ArchivDeutsches Ärzteblatt36/2010Prävalenzentwicklung von hyperkinetischen Störungen und Methylphenidatverordnungen

MEDIZIN: Originalarbeit

Prävalenzentwicklung von hyperkinetischen Störungen und Methylphenidatverordnungen

Analyse der Versichertenstichprobe AOK Hessen/KV Hessen zwischen 2000 und 2007

The Changing Prevalence of Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder and Methylphenidate Prescriptions: A Study of Data From a Random Sample of Insurees of the AOK Health Insurance Company in the German State of Hesse, 2000–2007

Dtsch Arztebl Int 2010; 107(36): 615-21; DOI: 10.3238/arztebl.2010.0615

Schubert, Ingrid; Köster, Ingrid; Lehmkuhl, Gerd

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Hintergrund: Die vorliegende Arbeit untersucht die Frage, wie sich die Prävalenz der hyperkinetischen Störung (HKS) und die Verordnungshäufigkeit von Methylphenidat von 2000 bis 2007 entwickelt haben. Die Auswertung stützt sich auf Daten einer gesetzlichen Krankenkasse.

Methoden: In einer Querschnittstudie wurden die Daten einer Zufallsstichprobe von Versicherten der AOK Hessen für den Zeitraum 2000 bis 2007 analysiert. Pro Kalenderjahr wurden 50 000 bis 63 000 Kinder/Jugendliche hinsichtlich des Behandlungsanlasses HKS (ICD-10-Diagnose F90) und Methylphenidatverordnungen (ATC N06BA04) retrospektiv beobachtet.

Ergebnisse: Über alle Altersgruppen (0–18 Jahre) betrachtet lag 2007 die HKS-Prävalenz bei 2,21 % (95-%-Konfidenzintervall [95-%-KI]: 2,09–2,34) (versus 2000: + 45 %). Für sechs- bis 18-jährige Mädchen waren die Veränderungsraten höher als für Jungen (+69 % versus +53 %). Im Jahr 2007 wurde 1,06 % (95-%-KI: 0,98–1,16) der Kinder und Jugendlichen mindestens einmal Methylphenidat verordnet (versus 2000: +96 %). Im Vergleich der beiden Jahre zeigt sich eine deutliche Verschiebung der Prävalenzen hin zu den höheren Altersgruppen sowie ein Anstieg der durchschnittlichen Zahl an Tagesdosen je Empfänger (+82 %). 2007 wurden mehr Therapien durch die Ambulanz der Kinder- und Jugendpsychiatrie initiiert als 2000.

Schlussfolgerungen: Andere europäische Länder wie zum Beispiel die Schweiz, die Niederlande oder Norwegen berichten Methylphenidatprävalenzen von ebenfalls 1 % für Kinder und Jugendliche. Als Einschränkung der vorliegenden Ergebnisse ist die Begrenzung der Studie auf eine Krankenkasse und Region zu nennen. Dennoch können die Daten als Monitoring herangezogen werden. Sie generieren Signale, beispielsweise zu den Fragen nach dem Off-label-Gebrauch sowie der Indikation in den höheren Altersgruppen.

LNSLNS

Das Verordnungsvolumen für Methylphenidat ist in Deutschland durch die Daten des Arzneimittelindex der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rungen (GKV) gut dokumentiert (1). Aus den Pro-Kopf-Angaben ist ersichtlich, dass zwar schon zu Beginn der 1990er-Jahre deutliche Steigerungsraten zu verzeichnen waren – allerdings ausgehend von einem insgesamt geringen Verordnungsvolumen. Dieses hat sich jedoch seit 1997 fast verzehnfacht und lag im Jahr 2007 bei 45,7 Millionen Tagesdosen Methylphenidat (1). Zwar kann ein Teil der Zunahme im Kontext der Empfehlungen einer Methylphenidattherapie in den ersten Leitlinien der Kinder- und Jugendpsychiatrie zur Behandlung des Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätssyndroms (ADHS) (2) interpretiert werden, doch sind Volumenzunahmen dieses Ausmaßes immer als ein Signal zu werten.

