MEDIZIN: Übersichtsarbeit

Bedeutung von Vitamin D in der Krebsprävention

Konflikt zwischen UV-Schutz und Anhebung niedriger Vitamin-D-Spiegel?

The Role of Vitamin D in Cancer Prevention—Does UV Protection Conflict With the Need to Raise Low Levels of Vitamin D?

Dtsch Arztebl Int 2010; 107(37): 638-43; DOI: 10.3238/arztebl.2010.0638

Zeeb, Hajo; Greinert, Rüdiger

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Einleitung: Das lebensnotwendige Vitamin D wird zum einen mit der Nahrung aufgenommen, zum anderen induziert ultraviolette(UV)-Strahlung die körpereigene Synthese. UV-Strahlung wiederum ist einerseits für steigende Hautkrebszahlen verantwortlich, andererseits werden krebsprotektive Effekte infolge der durch UV-Licht ausgelösten Vitamin-D-Synthese in der Haut diskutiert. Dieser Beitrag fasst Daten zur Bedeutung von Vitamin D bei Krebserkrankungen sowie zum Vitamin-D-Status in der Bevölkerung zusammen und erörtert, ob Empfehlungen zum UV-Schutz abzuändern sind.

Methoden: Eine systematische Literaturübersicht zu Vitamin D und Krebs der International Agency for Research on Cancer (IARC) aus 2008 wird durch selektiv recherchierte Publikationen zu Vitamin D, UV und Hautkrebs ergänzt. Aktuelle Empfehlungen zur Vitamin-D-Aufnahme werden systematisch referiert.

Ergebnisse: Ein inverser Zusammenhang zwischen dem Vitamin-D-Status und einem Risiko für Dickdarmtumoren und -adenomen wurde gefunden. Für Brustkrebs sind diese Zusammenhänge weniger deutlich. Höhere Vitamin-D-Spiegel werden in vielen Studien mit einer niedrigeren Gesamtmortalität assoziiert. Bezüglich optimaler Vitamin-D-Spiegel werden oftmals Werte ≥ 50 nmol/L beziehungsweise 20 ng/mL genannt. Einzelne Autoren favorisieren höhere Serumspiegel. Kurzzeitige UV-Expositionen sind zumeist ausreichend für die Vitamin-D-Produktion.

Schlussfolgerungen: Krebsprotektive Effekte von Vitamin D müssen weiter erforscht werden. Kurze tägliche UV-Expositionen stimulieren die Vitamin-D-Produktion bei vernachlässigbarer Hautschädigung. Eine Erhöhung des Vitamin-D-Spiegels durch verlängerte solare UV-Exposition (> 15 min täglich) oder Solarien ist wegen des Hautkrebsrisikos nicht empfehlenswert. Alternativ ist die orale Einnahme von Vitamin D zu erwägen, besonders für Risikokollektive wie ältere Menschen und bestimmte Migrantengruppen.

Vitamin D ist ein lebensnotwendiges Vitamin, dessen Synthese in der Haut durch ultraviolette Strahlung initiiert wird. Zudem ist Vitamin D in bestimmten Nahrungsmitteln, zum Beispiel in Fisch oder Eiern, enthalten. In der Regel beeinflusst die übliche Nahrungsaufnahme den Vitamin-D-Spiegel, gemessen als 25-Hydroxy-Vitamin-D im Serum, nur mäßig (1, 2) (eKasten 1 gif ppt).

In den letzten Jahren wurden neben den bekannten positiven Wirkungen des Vitamin D für den Knochenaufbau und das neuromuskuläre System vermehrt präventive Effekte in Bezug auf chronische Erkrankungen, insbesondere Krebs, diskutiert. Antiproliferative Wirkungen sowie Einflüsse auf die Zelldifferenzierung und Angiogenese werden unter anderem als Mechanismen diskutiert und aktuell intensiv erforscht (3). Für bestimmte Krebserkrankungen wie Darm- (4) und Brustkrebs (5) mehren sich Hinweise aus epidemiologischen Beobachtungsstudien, dass hohe Vitamin-D-Spiegel protektiv wirken können. Allerdings gibt es neben der Frage, wie gesichert diese Effekte sind, wissenschaftlich derzeit keine Einigkeit über den optimalen Vitamin-D-Gehalt im Serum, der solche schützenden Wirkungen vermitteln würde. Zudem bestehen Kontroversen über die Wege, wie in der breiten Bevölkerung ein ausreichender Vitamin-D-Spiegel zu erreichen ist.

Sonnenlicht ist einerseits die Haupt-UV-Quelle für die Photosynthese von Vitamin D beim Menschen, andererseits auch der zentrale Risikofaktor für nichtmelanozytären und melanozytären Hautkrebs (6). Allein in Deutschland erkranken jährlich, laut Daten des Krebsregisters Schleswig-Holstein für das Jahr 2002 (7), schätzungsweise 140 000 Menschen neu an Basalzellkarzinom, Plattenepithelkarzinom und malignem Melanom. Hohe und teilweise steigende Inzidenzen für diese malignen Erkrankungen wurden als Public-Health-Problem in vielen Ländern mit einem großen Anteil hellhäutiger Menschen in der Bevölkerung identifiziert. Diese Entwicklung hat zu vielfältigen Empfehlungen geführt, unter anderem durch die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO), die International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection (ICNIRP) und die European Society of Skin Cancer Prevention (EUROSKIN), sowie zu Kampagnen, zum Beispiel durch die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) und die Deutsche Krebshilfe (DKH). Diesen Empfehlungen zufolge soll der UV-Schutz so beschaffen sein, dass eine ausreichende Vitamin-D-Bildung nicht gefährdet wird. Es wird nicht empfohlen, sich der UV-Strahlung übermäßig auszusetzen, um einen höheren Vitamin-D-Spiegel zu erreichen. Dies gilt sowohl für solare als auch für künstliche UV-Strahlung in Solarien.

Dieser Beitrag gibt eine Übersicht über epidemiologische Daten zum Vitamin-D-Status und referiert Studien zum Zusammenhang zwischen Vitamin D und Krebs sowie internationale Empfehlungen zur täglichen Vitamin-D-Aufnahme. Unter Berücksichtigung der hautkarzinogenen Wirkung von UV-Strahlung werden Alternativen, einen ausreichenden Vitamin-D-Spiegel zu erreichen, kritisch diskutiert.

