ArchivDeutsches Ärzteblatt33/2010Psychische Erkrankungen: Dramatische Zunahme – kein Konzept

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Psychische Erkrankungen: Dramatische Zunahme – kein Konzept

Dtsch Arztebl 2010; 107(33): A-1548 / B-1380 / C-1360

Bühring, Petra

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Daten der gesetzlichen Krankenkassen und der Rentenversicherung belegen seit langem die Zunahme psychischer Erkrankungen. So stiegen in den letzten zehn Jahren die Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund psychischer Störungen um 37 Prozent. Die Krankenhausfallhäufigkeit von psychisch Kranken erhöhte sich von 2000 bis 2009 um 70 Prozent. Der Anteil der Frühverrentungen liegt inzwischen bei 36 Prozent.

Psychische Störungen sind eine häufige Ursache für Frühverrentung. Foto: Fotolia
Psychische Störungen sind eine häufige Ursache für Frühverrentung. Foto: Fotolia

Darauf weist die Bundestagsfraktion Bündnis 90 /Die Grünen in einer Kleinen Anfrage an die Bundesregierung (Bundestags-Drucksache 17/2557) hin. Das Bundesministerium für Gesundheit nehme diese Entwicklung jedoch „nicht zum Anlass, politische Initiativen zu entwickeln“, kritisieren die Grünen. Auf die Frage, welche Ziele in diesem Bereich verfolgt würden, habe die Regierung nur „allgemein und ausschweifend“ geantwortet.

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Die Bundesregierung hingegen erklärt in ihrer Antwort, dass die erhebliche Zunahme diagnostizierter psychischer Erkrankungen noch keine Rückschlüsse auf die Entwicklung der bevölkerungsbezogenen Prävalenzen und Inzidenzen zuließe. Gründe für die Zunahme könnten auch die verbesserte Entdeckungsrate oder eine gelungene Enttabuisierung psychischer Leiden sein. Die Bundesregierung räumt ein, dass valide wissenschaftliche Erkenntnisse hierüber fehlten. „Relevante Datenlücken“ zur Epidemiologie psychischer Erkrankungen und zur Inanspruchnahme von Leistungen müssten geschlossen werden. pb

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