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung ist die in der Fachwelt/Öffentlichkeit geführte kritische Diskussion zum Krankheitsbild und zur Frage einer korrekten Indikationsstellung nachvollziehbar. Eine Reaktion hierauf stellen die seit dem 1. September 2009 veränderten Zulassungsbedingungen für Methylphenidat dar. Das Medikament darf jetzt nur noch verordnet werden, wenn sich andere therapeutische Maßnahmen als nicht ausreichend erwiesen haben. Außerdem ist die Behandlung unter Aufsicht eines Spezialisten für Verhaltensstörung durchzuführen. Auch im Sachverständigengutachten 2009 wurde das Störungsbild der hyperkinetischen Störung (HKS) ausführlich thematisiert, unter anderem mit Blick auf eine noch unzureichende Umsetzung multimodaler Therapieansätze.

Dabei wird weiterer multidisziplinärer Forschungsbedarf hinsichtlich der Ätiologie der Störung sowie der Entwicklung präventiver Maßnahmen konstatiert (3). Für eine kritische Bewertung der Entwicklung sind epidemiologische Daten zur Häufigkeit der HKS/ADHS sowie zur Behandlung von Patienten mit diesen Störungen notwendig. Ausgehend von eigenen früheren Arbeiten zu dieser Thematik (4, 5) nehmen die Autoren in der aktuellen Untersuchung für das Jahr 2007 eine Schätzung vor:

  • zur Häufigkeit des Behandlungsanlasses aufgrund einer HKS
  • zum Anteil der mit Methylphenidat behandelten Kinder und Jugendlichen.

Die Ergebnisse werden denen des Jahres 2000 gegenübergestellt. Von Interesse sind alters- und geschlechtsspezifische Veränderungsraten sowie die Entwicklung hinsichtlich der Pro-Kopf-Verordnungsmenge.

Material und Methoden

Datenbasis und Studienpopulation

Als Datenbasis diente die Versichertenstichprobe AOK Hessen/KV Hessen, eine 18,75-%-Zufallsstichprobe aus Versicherten der AOK Hessen; Austritte der Versicherten wurden durch Nachziehungen kompensiert (konstanter Auswahlsatz). Die Stichprobe wird seit dem 1. 1. 1998 beobachtet. Pro Kalenderjahr stehen Daten von 270 000 bis 330 000 Versicherten (50 000 bis 63 000 Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren) über den Verlauf des gesamten Jahres zur Verfügung.

Rund ein Viertel (27 %) der Bevölkerung in Hessen war im Jahr 2007 bei der AOK versichert. Der Anteil der unter 19-Jährigen in der Stichprobe lag je nach Kalenderjahr zwischen 18,4 % und 19,6 % und damit in vergleichbarer Höhe und Geschlechtsverteilung wie der Anteil der Jugendlichen in Hessen (18,5 %; Jungen 51 %; Mädchen 49 %).

Die Daten der Versichertenstichprobe stehen personenbezogen pseudonymisiert zur Verfügung, das heißt, die Daten eines Versicherten können über alle Erhebungszeiträume diesem zugeordnet werden, ohne dass die konkrete Person zu identifizieren ist. Bei der vorliegenden Untersuchung wurden folgende Angaben herangezogen:

  • Versichertenstammdaten (unter anderem Alter, Geschlecht)
  • ambulante ärztliche Diagnosen (quartalsbezogen)
  • Verordnungsdaten (Pharmazentralnummer, Verordnungsdatum) mit Angabe zur verordnenden Arztgruppe.

Die Datenbasis ist an anderer Stelle ausführlich beschrieben worden (6).