Methoden

Wesentliche Ergebnisse der vor kurzem erschienenen ausführlichen Dokumentation und systematischen Übersicht zu Vitamin D und Krebs der International Agency for Research on Cancer (IARC) (6) wurden von den Autoren durch eine selektive Literaturrecherche in PubMed ergänzt. Hierzu wurden Publikationen zu den Themen Ätiologie und Prävention chronischer Erkrankungen durch Vitamin D, Serum-Vitamin-D-Spiegel in der Allgemeinbevölkerung sowie zu UV und Hautkrebs gesucht, die zwischen den Jahren 2000 und 2009 veröffentlicht worden sind. Als Schlüsselwörter wurden Kombinationen von „Vitamin D“, „cholecalciferol“, „ultraviolet light“, „sunlight“, „cancer“, „skin cancer“, „prevention“ genutzt. Bezüglich internationaler Empfehlungen zur Vitamin-D-Aufnahme wurden eine systematische Recherche auf den Webseiten entsprechender Fachgesellschaften durchgeführt und Querverweise aus vorhandenen Literaturquellen genutzt.

Ergebnisse

Vitamin-D-Spiegel in der Bevölkerung

Bevölkerungsbezogene Daten zum Vitamin-D-Status liegen international aus einer großen Zahl von epidemiologischen Studien vor. In europäischen Ländern fanden sich Hinweise auf einen Vitamin-D-Mangel nicht nur in bekannten Risikogruppen wie ältere Menschen (8) oder Personen mit Migrationshintergrund, darunter dunkelhäutige Menschen beziehungsweise Menschen, die aus religiösen Gründen ihre Haut weitgehend bedecken (9). Auch in der normalen Erwachsenenbevölkerung mittleren Alters ist Vitamin-D-Mangel (25[OH]Vitamin D < 50 nmol/L) und -Defizienz (25[OH]Vitamin D < 25 nmol/L) häufig (10). Personen, die sich im Sommer häufig der Sonne aussetzen, können Werte um 120 nmol/L erreichen, die im Verlauf des Winters deutlich abfallen (11). Unterschiede bei Messmethoden durch fehlende Standardisierung und bei der Definition von normalen beziehungsweise niedrigen Serumspiegeln erschweren oft die Vergleichbarkeit von Studien zum Vitamin-D-Status.

Daten des Bundesgesundheitssurveys aus dem Jahr 1998 zeigen, dass über 50 % der Teilnehmerinnen und Teilnehmer Werte unter 50 nmol/L aufwiesen (58 % Männer, 57 % Frauen). Dabei wurden auch erhebliche jahreszeitliche Schwankungen mit deutlich niedrigeren Vitamin-D-Spiegeln im Winter bestätigt (12). Von prämenopausalen Frauen, die als Kontrollpersonen an einer Brustkrebs-Fallkontroll-Studie im Rhein-Neckar-Raum teilnahmen, hatten 16 % einen Vitamin-D-Spiegel < 30 nmol/L und 21,5 % Werte von mindestens 75 nmol/L (13).

30 % der Kinder zwischen drei und 17 Jahren mit Migrationshintergrund wiesen im Kinder- und Jugendgesundheitssurvey des Robert-Koch-Instituts einen Vitamin-D-Spiegel < 25 nmol/L auf, gegenüber circa 18 % der Kinder ohne Migrationshintergrund. Hohe Vitamin-D-Spiegel mit Werten über 75 nmol/L fanden sich bei circa 7 % dieser Kinder (Vergleichsgruppe: 13 %) (14).

Der Einfluss von Vitamin D auf Krebs und Gesamtmortalität

Geografische Korrelationsstudien (ökologische Studien) waren ein wichtiger Ausgangspunkt für die Generierung der Hypothese, dass UV-Strahlung das Auftreten von Krebserkrankungen beeinflusst (15). Auch in der letzten Zeit wurde eine große Zahl von neuen Studien mit ökologischem Ansatz vorgelegt, die jedoch trotz des Versuchs der Kontrolle von Störfaktoren (zum Beispiel Urbanisierung, verschiedene Maße des sozioökonomischen Status, Lungenkrebsrate als Näherung für Rauchen) (16) grundsätzlichen methodischen Problemen unterliegen. Sinkende Krebsinzidenz- oder -mortalitätsraten bei abnehmendem Breitengrad – und damit allgemein steigender UV-Strahlung – sind daher nur wenig aussagekräftig hinsichtlich einer Assoziation von UV-Strahlung, Vitamin D und Krebs.

Für den genannten IARC-Report aus dem Jahr 2008 wurden mehrere Metaanalysen bisheriger Beobachtungsstudien zur Assoziation zwischen Vitamin D und Krebserkrankungen durchgeführt (6). Die gepoolten Analysen der veröffentlichten Risikoschätzer deuten auf einen inversen Zusammenhang zwischen (25(OH)Vitamin D)-Spiegel und Darmkrebs beziehungsweise -adenomen hin. Für Darmkrebs ergab die gemeinsame Auswertung von neun Fall-Kontroll- und Kohortenstudien ein Relatives Risiko (RR) von 0,85 (95-%-Konfidenzintervall [95-%-KI] 0,79–0,91) pro Anstieg des Serumspiegels um 25 nmol/L Vitamin D. Für Adenome (sieben Fall-Kontroll- und Kohortenstudien) lag das RR bei 0,93 (95-%-KI 0,88–0,99). Für Brustkrebs ergab die gepoolte Auswertung von fünf Studien (vier Fall-Kontrollen, eine Kohorte) ein auf protektive Effekte deutendes RR von 0,85 (95-%-KI 0,71–1,02) pro Anstieg des Serumspiegels um 25 nmol/L Vitamin D. Aus den sechs Fall-Kontroll- und einer Kohortenstudie zu Prostatakrebs ergaben sich keine Hinweise auf protektive Einflüsse von Vitamin D (RR 0,98; 95-%-KI 0,92–1,05). Zwei Interventionsstudien im Rahmen der doppeltverblindeten, placebokontrollierten randomisierten Women’s Health Initiative Study (WHI) (36 282 Frauen im Alter von 50 bis 79 Jahren) in den USA (e1, e2) und eine randomisierte kontrollierte Studie (RCT) mit 2 686 Probanden im Alter von 65 bis 84 in Großbritannien (e3) zeigten darüber hinaus, dass die Supplementierung mit Vitamin D (10 μg [400 IU]/Tag in WHI beziehungsweise 41 μg [1 640 IU]/Tag in der britischen Studie) keinen Effekt auf die Inzidenz von Darm- und Brustkrebs hatte. In einer aktuellen klinischen Studie mit 1 179 Frauen in Nebraska verminderte die Gabe von täglich 27,5 μg (1 100 IU) Vitamin D und Calcium die Brustkrebsinzidenz (e4). Probleme bei den klinischen Studien betrafen insbesondere die Compliance sowie Unklarheiten über die Vitamin-D-Serumspiegel vor der Intervention. Weitere Details der einzelnen Studien werden im IARC-Bericht ausführlich dargelegt.

