ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2010Kapselendoskop: Magenspiegelung mit Magnetsteuerung

TECHNIK

Kapselendoskop: Magenspiegelung mit Magnetsteuerung

Dtsch Arztebl 2010; 107(37): A-1767 / B-1555 / C-1535

EB

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Ein neuartiges System für Magenspiegelungen, das in der Bedienung einfach und für den Patienten schonend ist, entwickeln Siemens Healthcare und Olympus Medical Systems. Der Patient schluckt ein Endoskop in Kapselform, das der Arzt von außen per Magnetismus an die gewünschten Stellen im Magen steuern kann. Die Endoskopiekapsel liefert hochauflösende Bilder des Mageninneren, die sofort auf einem Bildschirm für eine Diagnose zur Verfügung stehen.

Das Kapselendoskop kann der Arzt von außen per Magnetismus an die gewünschten Stellen im Magen steuern. Es liefert hochauflösende Bilder des Mageninneren.Foto: Siemens-Pressebild
Das Kapselendoskop kann der Arzt von außen per Magnetismus an die gewünschten Stellen im Magen steuern. Es liefert hochauflösende Bilder des Mageninneren.Foto: Siemens-Pressebild

Herkömmliche Endoskope in Kapselform werden durch die Muskelbewegungen des Magen-Darm-Trakts (Peristaltik) transportiert. Dies macht die gezielte Navigation der Kapsel nahezu unmöglich. Untersuchungen mit einer Kapsel beschränken sich deshalb auf bestimmte Bereiche des Gastrointestinaltrakts wie den Dünndarm. Oft erkrankt jedoch der Gastrointestinaltrakt an anderer Stelle. Jetzt soll daher eine Technologie entwickelt werden, die es dem Arzt ermöglicht, ein Kapselendoskop an jeden beliebigen Ort innerhalb des Magens zu steuern.

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Ein erster Prototyp, bestehend aus Kapselendoskop, Magnetsteuerung sowie Bildverarbeitungs- und Steuerungsinformationssystem, ist bereits fertiggestellt:

  • Das Kapselendoskop ist etwa 31 mm lang und hat einen Durchmesser von 11 mm. Kameras an beiden Enden der Kapsel liefern Bilder des Mageninneren, die per Funk an das Bildverarbeitungssystem übertragen werden.
  • Das Steuerungsinformationssystem positioniert das Kapselendoskop durch magnetische Navigation.
  • Für die Untersuchung wird der Magen des Patienten mit Wasser gefüllt, um das Kapselendoskop frei bewegen zu können. Der Patient wird so positioniert, dass sich der Magen samt Kapselendoskop im Zentrum des Magnetsystems befinden. Der Arzt steuert die Bewegung der Kapsel mit einem Joystick. Es ist möglich, die Kapsel zu neigen, zu drehen sowie horizontal und vertikal zu bewegen.
  • Zur Navigation der Kapsel in Echtzeit erzeugt der Magnet variierende Magnetfelder. Die Feldstärken bewegen sich zwischen denen eines Magnetresonanztomographen und des Magnetfelds der Erde. EB

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