ArchivDeutsches Ärzteblatt34-35/2010Deutsche Post: Online-Brief als Produkt

TECHNIK

Deutsche Post: Online-Brief als Produkt

Dtsch Arztebl 2010; 107(34-35): A-1647 / B-1457 / C-1439

Bilstein, Toni; Krüger-Brand, Heike E.

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Nachdem bereits mehrere Anbieter Dienste für den vertraulichen Dokumentenaustausch im Internet gestartet haben, hat auch die Deutsche Post ihre sichere Lösung für den elektronischen Brief vorgestellt. Interesse an der Anwendung hat bereits die Lan­des­ärz­te­kam­mer Hessen bekundet. So sollen etwa hessische Ärzte künftig auch über den E-Postbrief elektronisch mit ihrer Kammer korrespondieren können. Als eine der ersten Organisationen will sie – zunächst in einem Pilotprojekt – den rechtsverbindlichen E-Postbrief nutzen.

Voraussetzung hierfür ist die unentgeltliche Registrierung einer persönlichen E-Postbrief-Adresse auf www.epost.de. Diese besteht aus dem Vor- und Nachnamen des Nutzers und der Endung @epost.de. Durch Nummern hinter dem Nachnamen werden Verwechslungen ausgeschlossen. Wer sich bis Ende Oktober für den E-Postbrief anmeldet, erhält nach der Namensreservierung zunächst einen Freischaltcode per Brief oder SMS zugesandt, mit dem er sich online registrieren kann. Ab November ist dieser Registrierungscode nicht mehr erforderlich. Damit die Adresse freigeschaltet werden kann, muss sich der Nutzer per Postident-Verfahren mit Personalausweis oder Reisepass in einer Postfiliale identifizieren lassen. Das schützt den Nutzer vor Spams, anonymen E-Mails und Adressdiebstahl. Zum Schutz von Minderjährigen werden nur Personen zugelassen, die bereits das 18. Lebensjahr vollendet haben, da mit dem Dienst beispielsweise auch Vertragsabschlüsse per Internet möglich sind.

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Um den E-Postbrief erfolgreich elektronisch übermitteln zu können, benötigt der Empfänger auch ein E-Postbrief-Konto. Wie beim Online-Banking wird dabei beim Versand eine Transaktionsnummer (TAN) verlangt. Im Unterschied zum herkömmlichen TAN-Verfahren wird die TAN jedoch erst erzeugt und auf das Handy des Nutzers gesendet, wenn sie benötigt wird. Hat der Empfänger kein eigenes E-Postbrief-Konto, kann der E-Postbrief von der Postfiliale ausgedruckt und ausgeliefert werden.

Sowohl die elektronische Übertragung auf ein anderes E-Postbrief-Konto als auch die ausgedruckte Variante, die vom Briefträger zugestellt wird, kosten wie der herkömmliche Brief 55 Cent.

Kritik kam unterdessen von der Stiftung Warentest. Sie bemängelt unter anderem, dass die Anmeldung für das Verfahren umständlich sei, dass theoretisch jeder gedruckte E-Postbrief von Postmitarbeitern gelesen werden könne und der Dienst zu teuer sei. BIL/Kbr

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