Positive Effekte auf die Gesamtmortalität unter Vitamin-D-Supplementierung (12 bis 15 μg/Tag) wurden aus einer Metaanalyse von 18 RCTs berichtet (17). Eine Analyse des US-amerikanischen nationalen Gesundheits- und Ernährungssurveys (NHANES III) weist auf eine erhöhte Mortalität bei Personen mit niedrigem Vitamin-D-Spiegel hin. Es konnte jedoch keine spezifische Todesursache für die Unterschiede in der Gesamtmortalität identifiziert werden (www.cdc.gov/nchs/about/major/nhanes/datalink.htm). Die Cochrane Collaboration initiiert aktuell systematische Übersichtsarbeiten zu Vitamin D und Krebsprävention beziehungsweise Mortalität (e5, e6).

In einer aktuellen multinationalen prospektiven Studie zum Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Serumspiegeln und sieben selteneren Krebslokalisationen (Endometrium, Ovar, Oesophagus, Magen, Niere, Pankreas, Non-Hodgkin-Lymphom) wurde für keine der Krebsarten ein Zusammenhang gefunden (18).

Was sind optimale Vitamin-D-Spiegel?

Die Frage eines optimalen Vitamin-D-Spiegels lässt sich vermutlich nur in Abhängigkeit vom jeweils angestrebten gesundheitlichen Effekt klären. Eine Übersicht aus dem Jahr 2006 (19) untersuchte optimale Serumkonzentrationen in Bezug auf Knochendichte, Funktionsfähigkeit der unteren Extremitäten, Zahngesundheit und Sturzrisiko. Werte um oder über 50 nmol/L werden von vielen internationalen Fachgesellschaften als ausreichend angesehen, allerdings mehren sich Publikationen (e7, e8), die Werte über 75 nmol/L als optimal beschreiben. Die Proponenten hoher Vitamin-D-Spiegel weisen darauf hin, dass krebsprotektive Effekte vermutlich besonders durch relativ hohe (≥ 75 nmol/L) Serumspiegel erreicht werden könnten (e9). Vitamin D hat eine große therapeutische Breite. Eine Toxizität (Hyperkalzämie) tritt vermutlich erst bei Serumspiegeln ab 500 nmol/L auf (20). Die EU hat einen Blutspiegel von 200 nmol/L (entsprechend einer täglichen Aufnahme von 100 μg [4 000 IU] Vitamin D) als Grenze ohne beobachtete gesundheitsschädigende Effekte festgelegt. Bezieht man einen Sicherheitsfaktor mit ein, ergibt sich als tägliche Höchstmenge eine orale Dosis von 50 μg (2 000 IU) (e10). Bei einem UV-Index von 6 (Sommertag in Deutschland) muss sich ein hellhäutiger Mensch mit Hauttyp II circa 16 Minuten der Sonne aussetzen (wenn 6 % der Hautoberfläche exponiert werden), um 400 IU Vitamin D zu synthetisieren (Tabelle 1 gif ppt).

Internationale Empfehlungen

Es gibt eine Vielzahl von internationalen Empfehlungen zur täglichen Aufnahme von Vitamin D. Generell sind diese risikoadaptiert, daher werden für Schwangere, Stillende, Säuglinge und ältere Menschen meist höhere Tagesdosen angegeben als für Jugendliche und Erwachsene (Tabelle 2 gif ppt). Die Canadian Paediatric Society empfiehlt eine tägliche Zufuhr von mindestens 5 μg (200 IU) und höchstens 50 μg (2 000 IU) Vitamin D für Schwangere und Stillende. Empfehlungen wissenschaftlicher Fachgesellschaften in deutschsprachigen Ländern bewegen sich zwischen 5 und 10 μg, je nach Risikogruppe. Eine S3-Leitlinie zur Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose im Erwachsenenalter mit Angaben zur Vitamin-D-Versorgung liegt vor (www.dv-osteologie.de) (Tabelle 2).

Um Klarheit über die Höhe eines für die Gesundheit positiven, dabei sicher individuell stark variierenden Vitamin-D-Spiegel zu erlangen, müssen laut IARC-Report (6) folgende Fragen beantwortet werden:

  • Bedingen niedrige Vitamin-D-Spiegel ein erhöhtes Risiko für Krebs?
  • Ist ein niedriger Vitamin-D-Spiegel die Konsequenz eines schlechten Gesundheitszustands?

Die IARC favorisiert zur Beantwortung dieser kausalen Fragen die Durchführung neuer randomisierter Studien, unter anderem zur Supplementierung mit oralem Vitamin D. Nur so könne der Einfluss von Vitamin D auf die Krebsinzidenz und Mortalität aussagekräftig untersucht werden. Allerdings werden entsprechende Studien vermutlich erst nach vielen Jahren Resultate ergeben. Darüberhinaus sind Probleme zum Beispiel mit der Compliance und mit der Quantifizierung der individuellen UV-Exposition über viele Jahre zu erwarten.

Prävention von Hautkrebs

Solare UVA- und UVB-Strahlung erreichen die Erdoberfläche, wobei UVB bei der Erytheminduktion und der Erzeugung von DNA-Schäden eine vielfach höhere biologische Wirksamkeit als UVA aufweist. UVB ist andererseits auch für die Induktion der Vitamin-D-Synthese verantwortlich. Die Aktionsspektren für die Vitamin-D-Produktion und die Induktion der DNA-Schädigungen überlappen dabei weitgehend (eKasten 2 gif ppt).

Angesichts hoher Hautkrebszahlen werden in vielen Ländern Kampagnen zur Primärprävention hoher UV-Expositionen durchgeführt. Hauptziel ist die Senkung von Morbidität und Mortalität durch Hautkrebs (21). In Deutschland wird dies zum Beispiel seit vielen Jahren im Lebensphasenprogramm (22) der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention e.V. (ADP) und der Deutschen Krebshilfe e.V. (DKH) umgesetzt, indem vor allem Jugendliche in unterschiedlichen Lebensphasen mit spezifischen Informationen über gesundheitliche Risiken von UV-Strahlung aufgeklärt werden. Das im Juli 2008 eingeführte Hautkrebsscreening soll einen Beitrag zur Früherkennung (Sekundärprävention) von Hautkrebs in höheren Altersgruppen (ab 35 Jahren) leisten. Grundlage für diese Aktivitäten in Deutschland und weltweit ist die durch eine Vielzahl wissenschaftlicher Arbeiten gesicherte Erkenntnis, dass UV-Strahlung (UVA und UVB allein und in Kombination) ein vollständiges Karzinogen darstellt, das ursächlich mit der Induktion, Promotion und Progression von Hautkrebs verbunden ist (e11e16). In Bezug auf das maligne Melanom erhöhen Sonnenbrände und intermittierende UV-Expositionen das Erkrankungsrisiko, nicht aber niedrige chronische Sonnenexpositionen. Nichtmelanozytäre Hautkrebsarten sind dagegen mit der kumulativen Exposition über die Lebenszeit assoziiert (23). In einer aktuellen Neubewertung stuft die IARC sowohl solare als auch künstliche UV-Strahlung (aus Solarien) in die Gruppe 1 der Karzinogene ein (24).

