärzteblatt11/1996Zufriedenheit mit dem Gesundheitswesen

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Zufriedenheit mit dem Gesundheitswesen

Dauth, Sabine

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LNSLNS 87 Prozent der Bürger in Ostdeutschland bezeichnen heute die medizinische Versorgung in ihrer Umgebung als gut oder sehr gut. In Westdeutschland sind es 91 Prozent. Das hat das Unternehmen Infratest im Rahmen einer repräsentativen Umfrage im Herbst 1995 ermittelt. Auftraggeber war die "Süddeutsche Zeitung". Zum Vergleich: Fünf Jahre zuvor, im Herbst 1990, hielten lediglich 47 Prozent der Ostdeutschen die medizinische Versorgung für sehr gut oder gut. Jeder zweite Befragte in Ostdeutschland rechnet zudem mit einer weiteren Verbesserung der medizinischen Versorgung in den nächsten zehn Jahren. In Westdeutschland gilt das für jeden dritten.
Insgesamt wurden 1990 und 1995 je 1 000 West- und Ostdeutsche zu ihren Vorstellungen über die Zukunft ihres Landes befragt. Dabei ging es auch um die Beurteilung des Gesundheitswesens. Ob "Ossi" oder "Wessi", fast 100 Prozent der Befragten lehnen heute ein privatwirtschaftlich organisiertes und finanziertes Gesundheitswesen ab. Über die beste Organisationsform besteht im Osten deutlicher Dissens: 51 Prozent der Befragten bevorzugen das bestehende System der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung. 47 Prozent hingegen sprechen sich für ein rein staatliches, steuerfinanziertes System aus.
Im Rahmen der Erhebung wurde auch danach gefragt, welche medizinischen Entwicklungen als besonders wichtig eingestuft werden. Daß vor allem Krebserkrankungen, AIDS und Herz-Kreislauf-Leiden erforscht werden sollen, fanden 71 Prozent der Ostdeutschen und 66 Prozent der Westdeutschen. An zweiter Stelle wurde von Ostdeutschen genannt, sich mehr auf präventive Maßnahmen zu konzentrieren (59 Prozent). Bei den Westdeutschen wurde statt dessen "mehr auf menschliche Zuwendung und psychische Betreuung der Patienten konzentrieren" genannt sowie "vor allem Naturheilverfahren entwickeln und erforschen" (jeweils 57 Prozent).
Die Studie ist für 115 DM zu beziehen bei Infratest Burke Kommunikationsforschung, Landsberger Straße 338, 80687 München, Tel 0 89/56 00-340. th
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