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Zunächst möchten sich die Autoren sehr herzlich für die zahlreichen und konstruktiven Beiträge bedanken. Zeigt es doch, welche Bedeutung nicht nur der Diagnose, sondern vor allem der facettenreichen Therapie der Gonarthrose zukommt. Die Autoren wollten mit dem Beitrag auch dazu anregen, das Krankheitsbild der Gonarthrose kritisch zu beleuchten. Es steht außer Frage, dass solch ein Beitrag die Gonarthrose nicht in allen therapeutischen Einzelheiten berücksichtigen kann. Im Artikel wurde Wert darauf gelegt, einen groben Überblick zu geben und Lernziele wie das Erkennen von Rsikofaktoren für die Entstehung einer Gonarthrose, diagnostische Möglichkeiten zum Nachweis einer Gonarthrose und Möglichkeiten zur Prävention und gelenkerhaltenden Therapie der Gonarthrose zu adressieren.

Prof. Lindner vermisst die bei massiver Gonarthrose regelhaft durchgeführte endoprothetische Versorgung der Gonarthrose. Diesbezüglich erlauben wir uns den Hinweis auf die verfassten Lernziele. Die Grafik 2 des Beitrages gibt einen klaren Behandlungsalgorithmus bei einer klinisch relevanten Gonarthrose. Natürlich versteht es sich von selbst, dass bei solch einer ausgeprägten medial-betonten Gonarthrose Grad IV, wie in der Abbildung dargestellt, die endoprothetische Versorgung zum Tragen kommt.

Von Dr. Rüdinger kommt der Hinweis, dass die Akupunktur bei Gonarthrose deutschlandweit von allen gesetzlichen Krankenkassen vergütet wird. Er verweist auf eine Veröffentlichung der Universität Bochum (GERAC-Studie), die die Wirkung der Akupunktur zusammenfasst: „Zehn bis 15 Sitzungen, Verum wie auch Sham, reduzieren die Beschwerdesymptomatik stärker als eine nach Leitlinien durchgeführte Standardtherapie“. Hierbei muss darauf hingewiesen werden, dass die Einschlusskriterien u.a. ein Kellgren-Stadium 2 oder 3 berücksichtigen. Auch wurde betont, dass die deutlichen Gesamteffekte zugunsten der Akupunktur einerseits und die bis auf eine nicht vorhandene Indikation fehlende Überlegenheit im Vergleich zur Sham-Akupunktur andererseits einen erheblichen Interpretationsspielraum zulassen. Letztlich muss dies aber mit dem Patienten besprochen werden.

Die spätere Studie von Kirkley et al. (1) bezüglich der Wirksamkeit von optimierter konservativer Therapie mit einer Kombination aus konservativer Therapie plus Arthroskopie, wie von Prof. Michalsen hingewiesen, ergab keinen Unterschied. Somit ist die Arthroskopie dem konservativen Vorgehen nicht überlegen.

Zudem wird auf die Blutegeltherapie verwiesen (2). Unser Artikel sollte nicht dazu dienen, jeweilige konservative Therapieformen einzeln aufzuschlüsseln. Gemäß EULAR-Empfehlung (3) wird Paracetamol als Mittel der ersten Wahl empfohlen. Dr. Weiss weist zurecht darauf hin, dass es nicht zwingend bei Arthroseschmerzen zu einer Schmerzlinderung durch Paracetamol kommt. Dennoch sind auch die nicht-steroidalen Antiphlogistika in den EULAR-Empfehlungen gemäß Stufenschema berücksichtigt. Sicher ist auch die niedrig dosierte Bestrahlung bei schmerzhafter Gonarthrose im Stadium 2–3 nach Kellgren, wie von Dr. Mücke erwähnt, indiziert. Auch wir sind derselben Meinung wie die Arbeitsgemeinschaft Geweberegeneration und Gewebeersatz der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) und der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), die erklären, dass sich die im Jahr 2004 ausgesprochenen Indikations- und Durchführungsempfehlungen zu den verschiedenen biologischen Rekonstruktionsverfahren (Mikrofrakturierung, Mosaikplastik, autologe Chondrozyten-Transplantation[ACT]) bewährt haben und im klinischen Alltag auch weiterhin berücksichtigt werden sollten.

DOI: 10.3238/arztebl.2010.0604b

PD Dr. med. Joern W.-P. Michael

Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie

Universität zu Köln

Joseph-Stelzmann-Straße 9

50931 Köln

E-Mail: joern.michael@uk-koeln.de

Interessenkonflikt
Der Autor erklärt, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.

1.
Kirkley A, Birmingham TB, Litchfiled RB, et al.: A randomized trial of arthroscopic surgery for osteoarthritis of the knee. NEJM 2008; 359: 1097–107. MEDLINE
2.
Michalsen A, Roth M (eds.): Blutegeltherapie. 2nd edition. Stuttgart: Haug 2009.
3.
Pendelton AN, Arden N, Dougados M, et al.: EULAR recommendations for the management of knee osteoarthritis: report of a task force of the Standing Committee for International Clinical Studies Including Therapeutic Trials (ESCICIT). Ann Rheum Dis Dec 2000; 59: 936–44. MEDLINE
4.
Michael JWP, Schlüter-Brust KU, Eysel P: The epidemiology, etiology, diagnosis, and treatment of osteoarthritis of the knee [Epidemiologie, Ätiologie, Diagnostik und Therapie der Gonarthrose]. Dtsch Arztebl Int 2010; 107(9): 152–62. VOLLTEXT
1.Kirkley A, Birmingham TB, Litchfiled RB, et al.: A randomized trial of arthroscopic surgery for osteoarthritis of the knee. NEJM 2008; 359: 1097–107. MEDLINE
2.Michalsen A, Roth M (eds.): Blutegeltherapie. 2nd edition. Stuttgart: Haug 2009.
3.Pendelton AN, Arden N, Dougados M, et al.: EULAR recommendations for the management of knee osteoarthritis: report of a task force of the Standing Committee for International Clinical Studies Including Therapeutic Trials (ESCICIT). Ann Rheum Dis Dec 2000; 59: 936–44. MEDLINE
4.Michael JWP, Schlüter-Brust KU, Eysel P: The epidemiology, etiology, diagnosis, and treatment of osteoarthritis of the knee [Epidemiologie, Ätiologie, Diagnostik und Therapie der Gonarthrose]. Dtsch Arztebl Int 2010; 107(9): 152–62. VOLLTEXT

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