Fazit

Für einzelne Krebsarten deuten sich krebsprotektive Effekte des Vitamin D an, es besteht aber noch erheblicher Forschungsbedarf. Eine hohe und zunehmende Hautkrebshäufigkeit auch in jungen Altersgruppen legt nahe, dass auf einen umfassenden UV-Schutz auch in Zukunft nicht verzichtet werden kann. Entsprechende nationale und internationale Empfehlungen betonen, dass Sonnenbrände sowie Sonnenexposition in Zeiten höchster UV-Intensität um den solaren Tagesmittelpunkt vermieden werden sollten. Kurze UV-Expositionen von bis zu 15 Minuten täglich auf unbekleidete Körperteile wie Gesicht, Hände und Arme werden in sonnigen Monaten als ausreichend für die Vitamin-D-Synthese angesehen und sind im Sinne einer physiologischen Vitamin-D-Produktion auch gerade für die genannten Risikogruppen zu empfehlen. Das mit solchen zeitlich begrenzten Aufenthalten in der Sonne verbundene Hautkrebsrisiko erscheint in der Risikoabwägung als vernachlässigbar. Besonders in nördlichen Regionen ist allerdings davon auszugehen, dass die solare UV-Intensität im Herbst und Winter nicht für die Vitamin-D-Synthese ausreicht. Entsprechend bleiben für die Anhebung der in vielen Bevölkerungsgruppen als zu niedrig angesehenen Vitamin-D-Spiegel drei theoretische Optionen:

  • künstliche UV-Expositionen, etwa durch Solarien
  • erhöhte Vitaminaufnahme mit der üblichen Nahrung
  • Supplementation beziehungsweise Behandlung.

Die künstliche UV-Exposition in Solarien ist wie solare UV-Strahlung ein nachgewiesener Risikofaktor für die Hautkrebsentstehung. Übliche Intensitäten in Solarien erreichen oder überschreiten die der Äquatarialsonne zur Mittagszeit, so dass die Gefahr der Überschreitung der minimalen Erythemdosis mit entsprechenden gesundheitliche Folgen besteht (25). Zudem sind die typischen Besucher von Solarien üblicherweise nicht Personen mit einem erhöhten Risiko für einen Vitamin-D-Mangel (zum Beispiel Kinder, Ältere, Migranten), sondern genau die Personen, die aufgrund ihres Hauttyps einem erhöhten UV-bedingten Hautkrebsrisiko unterliegen. Als Option für eine Erhöhung des Vitamin-D-Spiegels erscheinen Solarien und überhöhte Expositionen (mehr als 15 Minuten täglich) gegenüber solarem UV zu risikoreich und sind daher nicht zu empfehlen.

Die Aufnahme von Vitamin D über die Nahrung ist an ausgewählte Bestandteile gekoppelt und dürfte nur in Ausnahmefällen, etwa durch den regelmäßigen Genuss von Fischölen, steigerbar sein. Bei älteren Frauen in Japan sind hohe Vitamin-D-Spiegel mit regelmäßigem Fischverzehr (≥ 4 mal pro Woche) assoziiert (e17). Verfügbarkeit und Preis legen einen erhöhten Fischkonsum jedoch nicht als breit umsetzbare Strategie zur Verbesserung des Vitamin-D-Status nahe.

Als grundsätzliche Maßnahme in der klinischen Praxis und der gezielten Gesund­heits­förder­ung ist eine maßvolle Steigerung der individuellen Sonnenlichtexposition unter Beachtung grundlegender UV-Schutzmaßnahmen zu erwägen, zum Beispiel durch mehr körperliche Aktivität im Freien. Begleitend oder als Alternative bietet sich die Vitamin-D-Supplementation an, für die auch weitere positive, zum Beispiel antihypertensive Effekte diskutiert werden (e18). Insbesondere bei klinisch relevantem Vitamin-D-Mangel wird die orale Einnahme von Vitamin D als Behandlungsmaßnahme indiziert sein. Vor dem Hintergrund der aktuellen Überlegungen zu optimalen Vitamin-D-Spiegeln erscheint es angemessen, gegebenenfalls höhere Dosierungen von Vitamin D je nach individuellem Vitamin-D-Status, Jahreszeiten oder Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe zu diskutieren. Hautkrebsprävention und Verbesserung des Vitamin-D-Status lassen sich nach Überzeugung der Autoren kombinieren, ohne dass die jeweiligen Ziele der präventiven Interventionen aufgegeben werden müssten.

Interessenkonflikt

Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 4. 5. 2009, revidierte Fassung angenommen: 17. 11. 2009

Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. med. Hajo Zeeb
Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin (BIPS)
Universität Bremen
Linzer Straße 10, 28359 Bremen
E-Mail: zeeb@bips.uni-bremen.de

Summary

The Role of Vitamin D in Cancer Prevention—Does UV Protection Conflict With the Need to Raise Low Levels of Vitamin D?

Background: Vitamin D is essential for life. Part of the body´s supply of vitamin D is ingested in food, but UV induced vitamin D synthesis in the body plays an even more important role. UV irradiation is a cause for the currently rising incidence of skin cancer in many countries; on the other hand, Vitamin D might be protective against some cancers. In this paper we summarize the current data on vitamin D and cancer and on the vitamin D status of populations in Europe and discuss whether
current recommendations on UV protection require changes.

Methods: In 2008, the International Agency for Research on Cancer (IARC) published a systematic review on vitamin D and cancer. We
describe its main findings and review additional publications retrieved by a selective literature search on vitamin D, UV light, and skin cancer. In addition, we systematically review the current recommendations on vitamin D supplementation.

Results: Higher vitamin D levels are associated with a lower risk of
colon cancer. For breast cancer, the situation is less clear. In general, higher vitamin D levels are associated with lower overall mortality.
Concerning optimal Vitamin D levels, serum values ≥ 50 nmol/L (ie.. ≥ 20 ng/mL) are frequently discussed, and a few authors favor markedly higher values. Brief UV exposures are usually adequate for endogenous vitamin D synthesis.

Conclusion: More research is needed into the possible protective effects of vitamin D against cancer. Brief, daily UV exposure stimulates vitamin D production and causes negligible skin damage. Raising the vitamin D level even further by extended solar UV exposure or irradiation in a
solarium is inadvisable because of the risk of skin cancer. Oral vitamin D supplementation can be considered as an alternative, particularly for persons at high risk, such as the elderly and members of certain ethnic groups.

