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Man könnte meinen, es handele sich um ein typisches Beispiel des britischen Humors: Fast-Food-Restaurants sollten ihren Gästen zu ungesundem Essen gleichzeitig ein niedrigdosiertes Statin reichen. Doch der Vorschlag des Kardiologen Darrel Francis vom Imperial College in London ist keine Schnapsidee für die Stammtischrunde, sondern reine evidenzbasierte Medizin: Mit Fördergeldern der British Heart Foundation hat Francis ausgerechnet, dass die Risikominderung durch ein Statin die negativen Auswirkungen eines typischen Menüs aus Quarter Pounder (entspricht einem Hamburger Royal) und einem Milchshake mehr als neutralisieren würde.

Seine Berechnungen stützen sich auf eine Metaanalyse von sieben randomisierten kontrollierten Studien mit nahezu 43 000 Patienten zur Primärprävention der koronaren Herzkrankheit durch Statine (American Journal of Cardiology 2010; 106: 587–92). Darin betrachtet Francis die vorbeugende Statingabe als ein Mittel, um Risiken eines potenziell gefährlichen Verhaltens zu senken – nichts anderes als den Gurt im Auto oder den Filter in der Zigarette. Zudem sollten die Pharmafirmen verpflichtet werden, Statinpräparate kostenlos abzugeben. Denn der Preis von fünf Pence pro Dosis sei nicht höher als der für Ketchup oder Mayonnaise, die (in England) ja auch gratis abgegeben würden.

Dem Auftraggeber der Studie war das Ergebnis dann doch nicht recht, auch wenn der Cholesterinsenker Simvastatin in britischen Apotheken rezeptfrei abgegeben wird. Ein „McStatin“ sei keineswegs ein Antidot für die ungesunden Auswirkungen der Imbissware, heißt es in einer Pressemitteilung der British Heart Foundation.

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