Identifikation der Patienten

Ein Behandlungsanlass wegen HKS/ADHS wurde dann angenommen, wenn der Patient eine ambulante und/oder stationäre Diagnose mit der Kodierung ICD-10 F90 aufwies. Verdachts- und Ausschlussdiagnosen wurden nicht berücksichtigt. In die Schätzung der Behandlungsprävalenz mit Methylphenidat wurden alle Versicherten einbezogen, denen im jeweiligen Beobachtungsjahr mindestens einmal Methylphenidat verordnet worden war. Die Verschreibung von Methylphenidat wurde in einer projekteigenen Arzneimitteldatenbank anhand der Anatomisch-Therapeutisch-Chemischen Klassifikation (ATC) N06BA04 identifiziert. Die Verordnungsmenge wurde über die Anzahl der verordneten Tagesdosen erhoben. Eine definierte Tagesdosis (DDD) entspricht nach internationaler Festlegung 30 mg (e1).

Statistik und Literaturrecherche

Die Daten wurden abgelegt in einer Datenbank (MS-SQL-Server 2008 unter Windows Server 2003) und wurden mit SQL und dem Statistischen Programmpaket SAS for Windows Release 9.2 ausgewertet.

Häufigkeitsschätzungen werden in Prozent angegeben. Zur Berechnung von 95-%-Konfidenzintervallen (95-%-KI) für Anteile wurden Wilsons-Score-Intervalle verwendet (e2). Die Veränderungen in den Prävalenzen zwischen 2000 und 2007 werden als relative Veränderungsrate angegeben: So wiesen zum Beispiel die Fünf- bis Neunjährigen im Jahr 2000 eine HKS-Prävalenz von 1,66 % (= x %) auf, im Jahr 2009 von 3,35 % (= y %). Die Veränderung wurde berechnet als [y/x mal 100] – 100; das Ergebnis wurde auf die volle Stelle aufgerundet.

Für einen Vergleich der eigenen Untersuchungsergebnisse mit anderen Studien erfolgte eine selektive Literaturrecherche (Medline; krankenkassenspezifische Reporte) bis Juli 2009. Berücksichtigt wurden Studien, die ebenfalls auf Rezeptdaten zurückgreifen und deren Untersuchungszeitraum in den Jahren 2000 bis 2007 lag.

Ergebnisse

Über alle Altersgruppen betrachtet wiesen im Jahr 2007 2,21 % (95-%-KI: 2,09–2,34) der Kinder und Jugendlichen im Alter bis 18 Jahre einen Behandlungsanlass mit der Diagnose HKS auf (Jungen: 3,39 %, 95-%-KI: 3,18–3,63; Mädchen: 0,97 %, 95-%-KI: 0,86–1,11) (Tabelle 1 gif ppt). Das Verhältnis Mädchen zu Jungen betrug 1 zu 3,5. Im Erwachsenenalter kommt die Diagnose noch relativ selten vor (2007: unter 0,1 % bei den über 18-Jährigen; Daten nicht dargestellt). Im Vergleich zu 2000 wurde die Diagnose HKS in 2007 knapp 1,5-fach häufiger als Behandlungsanlass kodiert. Bezogen auf Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 18 Jahren, zeigte sich bei den Jungen eine Veränderungsrate von +53 %, bei den gleichaltrigen Mädchen von +69 % (Daten nicht dargestellt). Der höchste Anstieg (+297 %) erwies sich in der Altersgruppe der 15- bis 18-Jährigen.