Zitierweise: Dtsch Arztebl Int 2010; 107(37): 638–43

@Mit „e“ gekennzeichnete Literatur:
www.aerzteblatt.de/lit3710

The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de

eKästen unter:
www.aerzteblatt.de/10m638

1.
Webb AR, Pilbeam C, Hanafin N, Holick MF: An evaluation of the relative contributions of exposure to sunlight and of diet to the circulating concentrations of 25-hydroxyvitamin D in an elderly nursing home population in Boston. Am J Clin Nutr 1990; 51: 1075–81. MEDLINE
2.
Holick MF, Chen TC: Vitamin D deficiency: a worldwide problem with health consequences. Am J Clin Nutr 2008; 87: 1080S–6S. MEDLINE
3.
Davis CD: Vitamin D and cancer: current dilemmas and future research needs. Am J Clin Nutr 2008; 88: 565S–9S. MEDLINE
4.
Wei MY, Garland CF, Gorham ED, Mohr SB, Giovannucci E: Vitamin D and prevention of colorectal adenoma: a meta-analysis. Cancer Epidemiol Biomarkers Prev 2008; 17: 2958–69. MEDLINE
5.
Bertone-Johnson ER: Vitamin D and Breast Cancer. Ann Epidemiol 2009; 19: 462–7. MEDLINE
6.
IARC Working Group on Vitamin D: Vitamin D and Cancer. Lyon: IARC 2008.
7.
Katalinic A, Kunze U, Schafer T: Epidemiology of cutaneous melanoma and non-melanoma skin cancer in Schleswig-Holstein, Germany: incidence, clinical subtypes, tumour stages and localization (epidemiology of skin cancer). Br J Dermatol 2003; 149: 1200–6. MEDLINE
8.
Hirani V, Primatesta P: Vitamin D concentrations among people aged 65 years and over living in private households and institutions in England: population survey. Age Ageing 2005; 34: 485–91. MEDLINE
9.
Andersen R, Molgaard C, Skovgaard LT, et al.: Pakistani immigrant children and adults in Denmark have severely low vitamin D status. Eur J Clin Nutr 2008; 62: 625–34. MEDLINE
10.
Holick MF: Vitamin D deficiency. N Engl J Med 2007; 357: 266–81. MEDLINE
11.
Barger-Lux MJ, Heaney RP: Effects of above average summer sun exposure on serum 25-hydroxyvitamin D and calcium absorption.
J Clin Endocrinol Metab 2002; 87: 4952–6. MEDLINE
12.
Hintzpeter B, Mensink GB, Thierfelder W, Muller MJ, Scheidt-Nave C: Vitamin D status and health correlates among German adults. Eur J Clin Nutr 2008; 62: 1079–89. MEDLINE
13.
Abbas S, Linseisen J, Slanger T, et al.: Serum 25-hydroxyvitamin D and risk of post-menopausal breast cancer—results of a large case-control study. Carcinogenesis 2008; 29: 93–9. MEDLINE
14.
Hintzpeter B, Scheidt-Nave C, Muller MJ, Schenk L, Mensink GB: Higher prevalence of vitamin D deficiency is associated with immigrant background among children and adolescents in Germany.
J Nutr 2008; 138: 1482–90. MEDLINE
15.
Mohr SB: A brief history of vitamin D and cancer prevention. Ann Epidemiol 2009; 19: 79–83. MEDLINE
16.
Grant WB, Garland CF: The association of solar ultraviolet B (UVB) with reducing risk of cancer: multifactorial ecologic analysis of geographic variation in age-adjusted cancer mortality rates. Anticancer Res 2006; 26: 2687–99. MEDLINE
17.
Autier P, Gandini S: Vitamin D supplementation and total mortality: a meta-analysis of randomized controlled trials. Arch Intern Med 2007; 167: 1730–7. MEDLINE
18.
Helzlsouer KJ, VDPP Steering Committee: Overview of the cohort consortium vitamin D pooling project of rarer cancers. Am J Epidemiol 2010; 172: 4–9. MEDLINE
19.
Bischoff-Ferrari HA, Giovannucci E, Willett WC, Dietrich T, Dawson-Hughes B: Estimation of optimal serum concentrations of 25-hydroxyvitamin D for multiple health outcomes. Am J Clin Nutr 2006; 84: 18–28. MEDLINE
20.
Jones G: Pharmacokinetics of vitamin D toxicity. Am J Clin Nutr 2008; 88: 582S–6S. MEDLINE
21.
Greinert R, Breitbart EW, Mohar P, Volkmer B: Health initiatives for the prevention of skin cancer. Adv Exp Med Biol 2008; 624: 125–36. MEDLINE
22.
Breitbart EW, Greinert R, Volkmer B: Effectiveness of information campaigns. Prog Biophys Mol Biol 2006; 92: 167–72. MEDLINE
23.
Leiter U, Garbe C: Epidemiology of melanoma and nonmelanoma skin cancer—the role of sunlight. Adv Exp Med Biol 2008; 624: 89–103. MEDLINE
24.
El GF, Baan R, Straif K, et al.: A review of human carcinogens—part D: radiation. Lancet Oncol 2009; 10: 751–2. MEDLINE
25.
Oliver H, Ferguson J, Moseley H: Quantitative risk assessment of sunbeds: impact of new high power lamps. Br J Dermatol 2007; 157: 350–6. MEDLINE
e1.
Wactawski-Wende J, Kotchen JM, Anderson GL, et al.: Calcium plus vitamin D supplementation and the risk of colorectal cancer. N Engl J Med 2006; 354: 684–96. MEDLINE
e2.
Chlebowski RT, Johnson KC, Kooperberg C, et al.: Calcium plus vitamin D supplementation and the risk of breast cancer. J Natl Cancer Inst 2008; 100: 1581–91. MEDLINE
e3.
Trivedi DP, Doll R, Khaw KT: Effect of four monthly oral vitamin D3 (cholecalciferol) supplementation on fractures and mortality in men and women living in the community: randomised double blind controlled trial. BMJ 2003; 326: 469. MEDLINE
e4.
Lappe JM, Travers-Gustafson D, Davies KM, Recker RR, Heaney RP: Vitamin D and calcium supplementation reduces cancer risk: results of a randomized trial. Am J Clin Nutr 2007; 85: 1586–91. MEDLINE
e5.
Bjelakovic G, Gluud LL, Nikolova D, Whitfield K, Wetterslev J, Gluud C: Vitamin D supplementation for prevention of mortality in adults (Protocol). Cochrane Database of Systematic Reviews (4), CD007470. DOI: 10.1002/14651858.CD007470. 2008.
e6.
Bjelakovic G, Gluud LL, Nikolova D, Whitfield K, Wetterslev J, Gluud C: Vitamin D supplementation for prevention of cancer in adults (Protocol). Cochrane Database of Systematic Reviews (4), CD007469. DOI: 10.1002/14651858.CD007469. 2008.
e7.
Heaney RP: Vitamin D in health and disease. Clin J Am Soc Nephrol 2008; 3: 1535–41. MEDLINE
