SPEKTRUM: Leserbriefe

DDR: Überfällig

Frank, Dieter

Zu dem Beitrag "Arzt-Patienten-Verhältnis in der DDR: Zahlreiche Verletzungen der Schweigepflicht" von Prof. Dr. med. Bernhard Opitz in Heft 34-35/1997:
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LNSLNS Ein Bericht, wie ihn Herr Prof. Opitz im DÄ vorgelegt hat, war notwendig, im Grunde fast überfällig.
Es muß meines Erachtens deutlich darauf hingewiesen werden, daß zu DDR-Zeiten kein Arzt gezwungen wurde, Inoffizieller Mitarbeiter der Staatssicherheit zu werden. Wenn dies doch geschah, waren mangelnde berufliche Profilierung, Geltungsbedürfnis und Karrieredenken Gründe für diesen Teufelspakt. Kollegialität und ärztliche Ethik wurden bedenkenlos geopfert. Die Gauck-Behörde hat mir aus meiner Stasi-Akte drei Decknamen von IMÄrzten entschlüsselt. Sie brachten es auf der kommunistischen Karriereleiter bis zum Ärztlichen Direktor beziehungsweise zum Kreisarzt. Als Ärzte haben sich Informelle Mitarbeiter der Staatssicherheit schuldig gemacht. Welche Stellung beziehen dazu die Bundes­ärzte­kammer und die KBV?
Die ethische Grundhaltung von uns Ärzten wird in den Medien zunehmend in Frage gestellt. Selbst der Präsident der Berliner Ärztekammer, Ellis Huber, erklärt öffentlich 20 Prozent der Ärzte für korrupt. Wenn die IM-Ärzte, welche zum Teil heute wieder führende Positionen bekleiden oder eine eigene Praxis führen, nicht demaskiert werden, müssen wir Ärzte uns den Vorwurf der kleinbürgerlichen Heuchelei gefallen lassen.
Dr. med. Dieter Frank, Rudolf-Breitscheid-Straße 1, 01587 Riesa
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