ArchivDeutsches Ärzteblatt36/2010Patientenverfügung: Viel zu tun
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Als Hausarzt erfahre ich zunehmend . . . wie dankbar die Patienten sind, wenn ich das Thema Patientenverfügung aktiv anspreche und Material und Beratung anbiete „für Gottes Lohn“: Es kommt ja niemand auf die Idee, diese zeitaufwendige, sinnvolle und letztlich immens kostensparende Tätigkeit zu honorieren . . . Auf der anderen Seite erlebe ich, wie hilflos und sinnlos austherapierte Patienten („Tumor explodiert“) meist noch stationär weiterbehandelt werden und sich sowohl Arzt und Patient mit falschen Hoffnungen betrügen; verbunden mit einer enormen Ressourcenverschwendung, die zudem die verbleibende Lebenszeit weder verbessert noch wirklich verlängert. Ich spreche hier nicht von einer fachgerechten palliativen Behandlung, die im besten Fall das letzte Leben und Sterben zu Hause ermöglicht.

Von zwölf Studentinnen meines Kurses in der Allgemeinmedizin erwähnte nur eine die Möglichkeit, in einem entsprechend angebotenen Fall nach einer Patientenverfügung zu fragen; die anderen hatten die Sorge, sich strafbar zu machen, wenn sie nicht alles Mögliche täten und waren erstaunt, dass sich der Schuh umdreht, wenn sie nicht nach einer Verfügung fragen und trotzdem weiter behandeln. Es gibt viel zu tun, den Tod als Teil des Lebens in einer praktischen Sterbekultur auch in die Medizin zu integrieren.

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Dr. med. Hans-Ulrich Sappok, 40549 Düsseldorf

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