Im Jahr 2007 wurde 1,06 % (95-%-KI: 0,98–1,16) der Kinder und Jugendlichen (bis 18 Jahre) mindestens einmal Methylphenidat verordnet. Hier lag das Verhältnis Mädchen zu Jungen bei 1 zu 4,4. Zwar waren bis zum fünften Lebensjahr bei einigen Kindern Behandlungsanlässe mit einer HKS-Diagnose dokumentiert, doch wurde in dieser Altersgruppe kein Methylphenidat verordnet. Diese Verordnungen beginnen erst mit dem Einschulungsalter. Die höchste Behandlungsprävalenz weist die Gruppe der 10- bis 14-Jährigen auf (Tabelle 2 gif ppt). Im Vergleich zum Jahr 2000 hat sich die Behandlungsprävalenz insgesamt knapp verdoppelt. In der Altergruppe der 15- bis 18-Jährigen, allerdings ausgehend von einem niedrigen Niveau in 2000, hat sie sich mehr als verfünffacht. Betrachtet man wieder zusammenfassend die Altersgruppe der 6- bis 18-Jährigen, so lag bei den Jungen die Prävalenz der Methylphenidatverschreibungen im Jahr 2000 bei 1,23 % (95-%-KI: 1,10–1,38), in 2007 bei 2,22 % (95-%-KI: 2,03–2,44; +80,5 %). Bei den Mädchen dieser Altersgruppe erfolgte im selben Zeitraum ein überproportionaler Anstieg von 0,18 % (95-%-KI: 0,14–0,26) im Jahr 2000 auf 0,52 % (95-%-KI: 0,43–0,64) im Jahr 2007 (+188,9 %) (Daten nicht dargestellt).

Die Grafik (gif ppt) zur Prävalenz der hyperkinetischen Störung und Methylphenidatverordnungen nach Alter im Vergleich der Jahre 2000 und 2007 verdeutlicht die Verschiebung sowohl der Diagnosestellung als auch – und dies noch ausgeprägter – der Verordnung von Methylphenidat bis in das Jugendalter hinein. Das mittlere Alter der Methylphenidatempfänger (bis 18 Jahre) ist von 10,3 Jahren (2000) auf 11,9 Jahre (2007) gestiegen. Mit anderen Worten: Es wurden im Jahr 2007 vermehrt Adoleszente und junge Erwachsene medikamentös behandelt.

Die Zusammenschau von Behandlungsprävalenz mit Methylphenidat und durchschnittlicher Zahl an verordneten Tagesdosen für die Gruppe der 6- bis 18-Jährigen zeigt, dass im Beobachtungszeitraum 2000 bis 2007 die Zahl der verordneten Tagesdosen um 252 % angestiegen ist (Tabelle 3 gif ppt). Aus der Darstellung ist erkennbar, dass dies nicht nur auf eine größere Zahl an Empfängern zurückzuführen ist (+93 %), sondern dass im Laufe der Jahre auch die durchschnittliche Anzahl an Tagesdosen je Empfänger deutlich anstieg. Sie lag im Jahr 2000 bei 114 durchschnittlichen Tagesdosen (DDD), im Jahr 2007 bei 208 DDD (+82 %). Ein Anstieg war in allen Altersgruppen zu beobachten. Im Vergleich zu Verordnungsmustern in den Jahren 1999 und 2000 (7) zeigt sich, dass der Anteil der Kinder und Jugendlichen mit einer Einmalverordnung leicht zugenommen hatte (von 15,5 % auf 17,4 % im Jahr 2007). Zwar erhielten auch früher gut die Hälfte der Kinder (52 %) im ersten Behandlungsjahr Methylphenidatverordnungen über einen längeren Zeitraum (> 280 Tage), die Verordnungsmenge reichte jedoch nur bei 8 % für eine kontinuierliche Behandlung mit einer DDD pro Tag. Im Jahr 2007 stieg dieser Anteil auf 16 %. Mehr als 400 DDD erhielten 14,4 % der 6- bis 18-jährigen Methylphenidatempfänger im Jahr 2007, mehr als 730 DDD 1,5 %. Letzteres bedeutet rechnerisch eine Behandlung mit 60 mg täglich im Jahr 2007.

Die Rolle der verordnenden Ärzte hat sich zwischen 2000 und 2007 dahingehend geändert, dass Kinderärzte weniger häufig eine Erstverordnung initiieren (48,2 % versus 37,7 % der Therapiebeginner). Ähnliches gilt für Allgemeinärzte (12,8 % versus 10,8 %). Der Anteil der Erstverordnungen, die durch einen Kinder- und Jugendpsychiater beziehungsweise Psychiater und durch Ambulanzen an Polikliniken und Krankenhäusern veranlasst wurden, hat sich im Vergleich der beiden Jahre nicht verändert (30,5 % versus 31,1 % beziehungsweise 6,4 % versus 6,6 %). Demgegenüber hat die Therapieeinleitung durch Ambulanzen der Kinder- und Jugendpsychiatrie deutlich (3,5 % versus 12,3 %) zugenommen.

