ArchivDeutsches Ärzteblatt PP9/2010Entstigmatisierung: Kontakt zu psychisch Kranken sehr wirkungsvoll

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Entstigmatisierung: Kontakt zu psychisch Kranken sehr wirkungsvoll

PP 9, Ausgabe September 2010, Seite 389

Bühring, Petra

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Psychische Erkrankungen sind immer noch mit Diskriminierung und Stigmatisierung verbunden. Das wirkt sich negativ auf die Lebensqualität der Betroffenen aus, verschlechtert den Krankheitsverlauf und steht einer effektiven Früherkennung und erfolgreichen Behandlung im Weg. Das Aktionsbündnis für seelische Gesundheit, unter der Leitung von Prof. Dr. Wolfgang Gaebel, Düsseldorf, hat jetzt eine Studie vorgelegt, die die Wirksamkeit von Maßnahmen zur Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen untersucht hat. Danach sind Interventionen vor allem dann wirksam, wenn bei Informations- und Öffentlichkeitskampagnen ein direkter Kontakt zu psychisch Kranken hergestellt wird. Dieser sollte möglichst interaktiv gestaltet werden. Sinnvoll ist dabei die Vermittlung von Wissen über die Ursachen seelischer Erkrankungen. Allerdings können rein biogenetische Erklärungsmodelle dazu führen, dass die Angst verstärkt und der Wunsch nach sozialer Distanz erhöht wird.

Bestimmte Interventionen können auch kontraproduktiv wirken, fanden die Autoren der Studie heraus: So lösen Filme, die psychisch Kranke besonders drastisch und befremdlich darstellen und die subjektive Perspektive psychotischen Erlebens in den Vordergrund stellen, eher Angst aus. Als besonders gut adressierbare Zielgruppe für Antistigma-Maßnahmen erweisen sich Schüler und Studenten, weil sie in ihren Einstellungen noch wenig festgelegt sind. Auch das Gesundheitspersonal scheint leicht erreichbar zu sein. pb

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