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Risiko­struk­tur­aus­gleich: Weniger Geld für die Behandlung von Kindern mit ADHS ab 2011

PP 9, Ausgabe September 2010, Seite 388

Meißner, Marc

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Die Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) wird ab 2011 nicht mehr zu den für den morbiditätsorientierten Risiko­struk­tur­aus­gleich (Morbi-RSA) relevanten Krankheiten gehören, wie der aktuelle Morbi-RSA-Katalog des Bundesversicherungsamts zeigt. „Mit dieser Entscheidung stehen sämtliche innovativen Modelle und Verträge für eine bessere Behandlung von ADHS-Kindern auf der Kippe“, kritisiert Prof. Dr. Rainer Richter, Präsident der Bundes­psycho­therapeuten­kammer (BPtK).

Foto: Fotolia
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Grund für die Streichung von ADHS aus dem Morbi-RSA-Katalog sind zu geringe durchschnittliche Behandlungskosten. Erst wenn diese das 1,5-Fache der durchschnittlichen Ausgaben für einen Versicherten der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung überschreiten, wird eine Erkrankung in den Katalog aufgenommen. ADHS lag unter dem Schwellenwert, was nach Meinung der BPtK auf die grundsätzlich geringeren Behandlungskosten von Kindern und Jugendlichen zurückzuführen sei. Für Richter „ein gesetzgeberischer Fehler“, der zu einer grundsätzlichen Benachteiligung von Erkrankungen führt, die nur in Kindheit und Jugend auftreten. „Das muss im Rahmen der jetzigen Gesundheitsreform dringend korrigiert werden“, fordert er.

Krankenkassen erhalten für Versicherte mit einer Morbi-RSA relevanten Erkrankung zusätzliche Mittel aus dem Gesundheitsfonds, um die überdurchschnittlichen Behandlungskosten zu decken. Für ADHS beträgt die entsprechende Pauschale zurzeit noch 1 335 Euro jährlich. Ab 2011 bekommen die Kassen stattdessen nur einen krankheitsunabhängigen Betrag. Für einen Sechsjährigen mit ADHS liegt dieser bei 1 052 Euro – gut 20 Prozent unter der jetzigen Pauschale. mei

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