Diskussion

Die Untersuchung erfolgte auf der Basis von Routinedaten und zeigt sowohl die zeitliche Entwicklung der HKS-Prävalenz als auch die Verordnungsprävalenz mit Methylphenidat. Es wird ersichtlich, dass nicht jeder Behandlungsanlass zu einer Verordnung führt und dass vor allem keine Off-label-Behandlung bei Kindern unter sechs Jahren erfolgt. Die Datenbasis erlaubt eine Untersuchung ohne Verzerrung durch eine Selektion der Befragten (wie zum Beispiel bei praxis- oder krankenhausbezogenen Erhebungen), ohne Erinnerungsverzerrungen und Antwortverweigerung. Limitationen sind, dass die Analysen auf den Daten einer Kassenart und einer Region beruhen. So liegen die Behandlungsprävalenzen der eigenen Studie mit 1,1 % (2007) deutlich unter denen der GEK-Versicherten mit bundesweit 1,7 % (8). Ob die Gründe hierfür auf Seiten der Versicherten liegen, weil diese zum Beispiel gut über Therapiemöglichkeiten informiert sind, oder auf Seiten der Behandler (Hessen liegt im Verordnungsvolumen insgesamt unter dem Bundesdurchschnitt), darüber kann man hier nur spekulieren. Die Prävalenzschätzung der Methylphenidatbehandlung beruht nur auf den durch die GKV erstatteten Verordnungen und ist somit eine konservative Schätzung, da Privatverordnungen oder auch Arzneimittelmuster nicht erfasst sind. So haben Bessou et al. (9) in einer Analyse aller in Kölner Apotheken eingelösten Rezepte festgestellt, dass der Anteil an Privatrezepten höher lag als aufgrund des Anteils Privatversicherter zu erwarten war. Es sind, wie bei allen Studien auf der Basis von Routinedaten, keine Aussagen möglich, ob die Indikationsstellung korrekt erfolgte und ob die Arzneimittel auch tatsächlich eingenommen wurden.

Ein Vergleich mit Prävalenzschätzungen, die auf einem anderen methodischen Studiendesign beruhen, ist nur eingeschränkt möglich, weil andere Kriterien für die Definition der Erkrankung und andere Zeiträume für die Prävalenzschätzung angegeben werden. So liegt die im Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS) ermittelte Lebenszeitprävalenz für ADHS mit 4,8 % der Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen 3 und 17 Jahren entsprechend höher als die von den Autoren ermittelten 12-Monats-Prävalenzen (10). Schlander und Mitarbeiter (2007) haben ebenfalls auf der Basis von Krankenkassendaten aus Nordbaden für das Jahr 2003 die 12-Monats-Prävalenz für HKS, für die die ICD-10 Diagnose F90.0 herangezogen wurde, erhoben und in Bezug auf das siebte bis zwölfte Lebensjahr bei den Jungen mit 7,2 %, bei den Mädchen mit 2,7 % ausgewiesen (11). In der eigenen Untersuchung lag die administrative Behandlungsprävalenz für HKS (F90) für das Jahr 2003 in der Altersgruppe der 7- bis 12-Jährigen mit 3,8 % niedriger (Jungen: 5,8 %, Mädchen: 1,7 %). Wie bereits auf der Basis anderer Krankenkassendaten dargestellt, ist mit regionalen Behandlungsvarianzen zu rechnen (e3). Im Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS), der ADHS mittels standardisierter Instrumente erfasste, wurden bei den 7- bis 10-Jährigen ADHS-Häufigkeiten mit 3,5 % in ähnlicher Größenordnung berichtet wie in der vorliegenden Studie (12). Leider liegen für die vorgenannten Untersuchungen keine Angaben zur Behandlungsprävalenz mit Methylphenidat oder anderen Stimulanzien vor.

