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Ariane Höer ist für ihre Einführung zum Thema „Nutzenbewertung bei HPV-Impfung“ zu danken. Jedoch sind einige wesentliche Aspekte nicht berücksichtigt, die bei der Kosten-Nutzen-Analyse von Impfprogrammen von hoher Bedeutung sind.

1. Die üblichen Kalkulationen legen zugrunde, dass alle Mädchen aller sozialen Schichten gleichermaßen an dem Impfprogramm teilnehmen. Daten aus den USA (Bach, The Lancet, 2010) zeigen jedoch, dass insbesondere Mädchen aus höheren sozialen Schichten dieses Angebot nutzen, somit sich hier wiederum ein schönes Beispiel zeigt von Julian Tudor Harts „Inverse Care Law“ (Medizin kommt vor allem denen zugute, die ein relativ hohes Gesundheitsniveau haben).

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2. Bislang ist weiterhin nicht geklärt, wie künftiger Nutzen abzuzinsen ist. Während die Abzinsung monetärer Effekte prinzipiell breite Zustimmung erhält, ist die Abzinsung von Nutzen erheblich komplexer. (Ortendahl und Fries, Journal of Clinical Epidemiology, 2002; West, Review Medical Virology, 1999) . . .

3. Eine kürzlich erschienene Übersichtsarbeit (Rozenbaum et al., The Open Pharmacoeconomics and Health Economics Journal, 2010) zeigt zudem, wie schwierig es ist, Kosteneffektivitätsdaten von Land zu Land zu übertragen, wiederum ein Hinweis auf das hohe Maß an Unsicherheit bei derartigen Kalkulationen, was sehr deutlich gemacht werden sollte.

Prof. Dr. med. Dr. rer. pol. Konrad Obermann, Mannheimer Institut für Public Health, Universitätsklinikum Mannheim, 68167 Mannheim

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