ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2010Neue Influenza: Fehlentwicklungen vermeiden
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Danke für den überfälligen „Kritischen Rückblick mit wegweisender Vorausschau“ zum bundesdeutschen Pandemie-Management, den ich gern wie folgt ergänzen würde:

Die zentral verordnete Beschränkung auf einen einzigen Impfstoff (Pandemrix) war inakzeptabel und sollte künftig vermieden werden. Für Kleinkinder mit Grunderkrankungen wie Mukoviszidose oder Asthma bronchiale und bekannter Anaphylaxie auf Hühnereiweiß war es nicht möglich, einen hühnereiweißfreien Impfstoff (Celvapan) zu verordnen. Das in der Stellungnahme der Europäischen Stiftung für Allergieforschung ECARF beschriebene Vorgehen (intravenöser Zugang, Pricktest, fraktionierte Gabe von Pandemrix) war nach meiner Überzeugung für Kleinkinder nicht zumutbar. Betroffene Familien sahen sich zu einer Odyssee bei bayerischen Gesundheitsämtern, Bundeswehrkrankenhäusern sowie Apotheken und Ärzten in Österreich gezwungen, wo sie dann auf der Suche nach hühnereiweißfreien Alternativen fündig wurden, allerdings auf eigene Kosten.

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Kosten, die natürlich gering erscheinen im Vergleich zu den ca. 225 Millionen Euro, die der Steuerzahler an Glaxosmithkline allein für nichtverbrauchte Pandemrix-Dosen zahlen musste.

Eine lange noch spürbare unerwünschte Wirkung der Pandemieplanung soll nicht unerwähnt bleiben: Als Folge der Produktionsumstellung gibt es nach wie vor Lieferengpässe beim Sechsfachimpfstoff Infanrix hexa und beim Vierfachimpfstoff Priorix tetra, die monatelang nicht oder nur in Zehnerpackungen abgegeben wurden.

Als Kinder- und Jugendarzt wäre ich der Expertengruppe für Vorschläge dankbar, wie solche Fehlentwicklungen künftig vermieden werden können.

Dr. med. Thomas Nowotny,
83071 Stephanskirchen

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