ArchivDeutsches Ärzteblatt33/2010Praxisführung: Miteinander mehr erreichen

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Praxisführung: Miteinander mehr erreichen

Dtsch Arztebl 2010; 107(33): [111]

Neuwirth, Sabine

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Eine Führungskraft sollte sich neben Fachkompetenz auch durch Persönlichkeit und die Fähigkeit auszeichnen, sich in Situationen und andere Menschen hineinzudenken.

Leistung kommt in unserer Gesellschaft vor sozialer Kompetenz. Dabei darf nicht unterschätzt werden, dass soziale Kompetenz vereint und Loyalität schafft. Mitarbeiter haben sowohl das Bedürfnis, dass ihre Leistung anerkannt wird, als auch danach, einem Team anzugehören, das ihnen Bindungen ermöglicht und Halt und Sicherheit bietet. Das setzt offene, transparente Information, ehrliche Rückmeldung für geleistete Arbeit und konstruktives Feedback und Anerkennung voraus.

Wertesysteme, ein Rollen- und Konfliktverständnis, Veränderungsprozesse und Gesprächsführung spielen hier eine sehr entscheidende Rolle.

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Für die Führungskräfte heißt es, hellwach zu sein und adäquat auf Veränderungen zu reagieren. Wie reagiere ich in welcher Situation? Welche Gesprächsstrategie setze ich wann am besten ein? Agieren statt nur reagieren. Konflikte lösen, solange sie noch nichts blockieren.

In Seminaren zum Thema „Erfolgreich führen – Miteinander mehr erreichen“ wird genau darauf eingegangen und in Praxisbeispielen werden verschiedenste Anwendungen ausprobiert. So ist es möglich, die individuellen Persönlichkeitsmerkmale eines jeden Teilnehmers zu erkennen, zu analysieren und zu optimieren.

Frische Ideen, persönliche Verantwortung, selbstständige Arbeitsweise – so könnte das Anforderungsprofil für eine Führungskraft lauten. Denn von Fachkräften an der Spitze eines Unternehmens (welches eine Arztpraxis zweifelsohne ist) werden immer mehr individuelle Profile und Entscheidungskompetenz erwartet. Der Rahmen für die Entscheidungsfreiheit ist dabei allerdings nur so groß, wie es die Führungshierarchie im Unternehmen sowie die Identifikation mit dem Unternehmen zulässt.

Emotionen bei Führungskräften sind ein wichtiges Kriterium. Denn von Sympathie, Angst und Freude sollten unternehmerische Entscheidungen keinesfalls geprägt sein. Führungskräfte müssen ihre Emotionen kontrollieren. Anteilnahme zu zeigen, ist dabei ebenso wichtig, wie eine kompromisslose Haltung.

Teamfähigkeit ist in Führungspositionen genauso wichtig, wie die Möglichkeit, ein „Alphatier“ sein zu können. Stressresistenz ist für „Chefs“ ebenso relevant wie die Tatsache, ein dickes Fell zu haben. Die richtige Führungsstrategie ist ein wichtiges Instrument.

Besonders ungewohnt ist das Hineinwachsen in die Führungsrolle für diejenigen, die sich von unten nach oben gekämpft haben: Waren sie früher noch „einer von uns“, gehören sie durch die Führungsrolle in ein anderes Lager. Und doch sollen sie als Mensch zwischen Unternehmer und Arbeiter Anlaufstelle für beide Seiten sein.

Bestimmte Eigenschaften einer Führungskraft sollte man in sich spüren. Vieles ist aber auch im Rahmen von Rollenspielen, Coachings und in Seminaren erlernbar. Konflikte lassen sich nicht planen. Man kann aber durch gezielte Ansätze erlernen, sie zu handhaben oder auch bereits im Anfangsstadium gar nicht erst entstehen zu lassen.

Selbst mit dem Unternehmen zu leben und noch eine gewisse Distanz zu haben – eine Gratwanderung, auf der sich eine Führungskraft befindet. Unpopuläre Entscheidungen bezüglich des Personals müssen von ihnen ebenfalls gekonnt umgesetzt werden, wie sie in der Lage sein müssen, Bedürfnisse der Mitarbeiter zu erkennen.

Die eigene berufliche Kompetenz und Erfahrung spielen deshalb sicherlich eine entscheidende Rolle. Letztendlich ist es aber auch eine Frage der persönlichen Fähigkeit, sich in Situationen hineinzudenken und mit Menschen zu fühlen.

Sabine Neuwirth
E-Mail: Neuwirth@Muenchen-Coaching.de

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