Die auf der Basis der Versichertenstichprobe AOK Hessen/KV Hessen für das Jahr 2007 ermittelte Behandlungsprävalenz mit Methylphenidat ist, wie der Vergleich mit 2000 zeigt und auch aufgrund der bundesweiten Zunahme der Verordnungszahlen zu erwarten war, deutlich gestiegen. Sie liegt jedoch noch unter den für die USA, Island oder Israel mitgeteilten Prävalenzen (Tabelle 4 gif ppt). Die Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Methylphenidat wird in vielen Ländern untersucht und fast überall als ein relevantes Public-Health-Problem beschrieben (Ausnahme: Frankreich). Während Daten aus Deutschland und auch aus einigen anderen europäischen Ländern auf eine deutliche Zunahme seit Mitte der 1990er-Jahre hinweisen, konnten Zuvekas et al. dies für die USA nicht zeigen; dort änderte sich der Stimulanziengebrauch zwischen 1997 und 2002 nicht signifikant (13). Der Verbrauch von Methylphenidat liegt allerdings deutlich höher als in vielen anderen Ländern. Europäische Länder wie zum Beispiel die Schweiz (14), die Niederlande (15) oder Norwegen (16) berichten – basierend auf einer Datenquelle, die der Datenbasis der vorliegenden Studie vergleichbar ist – von Behandlungsprävalenzen mit Methylphenidat für Kinder und Jugendliche um 1 %. Eine auffallend niedrige Rate weist eine Studie aus Frankreich (21) aus. Die Autoren diskutieren zwar eine mögliche Unterdiagnostik als Ursache, allerdings nicht den vorhandenen Schichtbias bei der von ihnen untersuchten überwiegend akademischen Klientel.

Die Verlaufsdaten der vorliegenden Studie dokumentieren neben der Zunahme der mit HKS kodierten Behandlungsanlässe zwei bemerkenswerte Trends:

  • eine Erhöhung der durchschnittlichen Tagesdosen
  • eine steigende Verordnungshäufigkeit von Methylphenidat im Jugendalter.

Die eigene Analyse zeigt, dass im Vergleich zum Jahr 2000 die kontinuierlichen, längerfristigen Therapien zunehmen. In einer früheren Studie konnten die Autoren darstellen, dass nur ein geringer Anteil der Patienten mit einer empfohlenen Tagesdosis über einen längeren Zeitraum behandelt wurde (7). Möglicherweise findet hier inzwischen eine Annäherung an die international anerkannten Therapiestandards statt (siehe auch Therapieempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie 2007 [2]). Allerdings muss auch kritisch überprüft werden, ob und in welchem Ausmaß die empfohlenen Tagesdosen überschritten werden (8). In diesem Zusammenhang ist besonders darauf hinzuweisen, dass die in den Leitlinien als notwendig erachtete multimodale Behandlung, das heißt die Integration sowohl psychopharmakologischer als auch psychotherapeutischer Interventionen, in der Praxis noch nicht ausreichend umgesetzt wird (3, 23). Die Frage, ob sich durch die Zulassungseinschränkungen diese Situation verbessert, kann und sollte mittels eines Monitorings der Prävalenzen, Therapien und verordnenden Arztgruppen auf Basis von Routinedaten untersucht werden. Die Analysen sind auch signalgenerierend – hier beispielsweise zu der Frage, ob die jetzt zu beobachtende Verordnung von Methylphenidat in höheren Altersgruppen mit einem nicht indikationsgerechten Einsatz (zum Beispiel kognitive Leistungssteigerung; Stichwort Neuro-Enhancement) verbunden sein könnte. Hierzu würde auch eine Erweiterung des Indikationsspektrums auf aggressive und dissoziale Symptome gehören. Entsprechende Hinweise finden sich in der Verordnungspraxis von atypischen Neuroleptika (24, e4, e5). Darüber hinaus wird deutlich, dass der Thematik HKS im Erwachsenenalter künftig mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte (25) und für den Off-label-Einsatz bei indizierter Behandlung junger Erwachsener über 18 Jahre eine Lösung gefunden werden muss.