e8.
Mosekilde L: Vitamin D requirement and setting recommendation levels: long-term perspectives. Nutr Rev 2008; 66: S170–7. MEDLINE
e9.
Grant WB, Garland CF, Gorham ED: An estimate of cancer mortality rate reductions in Europe and the US with 1,000 IU of oral vitamin D per day. Recent Results Cancer Res 2007; 174: 225–34. MEDLINE
e10.
EC Scientific Committee on Food: Opinion of the Scientific Committee on Food on the Tolerable Upper Intake Level of Vitamin D. 2002. Bruxelles: European Commission, Health and Consumer Protection Directorate-General. Abfrage 7.10.2008
e11.
Matsumura Y, Ananthaswamy HN: Short-term and long-term cellular and molecular events following UV irradiation of skin: implications for molecular medicine. Expert Rev Mol Med 2002; 4: 1–22. MEDLINE
e12.
Melnikova VO, Ananthaswamy HN: Cellular and molecular events leading to the development of skin cancer. Mutat Res 2005; 571: 91–106. MEDLINE
e13.
Gandini S, Sera F, Cattaruzza MS, et al.: Meta-analysis of risk factors for cutaneous melanoma: II. Sun exposure. Eur J Cancer 2005; 41: 45–60. MEDLINE
e14.
Gandini S, Sera F, Cattaruzza MS, et al.: Meta-analysis of risk factors for cutaneous melanoma: III. Family history, actinic damage and phenotypic factors. Eur J Cancer 2005; 41: 2040–59. MEDLINE
e15.
Gandini S, Sera F, Cattaruzza MS, et al.: Meta-analysis of risk factors for cutaneous melanoma: I. Common and atypical naevi. Eur J Cancer 2005; 41: 28–44. MEDLINE
e16.
Armstrong BK, Kricker A: The epidemiology of UV induced skin cancer. J Photochem Photobiol B 2001; 63: 8–18. MEDLINE
e17.
Nakamura K, Nashimoto M, Hori Y, Yamamoto M: Serum 25-hydroxyvitamin D concentrations and related dietary factors in peri- and postmenopausal Japanese women. Am J Clin Nutr 2000; 71: 1161–5. MEDLINE
e18.
Pilz S, Tomaschitz A, Ritz E, Pieber TR: Vitamin D status and arterial hypertension: a systematic review. Nat Rev Cardiol 2009; 6: 621–30. MEDLINE
e19.
Matsuoka LY, Ide L, Wortsman J, MacLaughlin JA, Holick MF: Sunscreens suppress cutaneous vitamin D3 synthesis. J Clin Endocrinol Metab 1987; 64: 1165–8. MEDLINE
e20.
Food & Nutrition Board (FNB)/Institute of Medicine: Dietary Supplement Fact Sheet: Vitamin D. Aufruf 07.10.2008
e21.
American Academy of Paediatrics (AAP): New vitamin D recommendation for children. Aufruf 07.10.2008
e22.
e23.
e24.
Health Canada; Aufruf 07.10.2008
e25.
Canadian Paediatric Society; Aufruf 07.10.2008
e26.
National Health and Medical Research Council. Nutrient Reference Values for Australia and New Zealand Including Recommended Dietary Intakes. Canberra: Commonwealth of Australia and New Zealand Government, 2006.
e27.
www.fsai.ie/publications/reports/vitaminD.pdf; Aufruf 07.10.2008
e28.
www.healthystart.nhs.uk/en/fe/page.asp?n1=1&n2=8&n3=97&n4=100; Aufruf 07.10.2008
e30.
Health Council of the Netherlands. Towards an adequate intake of vitamin D. The Hague: Health Council of the Netherlands, 2008; publication no. 2008/15; Aufruf 30.1.2009
e31.
Lamberg-Allardt C: Vitamin D in foods and as supplements. Prog Biophys Mol Biol 2006; 92: 33–8. MEDLINE
e32.
Slaper H, Velders GJ, Daniel JS, de Gruijl FR, van der Leun JC: Estimates of ozone depletion and skin cancer incidence to examine the Vienna Convention achievements. Nature 1996; 384: 256–8. MEDLINE
e33.
Rosenstein BS, Mitchell DL: Action spectra for the induction of pyrimidine(6-4)pyrimidone photoproducts and cyclobutane pyrimidine dimers in normal human skin fibroblasts. Photochem Photobiol 1987; 45: 775–80. MEDLINE
e34.
Matsumura Y, Ananthaswamy HN: Molecular mechanisms of photocarcinogenesis. Front Biosci 2002; 7: d765–83. MEDLINE
e35.
Melnikova VO, Ananthaswamy HN: Cellular and molecular events leading to the development of skin cancer. Mutat Res 2005; 571: 91–106. MEDLINE
e36.
Cleaver JE, Crowley E: UV damage, DNA repair and skin carcinogenesis. Front Biosci 2002; 7: d1024–43. MEDLINE
e37.
Mouret S, Baudouin C, Charveron M, Favier A, Cadet J, Douki T: Cyclobutane pyrimidine dimers are predominant DNA lesions in whole human skin exposed to UVA radiation. Proc Natl Acad Sci USA 2006; 103: 13765–70. MEDLINE
e38.
Tian XQ, Chen TC, Matsuoka LY, Wortsman J, Holick MF: Kinetic and thermodynamic studies of the conversion of previtamin D3 to vitamin D3 in human skin. J Biol Chem 1993; 268: 14888–92. MEDLINE
e39.
Adams JS, Clemens TL, Parrish JA, Holick MF: Vitamin-D synthesis and metabolism after ultraviolet irradiation of normal and vitamin-D-deficient subjects. N Engl J Med 1982; 306: 722–5. MEDLINE
e40.
CIE: Action spectrum for the production of previtamin D3 in human Skin.Technical report 2006; 174, 1–12.
e41.
Wolpowitz D, Gilchrest BA: The vitamin D questions: how much do you need and how should you get it? J Am Acad Dermatol 2006; 54: 301–17. MEDLINE
e42.
de Gruijl FR: Skin cancer and solar UV radiation. Eur J Cancer 1999; 35: 2003–9. MEDLINE
e43.
Holick MF: The cutaneous photosynthesis of previtamin D3: a unique photoendocrine system. J Invest Dermatol 1981; 77: 51–8. MEDLINE
e44.
MacLaughlin JA, Anderson RR, Holick MF: Spectral character of sunlight modulates photosynthesis of previtamin D3 and its photoisomers in human skin. Science 1982; 216: 1001–3. MEDLINE
e45.
Webb AR, DeCosta BR, Holick MF: Sunlight regulates the cutaneous production of vitamin D3 by causing its photodegradation. J Clin Endocrinol Metab 1989; 68: 882–7. MEDLINE
Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI), Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz; Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin, Universität Bremen: Prof. Dr. med. Zeeb
Molekulare Zellbiologie, Dermatologisches Zentrum, Elbe Kliniken, Klinikum Buxtehude:
Dr. rer. nat. Greinert
1. Webb AR, Pilbeam C, Hanafin N, Holick MF: An evaluation of the relative contributions of exposure to sunlight and of diet to the circulating concentrations of 25-hydroxyvitamin D in an elderly nursing home population in Boston. Am J Clin Nutr 1990; 51: 1075–81. MEDLINE
2. Holick MF, Chen TC: Vitamin D deficiency: a worldwide problem with health consequences. Am J Clin Nutr 2008; 87: 1080S–6S. MEDLINE
3. Davis CD: Vitamin D and cancer: current dilemmas and future research needs. Am J Clin Nutr 2008; 88: 565S–9S. MEDLINE
4. Wei MY, Garland CF, Gorham ED, Mohr SB, Giovannucci E: Vitamin D and prevention of colorectal adenoma: a meta-analysis. Cancer Epidemiol Biomarkers Prev 2008; 17: 2958–69. MEDLINE
5. Bertone-Johnson ER: Vitamin D and Breast Cancer. Ann Epidemiol 2009; 19: 462–7. MEDLINE
6. IARC Working Group on Vitamin D: Vitamin D and Cancer. Lyon: IARC 2008.
7. Katalinic A, Kunze U, Schafer T: Epidemiology of cutaneous melanoma and non-melanoma skin cancer in Schleswig-Holstein, Germany: incidence, clinical subtypes, tumour stages and localization (epidemiology of skin cancer). Br J Dermatol 2003; 149: 1200–6. MEDLINE
8. Hirani V, Primatesta P: Vitamin D concentrations among people aged 65 years and over living in private households and institutions in England: population survey. Age Ageing 2005; 34: 485–91. MEDLINE
9. Andersen R, Molgaard C, Skovgaard LT, et al.: Pakistani immigrant children and adults in Denmark have severely low vitamin D status. Eur J Clin Nutr 2008; 62: 625–34. MEDLINE
10. Holick MF: Vitamin D deficiency. N Engl J Med 2007; 357: 266–81. MEDLINE
11. Barger-Lux MJ, Heaney RP: Effects of above average summer sun exposure on serum 25-hydroxyvitamin D and calcium absorption.
J Clin Endocrinol Metab 2002; 87: 4952–6. MEDLINE
12. Hintzpeter B, Mensink GB, Thierfelder W, Muller MJ, Scheidt-Nave C: Vitamin D status and health correlates among German adults. Eur J Clin Nutr 2008; 62: 1079–89. MEDLINE
13. Abbas S, Linseisen J, Slanger T, et al.: Serum 25-hydroxyvitamin D and risk of post-menopausal breast cancer—results of a large case-control study. Carcinogenesis 2008; 29: 93–9. MEDLINE
14. Hintzpeter B, Scheidt-Nave C, Muller MJ, Schenk L, Mensink GB: Higher prevalence of vitamin D deficiency is associated with immigrant background among children and adolescents in Germany.
J Nutr 2008; 138: 1482–90. MEDLINE
15. Mohr SB: A brief history of vitamin D and cancer prevention. Ann Epidemiol 2009; 19: 79–83. MEDLINE
16. Grant WB, Garland CF: The association of solar ultraviolet B (UVB) with reducing risk of cancer: multifactorial ecologic analysis of geographic variation in age-adjusted cancer mortality rates. Anticancer Res 2006; 26: 2687–99. MEDLINE
17. Autier P, Gandini S: Vitamin D supplementation and total mortality: a meta-analysis of randomized controlled trials. Arch Intern Med 2007; 167: 1730–7. MEDLINE
18.Helzlsouer KJ, VDPP Steering Committee: Overview of the cohort consortium vitamin D pooling project of rarer cancers. Am J Epidemiol 2010; 172: 4–9. MEDLINE
19. Bischoff-Ferrari HA, Giovannucci E, Willett WC, Dietrich T, Dawson-Hughes B: Estimation of optimal serum concentrations of 25-hydroxyvitamin D for multiple health outcomes. Am J Clin Nutr 2006; 84: 18–28. MEDLINE
20. Jones G: Pharmacokinetics of vitamin D toxicity. Am J Clin Nutr 2008; 88: 582S–6S. MEDLINE
21. Greinert R, Breitbart EW, Mohar P, Volkmer B: Health initiatives for the prevention of skin cancer. Adv Exp Med Biol 2008; 624: 125–36. MEDLINE
22. Breitbart EW, Greinert R, Volkmer B: Effectiveness of information campaigns. Prog Biophys Mol Biol 2006; 92: 167–72. MEDLINE
23. Leiter U, Garbe C: Epidemiology of melanoma and nonmelanoma skin cancer—the role of sunlight. Adv Exp Med Biol 2008; 624: 89–103. MEDLINE
24. El GF, Baan R, Straif K, et al.: A review of human carcinogens—part D: radiation. Lancet Oncol 2009; 10: 751–2. MEDLINE
25. Oliver H, Ferguson J, Moseley H: Quantitative risk assessment of sunbeds: impact of new high power lamps. Br J Dermatol 2007; 157: 350–6. MEDLINE
e1.Wactawski-Wende J, Kotchen JM, Anderson GL, et al.: Calcium plus vitamin D supplementation and the risk of colorectal cancer. N Engl J Med 2006; 354: 684–96. MEDLINE
e2.Chlebowski RT, Johnson KC, Kooperberg C, et al.: Calcium plus vitamin D supplementation and the risk of breast cancer. J Natl Cancer Inst 2008; 100: 1581–91. MEDLINE
e3.Trivedi DP, Doll R, Khaw KT: Effect of four monthly oral vitamin D3 (cholecalciferol) supplementation on fractures and mortality in men and women living in the community: randomised double blind controlled trial. BMJ 2003; 326: 469. MEDLINE
e4.Lappe JM, Travers-Gustafson D, Davies KM, Recker RR, Heaney RP: Vitamin D and calcium supplementation reduces cancer risk: results of a randomized trial. Am J Clin Nutr 2007; 85: 1586–91. MEDLINE
e5.Bjelakovic G, Gluud LL, Nikolova D, Whitfield K, Wetterslev J, Gluud C: Vitamin D supplementation for prevention of mortality in adults (Protocol). Cochrane Database of Systematic Reviews (4), CD007470. DOI: 10.1002/14651858.CD007470. 2008.
e6.Bjelakovic G, Gluud LL, Nikolova D, Whitfield K, Wetterslev J, Gluud C: Vitamin D supplementation for prevention of cancer in adults (Protocol). Cochrane Database of Systematic Reviews (4), CD007469. DOI: 10.1002/14651858.CD007469. 2008.
e7.Heaney RP: Vitamin D in health and disease. Clin J Am Soc Nephrol 2008; 3: 1535–41. MEDLINE
e8.Mosekilde L: Vitamin D requirement and setting recommendation levels: long-term perspectives. Nutr Rev 2008; 66: S170–7. MEDLINE
