ArchivDeutsches Ärzteblatt36/2010Randnotiz: Wieder nicht verantwortlich

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Randnotiz: Wieder nicht verantwortlich

Dtsch Arztebl 2010; 107(36): A-1659 / B-1471 / C-1451

Zylka-Menhorn, Vera

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Mit Verantwortung ist es so eine
Sache. Jeder sieht und beklagt Missstände, aber immer weniger Menschen fühlen sich verantwortlich, Dinge zu ändern oder aktiv einzugreifen. Man sollte meinen, dass dieses Phänomen einer ziemlich egomanischen Gesellschaft auf das Umfeld beschränkt bleibt. Doch weit gefehlt. Verantwortungslosigkeit findet sich auch in einem Bereich, den die Mehrzahl der Deutschen als ihr höchstes Gut bezeichnen: die Gesundheit.

Nach einer repräsentativen Studie des Wissenschaftlichen Instituts der Techniker-Krankenkasse für Nutzen und Effizienz im Gesundheitswesen (WINEG) sieht jeder dritte Erwachsene in Deutschland die Verantwortung für seine Gesundheit eher bei anderen als bei sich selbst. Männer sehen sich dabei noch deutlich weniger in der Pflicht als Frauen: Vom „starken Geschlecht“ vertraut fast jeder Zweite lieber auf die Ratschläge und Hilfe anderer, unter den Frauen dagegen nur jede Vierte.

Beunruhigend ist, dass vor allem junge Menschen (18 bis 30 Jahre) eher auf andere vertrauen, anstatt selbst Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen. Auch ob Beschwerden wieder verschwinden, erachten viele Menschen als eine Frage des Schicksals. So schreibt es mehr als jeder Vierte (28 Prozent) Glück oder Pech zu, ob er im Krankheitsfall wieder gesund wird.

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Für die Behandler sind dies ernüchternde Zahlen, da bei vielen Diagnosen die Mitarbeit des Patienten für den Therapieerfolg ausschlaggebend ist. Die Konsequenz: Es bedarf wohl gerade bei chronisch Kranken noch mehr Aufklärung darüber, welche Folgen eine mangelnde Mitarbeit für den Einzelnen haben kann.

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