ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2010Rehabilitation: Zu viel Bürokratie
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Dem Beitrag der Autoren ist in vollem Umfang beizupflichten. Die Steuerung der medizinischen Rehabilitationsstrategie liegt in den Händen von Ärzten und Wissenschaftlern, die über ein profundes Wissen der wissenschaftlichen und statistischen Methodik verfügen, jedoch den direkten Patientenkontakt im Allgemeinen vermissen lassen. Daraus resultieren Vorgaben zur Erstellung von etwa zwölfseitigen Arztbriefen, die Hausärzte und Operateure verärgern. Beim „Peer- review“-Verfahren müssen die Briefe brillant formuliert werden; dies hilft dem Patienten aber nur wenig, wenn differenzialdiagnostische Überlegungen dabei in den Hintergrund rücken. Leitlinien wurden für verschiedene Krankheitsbilder erarbeitet, die einerseits dem medizinischen Fortschritt nachlaufen, andererseits nur für wenige Patienten tatsächlich zutreffen. So ist es nur eingeschränkt sinnvoll, ein gerätegestütztes Krafttraining bei allen Menschen mit Wirbelsäulenschäden zu fordern. Eine Fülle von Fragebögen und von neuen Klassifikationen (ICF u. a.) vervielfachen die ärztliche Bürokratie, ohne dass der Sinn medizinisch und wissenschaftlich eindeutig nachgewiesen werden konnte . . .

Dr. Christoph Schönle, Klinik Lindenplatz, Orthopädische Rehaklinik mit sportmedizinischer und biomechanischer Abteilung, 59505 Bad Sassendorf

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