e9.Grant WB, Garland CF, Gorham ED: An estimate of cancer mortality rate reductions in Europe and the US with 1,000 IU of oral vitamin D per day. Recent Results Cancer Res 2007; 174: 225–34. MEDLINE
e10.EC Scientific Committee on Food: Opinion of the Scientific Committee on Food on the Tolerable Upper Intake Level of Vitamin D. 2002. Bruxelles: European Commission, Health and Consumer Protection Directorate-General. Abfrage 7.10.2008
e11.Matsumura Y, Ananthaswamy HN: Short-term and long-term cellular and molecular events following UV irradiation of skin: implications for molecular medicine. Expert Rev Mol Med 2002; 4: 1–22. MEDLINE
e12.Melnikova VO, Ananthaswamy HN: Cellular and molecular events leading to the development of skin cancer. Mutat Res 2005; 571: 91–106. MEDLINE
e13.Gandini S, Sera F, Cattaruzza MS, et al.: Meta-analysis of risk factors for cutaneous melanoma: II. Sun exposure. Eur J Cancer 2005; 41: 45–60. MEDLINE
e14.Gandini S, Sera F, Cattaruzza MS, et al.: Meta-analysis of risk factors for cutaneous melanoma: III. Family history, actinic damage and phenotypic factors. Eur J Cancer 2005; 41: 2040–59. MEDLINE
e15.Gandini S, Sera F, Cattaruzza MS, et al.: Meta-analysis of risk factors for cutaneous melanoma: I. Common and atypical naevi. Eur J Cancer 2005; 41: 28–44. MEDLINE
e16.Armstrong BK, Kricker A: The epidemiology of UV induced skin cancer. J Photochem Photobiol B 2001; 63: 8–18. MEDLINE
e17.Nakamura K, Nashimoto M, Hori Y, Yamamoto M: Serum 25-hydroxyvitamin D concentrations and related dietary factors in peri- and postmenopausal Japanese women. Am J Clin Nutr 2000; 71: 1161–5. MEDLINE
e18.Pilz S, Tomaschitz A, Ritz E, Pieber TR: Vitamin D status and arterial hypertension: a systematic review. Nat Rev Cardiol 2009; 6: 621–30. MEDLINE
e19.Matsuoka LY, Ide L, Wortsman J, MacLaughlin JA, Holick MF: Sunscreens suppress cutaneous vitamin D3 synthesis. J Clin Endocrinol Metab 1987; 64: 1165–8. MEDLINE
e20.Food & Nutrition Board (FNB)/Institute of Medicine: Dietary Supplement Fact Sheet: Vitamin D. Aufruf 07.10.2008
e21.American Academy of Paediatrics (AAP): New vitamin D recommendation for children. Aufruf 07.10.2008
e22. National Osteoporosis Foundation. Aufruf 07.10.2008
e23.DACH: Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Aufruf 07.10.2008
e24.Health Canada; Aufruf 07.10.2008
e25. Canadian Paediatric Society; Aufruf 07.10.2008
e26.National Health and Medical Research Council. Nutrient Reference Values for Australia and New Zealand Including Recommended Dietary Intakes. Canberra: Commonwealth of Australia and New Zealand Government, 2006.
e27. www.fsai.ie/publications/reports/vitaminD.pdf; Aufruf 07.10.2008
e28. www.healthystart.nhs.uk/en/fe/page.asp?n1=1&n2=8&n3=97&n4=100; Aufruf 07.10.2008
e29.Becker (2005): Nordic Nutrition recommendations 2004, based on scientific evidence. Aufruf 07.10.2008
e30.Health Council of the Netherlands. Towards an adequate intake of vitamin D. The Hague: Health Council of the Netherlands, 2008; publication no. 2008/15; Aufruf 30.1.2009
e31.Lamberg-Allardt C: Vitamin D in foods and as supplements. Prog Biophys Mol Biol 2006; 92: 33–8. MEDLINE
e32.Slaper H, Velders GJ, Daniel JS, de Gruijl FR, van der Leun JC: Estimates of ozone depletion and skin cancer incidence to examine the Vienna Convention achievements. Nature 1996; 384: 256–8. MEDLINE
e33.Rosenstein BS, Mitchell DL: Action spectra for the induction of pyrimidine(6-4)pyrimidone photoproducts and cyclobutane pyrimidine dimers in normal human skin fibroblasts. Photochem Photobiol 1987; 45: 775–80. MEDLINE
e34.Matsumura Y, Ananthaswamy HN: Molecular mechanisms of photocarcinogenesis. Front Biosci 2002; 7: d765–83. MEDLINE
e35.Melnikova VO, Ananthaswamy HN: Cellular and molecular events leading to the development of skin cancer. Mutat Res 2005; 571: 91–106. MEDLINE
e36.Cleaver JE, Crowley E: UV damage, DNA repair and skin carcinogenesis. Front Biosci 2002; 7: d1024–43. MEDLINE
e37.Mouret S, Baudouin C, Charveron M, Favier A, Cadet J, Douki T: Cyclobutane pyrimidine dimers are predominant DNA lesions in whole human skin exposed to UVA radiation. Proc Natl Acad Sci USA 2006; 103: 13765–70. MEDLINE
e38.Tian XQ, Chen TC, Matsuoka LY, Wortsman J, Holick MF: Kinetic and thermodynamic studies of the conversion of previtamin D3 to vitamin D3 in human skin. J Biol Chem 1993; 268: 14888–92. MEDLINE
e39.Adams JS, Clemens TL, Parrish JA, Holick MF: Vitamin-D synthesis and metabolism after ultraviolet irradiation of normal and vitamin-D-deficient subjects. N Engl J Med 1982; 306: 722–5. MEDLINE
e40.CIE: Action spectrum for the production of previtamin D3 in human Skin.Technical report 2006; 174, 1–12.
e41.Wolpowitz D, Gilchrest BA: The vitamin D questions: how much do you need and how should you get it? J Am Acad Dermatol 2006; 54: 301–17. MEDLINE
e42.de Gruijl FR: Skin cancer and solar UV radiation. Eur J Cancer 1999; 35: 2003–9. MEDLINE
e43.Holick MF: The cutaneous photosynthesis of previtamin D3: a unique photoendocrine system. J Invest Dermatol 1981; 77: 51–8. MEDLINE
e44.MacLaughlin JA, Anderson RR, Holick MF: Spectral character of sunlight modulates photosynthesis of previtamin D3 and its photoisomers in human skin. Science 1982; 216: 1001–3. MEDLINE
e45.Webb AR, DeCosta BR, Holick MF: Sunlight regulates the cutaneous production of vitamin D3 by causing its photodegradation. J Clin Endocrinol Metab 1989; 68: 882–7. MEDLINE

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Alle Leserbriefe zum Thema

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

Anzeige