ArchivDeutsches Ärzteblatt39/1997EDV in der Praxis: Der PC ist weiter auf dem Vormarsch

POLITIK: Aktuell

EDV in der Praxis: Der PC ist weiter auf dem Vormarsch

Seidel, Marc

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LNSLNS Die Zeiten ohne EDV in der Praxis sind so gut wie vorbei: Mehr als 80 Prozent der niedergelassenen Praktiker und Internisten sind mittlerweile mit mindestens einem PC ausgestattet. Tendenz steigend, denn in jeder fünften Praxis denkt man über die Anschaffung weiterer Geräte nach. Durch Datenübertragung sind die Möglichkeiten zur Nutzung von Computern deutlich größer geworden. Dies belegt die "Leseranalyse medizinischer Fachzeitschriften" (LA-MED 97). Die Erhebung befaßte sich neben den Lesegewohnheiten der Zielgruppe auch mit der Frage Computerausstattung in der Arztpraxis.
Für den Durchbruch der EDV in den Arztpraxen wurde Ende 1993 der "Grundstein" gelegt. Durch die Einführung der Patientenkarte mußten sich die Ärzte erstmals in großer Zahl Gedanken um eine Ausstattung ihrer Räumlichkeiten mit Computern machen. Zu dieser Zeit hatten viele mit der neuen Technik zu kämpfen; es fehlte an Erfahrungen, Schulungsmöglichkeiten für das eigene Personal und an guten Programmen.
Dies ist mittlerweile Vergangenheit: In über 80 Prozent der Arztpraxen wurde zwischenzeitlich mindestens ein Computer installiert. In jeder fünften Praxis von Praktikern und Internisten plant man außerdem die Anschaffung eines weiteren Gerätes. In der Mehrzahl werden bei den Ärzten sogar mehrere Rechner in einem Netzwerk genutzt. Somit kann der Arzt direkt im Behandlungszimmer die zur Abrechnung notwendigen Daten zum Patienten eingeben und hat Zugriff auf eine elektronische Patientendatenbank. Unleserliche Karteikarten gehören so der Vergangenheit an, und im Idealfall entfällt der lange Nachmittag, der früher am Ende jedes Quartals zur Erstellung der Abrechnung nötig war. Eine zunehmend wichtige Rolle bei der Ausstattung der Praxiscomputer spielen Komponenten zur Datenfernübertragung, also Modem und ISDN-Karten. 48,3 Prozent der Arztrechner sind damit ausgerüstet. Sie ermöglichen beispielsweise die Überspielung der Abrechnungsdaten, was derzeit 5,5 Prozent der Ärzte nutzen. Noch stärker wird die Möglichkeit genutzt, Laborwerte zu übertragen, was 20 Prozent der befragten Gruppe tun. Auch direktes Faxen aus dem PC wird durch Modem oder ISDN-Karte ermöglicht, und das - soweit es das entsprechende Programm unterstützt -, wenn es nicht extrem eilig ist, zeitversetzt zum günstigsten Tarif nach zwei Uhr nachts. Ein weiteres Anwendungsgebiet von Modem und ISDN ist die Nutzung von Datennetzen wie Internet, diverse medizinische Datenbanken oder auch das Deutsche Gesundheitsnetz (DGN). Gerade diese Medien ermöglichen dem Arzt umfassende Information über alle erdenklichen Themen der Medizin. Innerhalb kürzester Zeit können auch spezielle Fragen mit Kollegen aus aller Welt erarbeitet und diskutiert oder einfach per e-mail ausgetauscht werden. Reiseauskünfte und Reservierungen sind Einsatzgebiete, die gut fünf Prozent der Befragten nutzen - Tendenz steigend.
Somit sind gerade diese Bauteile auf der "Wunschliste" für zukünftige Investitionen ganz oben vertreten: Die ISDN-Karte mit 12,6 Prozent noch vor einem CD-Rom-Laufwerk (zwölf Prozent).
Nur die ältere Generation (über 60 Jahre) steht der modernen Technik vergleichsweise reserviert gegenüber: 63,4 Prozent PC in diesen Praxen ist weit unter dem Durchschnitt. Doch dürfte hier neben Berührungsängsten mit der "neuen Technik" der Gedanke an einen baldigen Ruhestand von der Investition in eine neue EDV-Anlage abhalten. Marc Seidel
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