ArchivDeutsches Ärzteblatt PP8/2010Bedarfsplanung: G-BA beschließt Demografiefaktor

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Bedarfsplanung: G-BA beschließt Demografiefaktor

PP 9, Ausgabe August 2010, Seite 341

Meißner, Marc

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Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) hat in seiner Sitzung am 14. Juli in Berlin die Einführung eines demografischen Faktors bei der Berechnung der Bedarfsplanung beschlossen. Das heißt, die Zahl der Arztsitze in einem Planungsbereich soll sich künftig nicht mehr nur an der Zahl der Einwohner, sondern auch an deren Altersstruktur orientieren.

Dadurch können in derzeit gesperrten Bezirken mit einem hohen Anteil älterer Einwohner zusätzliche Arztsitze geschaffen werden. Die Regelung greift aber erst dann, wenn in einem Planungsbezirk eine hohe Fallzahl pro Praxis erreicht wird. Damit soll verhindert werden, dass in gut versorgten Gebieten aufgrund der Altersstruktur unnötig neue Arztsitze entstehen. Darüber hinaus soll bei der Besetzung neuer Sitze Ärzten der Vorzug gegeben werden, die über eine geriatrische Zusatzausbildung verfügen.

„Wir sind uns darüber im Klaren, dass mit diesem Teilbeschluss nicht die Probleme der ärztlichen Unterversorgung im ländlichen Bereich gelöst werden“, betonte der unparteiische G-BA-Vorsitzende Dr. Rainer Hess. Der Beschluss zur Einführung eines Demografiefaktors weise jedoch in die richtige Richtung. Die rein quantitative Ermittlung des Verhältnisses von Einwohner- zu Arztzahl werde durch einen qualitativen Aspekt des Versorgungsbedarfs ergänzt.

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Die Vertreter der Krankenkassen hatten den Antrag nicht unterstützt. Zwar war man sich grundsätzlich darüber einig, dass ein Demografiefaktor notwendig sei, nicht aber über dessen Ausgestaltung. Die Kassen befürchten, dass durch den Faktor auch Sitze in stadtnahen Regionen frei werden, die attraktiver sind als die ländlichen Planungsbezirke. So werde das Versorgungsproblem dort noch verschärft. mei

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