ArchivDeutsches Ärzteblatt34-35/2010Knochentumoren: Wichtige Abstimmung der Fachdisziplinen

MEDIEN

Knochentumoren: Wichtige Abstimmung der Fachdisziplinen

Dtsch Arztebl 2010; 107(34-35): A-1636 / B-1452 / C-1432

Tannapfel, Andrea

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Die „Knochentumoren“, ein Standardwerk für Pathologen und Radiologen bei der Beurteilung von Knochenläsionen, ist nun in der dritten Auflage erschienen – lange erwartet und ersehnt, mit einem deutlich erweiterten Kapitel über „Kiefertumoren“.

Als eines der ersten „interdisziplinären Bücher“, die vom Radiologen und Pathologen gemeinsam verfasst wurden, setzt es erneut Standards. Nicht nur die Weiterentwicklungen der Radiologie (Projektionsradiographie, CT und MR), sondern insbesondere die neuen Erkenntnisse in der Tumorbiologie mit verbessertem Verständnis der genetischen Alterationen von Knochentumoren machten eine Neuauflage des Klassikers der Knochentumoren notwendig. Auch wurden die Entitäten nach der WHO-Klassifikation 2002 kategorisiert, was das nosologische Verständnis und auch die Dokumentation erheblich verbessert. Text und Bildmaterial sind nochmals deutlich erweitert, die einzelnen Entitäten werden klar strukturiert dargestellt. Die jeweiligen Kapitel beginnen mit ICD-Code, Definition und beschreiben dann Pathologie und Radiologie. Jede Entität endet mit knappen „essentials“, die auf wesentliche Punkte in der klinischen Routine nochmals hinweisen.

Anzeige

Die Autoren haben es verstanden, die Knochenläsionen sehr gut lesbar, umfassend und vor allem interessant darzustellen. Dabei betonen sie immer wieder, wie wichtig die enge Abstimmung der betreffenden Fachdisziplinen ist, der Radiologie kommt dabei ebenso ein entscheidendes Votum zu wie der Pathologie und schließlich der klinischen Präsentation. Der Leser mag nach dem Studium der „Knochentumoren“ geneigt sein, aufgrund der umfassenden Darstellung und der Diskussion der Differenzialdiagnosen auch seltene Entitäten eigenhändig-freihändig zu diagnostizieren. Die Konzeption und auch die präzise Beschreibung der Einzelentitäten dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass gerade bei den Knochentumoren das System der konsiliarischen Zweitmeinung essenziell ist – auch wenn dann (hoffentlich) die Diagnose vom Experten bestätigt wird.

Das Buch stellt sich somit als ein kategorisches Standardwerk dar, das in keiner Bibliothek von Pathologen, Radiologen und Unfallchirurgen/Orthopäden fehlen darf. Auch Besitzer der zweiten Auflage werden überrascht sein, wenn ein gutes Buch noch verbessert wurde.

Andrea Tannapfel

Jürgen Freyschmidt, Helmut Ostertag, Gernot Jundt: Knochentumoren mit Kiefertumoren. Klinik · Radiologie · Pathologie. 3. Auflage. Springer, Berlin, Heidelberg 2010, 1075 Seiten, Hardcover, 229 Euro

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema