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Den Artikel habe ich als Psychiaterin und Psychotherapeutin mit Interesse gelesen. Ich will mich hier nicht inhaltlich zu den vielfältigen Fragen der tiefen Hirnstimulation (THS) äußern, sondern einen Literaturhinweis geben und begründen.

Helmut Dubiel hat in seinem Buch „Tief im Hirn“ als Betroffener, also THS-Behandelter, eine eindrucksvolle Beschreibung seiner Behandlung veröffentlicht (1). Obwohl bei ihm eine Parkinsonkrankheit für die THS entscheidend war und nicht eine psychiatrische Krankheit im engeren Sinne, scheint mir dieses Buch für den Artikel von Kuhn et al. wertvoll. Der gefragte und beratende Arzt und der Leser erhält eine genaue Schilderung der Situation eines Patienten, der sich durch eine THS behandeln lässt. Subjektiv natürlich aber glaubwürdig.

Aber: Ist das Wissenschaft? Ein Hinweis für die Bedeutung von Erfahrungen von Patienten oder, wie es im Englischen oft heißt, „Service Usern“ war kürzlich in den neuen englischen Schizophrenie-Richtlinien NICE (2009) zu lesen: Tilmann Steinert zum Beispiel vermerkt dazu, dass diese offiziellen Leitlinien der englischen Gesundheitspolitik „trotz aller formalen Evidenzbasierung erhebliche qualitative und subjektive Anteile enthält, so zum Beispiel mehrere ausführliche Krankengeschichten aus der Sicht der Betroffenen“ . . .

Das Buch von Dubiel ist ein solches Beispiel für einen narrativen Beitrag eines Betroffenen. Nach meinem Dafürhalten würde er der Diskussion um die THS auch bei psychiatrischen Erkrankungen nützen. Auf jeden Fall sollten wir darüber diskutieren.

DOI: 10.3238/arztebl.2010.0644a

Dr. med. Maria Rave-Schwank

Parkstraße 3

76131 Karlsruhe

1.
Dubiel H: Tief im Hirn, München: Kunstmann Verlag, 2006.
2.
Steinert T: Update der britischen Schizophrenie-Leitlinien: keine leichte Kost, aber ein Meilenstein. Psychiat Prax 2009; 401–4. MEDLINE
3.
Kuhn J, Gründler TOJ, Lenartz D, Sturm V, Klosterkötter J, Huff W: Deep brain stimulation for psychiatric disorders [Tiefe Hirnstimulation bei psychiatrischen Erkrankungen]. Dtsch Arztebl Int 2010; 107(7): 105–13. VOLLTEXT
1.Dubiel H: Tief im Hirn, München: Kunstmann Verlag, 2006.
2.Steinert T: Update der britischen Schizophrenie-Leitlinien: keine leichte Kost, aber ein Meilenstein. Psychiat Prax 2009; 401–4. MEDLINE
3.Kuhn J, Gründler TOJ, Lenartz D, Sturm V, Klosterkötter J, Huff W: Deep brain stimulation for psychiatric disorders [Tiefe Hirnstimulation bei psychiatrischen Erkrankungen]. Dtsch Arztebl Int 2010; 107(7): 105–13. VOLLTEXT

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