ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2010Rehabilitation: Berechtige Kritik
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. . . Die Kontrolle über die Rehabilitation von den Kostenträgern auf die niedergelassenen Ärzte zu verlagern, würde die Zahl der Rehabilitanden sicher vergrößern, die Qualität aber nicht zwangsläufig verbessern. Künftige Zuweiserprämien in diesem hart umkämpften Markt, besonders der ambulanten Rehabilitation, wären zu erwarten, weshalb wir als Rehaeinrichtung die neutrale und von Beziehungen unbelastete Steuerung über die Kostenträger als Ausdruck eines fairen Wettbewerbs über die Qualität und die Zufriedenheit unserer Patienten gerne beibehalten würden. Der niedergelassene Arzt als wohlwollender Freund seines Patienten kann auch heute schon sein Budget durch eine medizinische Rehabilitation entlasten, sofern er für die Kassen das Formular 60/61 oder einen Befundbericht an die DRV ausfüllt. In der Regel werden diese Anträge auch bewilligt.

Die Vernetzung der medizinischen und beruflichen Rehabilitation und damit die Einbindung der Betriebsärzte krankt an der Freiwilligkeit all dieser Maßnahmen und fristet nur ein Nischendasein, welches zwar zum Ansehen der Rehaeinrichtung, aber nichts zum betriebswirtschaftlichen Ergebnis beiträgt, es sei denn, man arbeitet mit sehr großen Betrieben (Autoindustrie u. a.) oder den Berufsgenossenschaften in größerem Maßstab zusammen.

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Die Kritik an der Rehaforschung ist berechtigt. Es wird ständig nach neuen Wegen der Patientenschulungen und Nachsorgeformen gesucht, ohne dass wir wissen, ob unsere Rehabilitation auch ein messbares Ergebnis bringt. Dies ist jedoch nicht primär der Rehabilitation anzulasten, vielmehr wäre dies bei den Heilverfahren Aufgabe der Kostenträger, in der AHB entweder federführend einer Kasse oder eines operativen Zentrums . . .

Dr. med. Bernd D. Johnigk, Ärztlicher Direktor, ZAR Berlin-Mitte, 10115 Berlin

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