Interessenkonflikt

PMV forschungsgruppe hat Projektförderung von Krankenkassen, Stiftungen und pharmazeutischen Firmen (Sanofi-Aventis, Novo-Nordisk, Lilly, Sanofi-Pasteur-MSD, Bayer-Schering, Merz, Janssen-Cilag, Abbott) erhalten. Dr. Ingrid Schubert und Ingrid Köster haben keine persönlichen Honorare bekommen.

Prof. Dr. Gerd Lehmkuhl hat Forschungsgelder von Lilly Deutschland GmbH und Bristol-Myers Squibb erhalten; er ist Mitglied des Eli Lilly Strattera Advisory Boards.

Manuskriptdaten
eingereicht: 21. 9. 2009, revidierte Fassung angenommen: 26. 11. 2009

Anschrift für die Verfasser
Dr. Ingrid Schubert
PMV forschungsgruppe an der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und
Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters der Universität zu Köln
50931 Köln
E-Mail: ingrid.schubert@uk-koeln.de

Summary

The Changing Prevalence of Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder and Methylphenidate Prescriptions: A Study of Data From a Random Sample of Insurees of the AOK Health Insurance Company in the German State of Hesse, 2000–2007

Background: The goal of this study is to assess changes in the prevalence of attention-deficit/hyperactivity disorder (ADHD) and methylphenidate prescriptions over the period 2000 to 2007 on the basis of data from a German statutory health insurance carrier.

Methods: In a cross-sectional study, we analyzed data from a random sample of insurees of the AOK health insurance company in the German state of Hesse for the years 2000 to 2007. Per calender year, 50 000 to 63 000 children and adolescents were retrospectively observed with respect to the documentation of ADHD diagnosis (ICD-10 diagnosis F90) and the prescribing of methylphenidate (ATC: N06BA04).

Results: In 2007, the overall prevalence of ADHD in all age groups (0–18 years) was 2.21% (95% CI: 2.09–2.34). This figure was 45% greater than the corresponding figure for the year 2000. The prevalence increased by a larger amount among girls aged 6 to 18 years than among boys in the same age group (+69% vs. +53%). In 2007, 1.06% (95% CI: 0.98–1.16) of the children/adolescents received at least one prescription for methylphenidate; this was a 96% increase over the prescription rate for 2000. A comparison of the two years 2000 and 2007 reveals a clear prevalence shift towards the older age groups, as well as an 82% increase in the average number of daily doses per recipient. Outpatient departments of child and adolescent psychiatry initiated more treatments in 2007 than in 2000.

Conclusion: The 1% prevalence of methylphenidate use among children and adolescents that was found in this study is the same as that reported in other European countries, such as Switzerland, the Netherlands, and Norway. A drawback of our study is its limitation to a single insurance carrier in a single region. Nonetheless, data of this type are useful for monitoring. The findings suggest further issues worth studying, e.g., off-label use or the indications for treatment in older age groups.

Zitierweise: Dtsch Arztebl Int 2010; 107(36): 615–21

@Mit „e“ gekennzeichnete Literatur:
www.aerzteblatt.de/lit1036

The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de

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    Dietrich, Karsten
  • Dammbruch flussaufwärts
    Dtsch Arztebl Int 2010; 107(51-52): 918-9; DOI: 10.3238/arztebl.2010.0918b
    Börner, Joachim
  • Unkritische Verordnung
    Dtsch Arztebl Int 2010; 107(51-52): 919; DOI: 10.3238/arztebl.2010.0919a
  • Schlusswort
    Dtsch Arztebl Int 2010; 107(51-52): 919-20; DOI: 10.3238/arztebl.2010.0919b
    Schubert, Ingrid

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