ArchivDeutsches Ärzteblatt34-35/2010Frühe Strahlentherapie bei Morbus Dupuytren

AKTUELL: Akut

Frühe Strahlentherapie bei Morbus Dupuytren

Dtsch Arztebl 2010; 107(34-35): A-1602 / B-1426 / C-1406

EB

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Der Morbus Dupuytren mit Bewegungsunfähigkeit einzelner Finger wird erst im fortgeschrittenen Stadium operativ behandelt. Im Frühstadium bei Fortschreiten der Erkrankung sei jedoch die Strahlentherapie eine effektive und sichere Option. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) anlässlich einer aktuellen Studie aus Erlangen hin.

Am Anfang des Morbus Dupuytren stehen knotige Veränderungen in der Handinnenfläche. Später bilden sich feste Bindegewebsstränge, die einzelne Sehnen ummanteln. Die Streckung der Finger wird so immer mehr eingeschränkt. „Durch eine Operation können die Finger ihre Beweglichkeit zwar zurückerlangen, die Krankheit wird jedoch nicht geheilt. Wie bei jeder Operation bleiben zudem Narben zurück, die die Beweglichkeit der Hand behindern können. Viele Handchirurgen raten deshalb erst in einem späten Stadium zur Operation“, erläuterte DEGRO-Präsidentin Prof. Dr. med. Rita Engenhart-Cabillic (Universitätsklinikum Gießen und Marburg).

An der Universitätsklinik Erlangen wurden seit 1982 insgesamt 208 Hände radiologisch behandelt. Dadurch erzielten 87 Prozent der Patienten eine Stabilisierung oder sogar eine Verbesserung. Die funktionellen Ergebnisse waren umso besser, je früher die Strahlentherapie zum Einsatz kam. Das Ärzteteam aus Erlangen konnte zudem zeigen, dass die Strahlentherapie auch langfristig sicher ist.

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„Befürchtungen, dass schwere Spätschäden bis hin zum Hautkrebs auftreten können, hat die Studie widerlegt. Unter den behandelten Patienten ist es nach einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 13 Jahren niemals zu einem solchen Karzinom gekommen“, sagte Engenhart-Cabillic. Nur zwei Prozent der Patienten erlitten eine sogenannte Strahlendermatitis mit einer Rötung der Haut, die jedoch nach spätestens einem Jahr abgeklungen war. Leichte Veränderungen der Haut und des Unterhautfettgewebes beobachteten die Ärzte bei einem Drittel der Hände. Bei 23 Prozent der Patienten kam es zu einer vermehrten Hauttrockenheit, bei sieben Prozent zu einer Verdünnung der Haut, auf der erweiterte Blutgefäße sichtbar werden können. „Diese leichten Nebenwirkungen müssen jedoch vor dem Hintergrund einer Erkrankung gesehen werden, die unbehandelt die Funktion der Hand weitgehend einschränken kann“, betonte Engenhart-Cabillic.

Eine Strahlentherapie schließt auch eine spätere Operation nicht aus. Störungen der Wundheilung traten bei den in Erlangen behandelten Patienten nur selten auf. EB

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