ArchivDeutsches Ärzteblatt33/2010Kardiologie: Gelungene Auflistung relevanter Studien

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Kardiologie: Gelungene Auflistung relevanter Studien

Dtsch Arztebl 2010; 107(33): A-1580 / B-1408 / C-1388

Erdmann, Erland

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Dietrich Strödter (Hrsg.): Evidenz-basierte Therapie in der Kardiologie. 2. Auflage. UNI-MED Science, UNI-MED Verlag, Bremen 2009, 384 Seiten, Hardcover, 29,80 Euro
Dietrich Strödter (Hrsg.): Evidenz-basierte Therapie in der Kardiologie. 2. Auflage. UNI-MED Science, UNI-MED Verlag, Bremen 2009, 384 Seiten, Hardcover, 29,80 Euro

Diese zweite und aktualisierte Auflage enthält die wesentlichen kardiovaskulären Studien, auf die man sich beziehen kann, wenn eine differenzierte Therapie evidenzbasiert durchgeführt werden soll. Auf mehr als 350 Seiten werden die wichtigsten kontrollierten Untersuchungen zur Hypertonie, zur Lipidsenkung, zur koronaren Herzerkrankung, zur instabilen Angina pectoris und zum Herzinfarkt, zu Bypass-Operationen, zur Herzinsuffizienz, zur Behandlung von Arrhythmien und zur Therapie mit Schrittmachern, CRT und ICD dargestellt. Jedem Kapitel ist ein kurzer, aber ausreichender Absatz mit Definitionen und klinischer Bedeutung sowie therapeutischen Strategien vorangestellt. Der interessierte Leser findet sehr rasch die für ihn relevante kontrollierte Studie mit dem wesentlichen Ergebnis. Eine gut kolorierte und übersichtliche Grafik zeigt die jeweilige Risikoreduktion durch die medikamentöse Intervention. Selbst geringe therapeutische Unterschiede zwischen Placebo und Verum werden dadurch gleich erkenntlich. Erfreulicherweise sind viele Studien auch hinsichtlich der Subgruppen (Diabetiker) ausgewertet und dargestellt.

Auch wenn der Autor in der Einleitung auf den Unterschied zwischen absoluter und relativer Risikoreduktion durch die Medikamentengabe eingeht, so hätte man sich doch gelegentlich eine kritischere Diskussion der Studienergebnisse gewünscht. In der Regel werden die relativen Risikoreduktionen dargestellt. Diese betragen dann meistens mehr als 20 Prozent, wohingegen die absoluten Unterschiede oft nur ein Prozent ausmachen. So zeigte die CURE-Studie (ASS plus Clopidogrel versus ASS alleine nach akutem Koronarsyndrom) nach zwölfmonatiger Therapie eine absolute Risikoreduktion von 2,1 Prozent (= minus 20 Prozent relative Risikoreduktion für Tod, Myokardinfarkt und Schlaganfall). Natürlich hört sich minus 20 Prozent besser an als minus 2,1 Prozent – was aber korrekter ist.

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Diese Auflistung aller relevanten kardiovaskulären kontrollierten Studien gefällt insbesondere deshalb, weil immer nach einem gleichen Schema vorgegangen wird, primäre Ergebnisse und Subgruppenanalysen sorgfältig voneinander unterschieden und auch die unerwünschten Nebenwirkungen nicht ausgespart werden (siehe erhöhte Hyperkaliämie-Inzidenz nach RALES-Publikation). Es ist ein gelungenes Nachschlagewerk, mit dem man sich rasch über die Ergebnisse kontrollierter Studien informieren kann. Da auch die wesentlichen Leitlinien der European Society of Cardiology (ESC) und der American Heart Association (ACC/AHA) dargestellt werden, hilft das Werk, eine fundierte medikamentöse kardiovaskuläre Behandlung nach heutigem Standard durchzuführen. Erland Erdmann

Dietrich Strödter (Hrsg.): Evidenz-basierte Therapie in der Kardiologie. 2. Auflage. UNI-MED Science, UNI-MED Verlag, Bremen 2009, 384 Seiten, Hardcover, 29,80 Euro

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