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Die Manipulation von Arzneimittelstudien setzt voraus, dass es eine nicht unerhebliche Anzahl von Medizinern und Medizinerinnen gibt, die sich als Verfasser, Referenten beziehungsweise ganz allgemein als Meinungsführer zur Verfügung stellen. Dies wirft die Frage der offensichtlich leichten Verfügbarkeit dieser Meinungsführer auf. Die wesentliche Ursache dieser leichten Verfügbarkeit liegt in den Habilitationsverfahren der Universitäten. Dort ist eine Habilitation ohne die Einbringung von möglichst hohen Drittmitteln heute kaum noch möglich. Darüber hinaus werben die medizinischen Fakultäten oft genug mit der Höhe der Drittmittel, die sie eingeworben haben. Dass diese Drittmittel aber, vor allem in den nichtoperativen Fächern, nicht umsonst fließen, kann man sich leicht überlegen. Zahlreiche Kolleginnen und Kollegen haben diesen Drittmitteln ihre Karriere zu verdanken. So wird eine lebenslange Nähe zur Pharmaindustrie begründet, die diese sehr sorgfältig zu pflegen und auszunutzen weiß.

Dies ist nicht nur ein Fehler der Ärzte, dies ist ein systematischer Fehler eines medizinischen Exzellenz-Verständnisses, das auf Veröffentlichungen und Drittmittel abhebt. Bei manipulierten Arzneimittelstudien steht das universitäre Habilitations- und Forschungsverständnis genauso am Pranger, wie staatliche Exzellenz-Initiativen, die kontraproduktive Anreize setzen.

DOI: 10.3238/arztebl.2010.0669b

Dr. med. Stefan Sachtleben

Kaiserstraße 2a

66955 Pirmasens

E-Mail: stefan.sachtleben@t-online.de

Interessenkonflikt

Der Autor erklärt, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.

1.
Schott G, Pachl H, Limbach U, Gundert-Remy U, Ludwig WD, Lieb K: The financing of drug trials by pharmaceutical companies and its consequences: Part 1. A qualitative, systematic review of the literature on possible influences on the findings, protocols, and quality of drug trials [Finanzierung von Arzneimittelstudien durch pharmazeutische Unternehmen und die Folgen: Teil 1: Qualitative systematische Literaturübersicht zum Einfluss auf Studienergebnisse, -protokoll und -qualität]. Dtsch Arztebl Int 2010; 107(16): 279–85. VOLLTEXT
2.
Schott G, Pachl H, Limbach U, Gundert-Remy U, Ludwig WD, Lieb K: The financing of drug trials by pharmaceutical companies and its consequences: Part 2. A qualitative, systematic review of the literature on possible influences on authorship, access to trial data, and trial registration and publication [Finanzierung von Arzneimittelstudien durch pharmazeutische Unternehmen und die Folgen Teil 2: Qualitative systematische Literaturübersicht zum Einfluss auf Autorschaft, Zugang zu Studiendaten sowie auf Studienregistrierung und Publikation]. Dtsch Arztebl Int 2010; 107(17): 295–301. VOLLTEXT
1.Schott G, Pachl H, Limbach U, Gundert-Remy U, Ludwig WD, Lieb K: The financing of drug trials by pharmaceutical companies and its consequences: Part 1. A qualitative, systematic review of the literature on possible influences on the findings, protocols, and quality of drug trials [Finanzierung von Arzneimittelstudien durch pharmazeutische Unternehmen und die Folgen: Teil 1: Qualitative systematische Literaturübersicht zum Einfluss auf Studienergebnisse, -protokoll und -qualität]. Dtsch Arztebl Int 2010; 107(16): 279–85. VOLLTEXT
2.Schott G, Pachl H, Limbach U, Gundert-Remy U, Ludwig WD, Lieb K: The financing of drug trials by pharmaceutical companies and its consequences: Part 2. A qualitative, systematic review of the literature on possible influences on authorship, access to trial data, and trial registration and publication [Finanzierung von Arzneimittelstudien durch pharmazeutische Unternehmen und die Folgen Teil 2: Qualitative systematische Literaturübersicht zum Einfluss auf Autorschaft, Zugang zu Studiendaten sowie auf Studienregistrierung und Publikation]. Dtsch Arztebl Int 2010; 107(17): 295–301. VOLLTEXT

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