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Die Autoren fordern, Arzneimittel nur bei erwiesenem Zusatznutzen für patientenrelevante Endpunkte im Indikationsgebiet zuzulassen. Das ist ehrenwert, führt jedoch nicht weiter. Die Schwierigkeit besteht ja gerade darin, den Zusatznutzen und die patientenrelevanten Endpunkte zu definieren. Und da beherrscht die Industrie mit ihren Zulassungsstudien das Feld.

Zudem wurden mit der 12. Novelle des Arzneimittelgesetzes die Bedingungen für wissenschaftsgetriebene Studien dramatisch verschärft und verteuert. In der Folge sind auch die großen wissenschaftlichen Studiengruppen mittlerweile stark auf Industriefinanzierung angewiesen. Sie verlieren damit die Unabhängigkeit in ihren Fragestellungen.

Wir haben die Einrichtung einer nationalen Stiftung für die Krebsforschung zur Finanzierung von Studien vorgeschlagen. In Deutschland werden mehr als 250 Milliarden für Gesundheit, darunter 41 Milliarden für Medikamente ausgegeben. Gleichzeitig ist eine öffentliche Finanzierung von Studien praktisch nicht existent. Aktivitäten dieser Art könnten durch einen geringen Prozentsatz der Gesundheitsausgaben finanziert werden. Warum geben wir dieses Geld nicht aus? Es würde reichlich Zinsen tragen.

Wenn man nicht bereit ist, eine öffentliche Finanzierung für klinische Studien zur Verfügung zu stellen, muss man sich über das Ergebnis nicht wundern.

DOI: 10.3238/arztebl.2010.0671a

Prof. Dr. med. Mathias Freund

Große Mönchenstraße 2

18055 Rostock

E-Mail: mathias.freund@web.de

Interessenkonflikt

Der Autor erklärt, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.

1.
Schott G, Pachl H, Limbach U, Gundert-Remy U, Ludwig WD, Lieb K: The financing of drug trials by pharmaceutical companies and its consequences: Part 1. A qualitative,systematic review of the literature on possible influences on the findings, protocols, and quality of drug trials [Finanzierung von Arzneimittelstudien durch pharmazeutische Unternehmen und die Folgen: Teil 1: Qualitative systematische Literaturübersicht zum Einfluss auf Studienergebnisse, -protokoll und -qualität]. Dtsch Arztebl Int 2010; 107(16): 279–85. VOLLTEXT
2.
Schott G, Pachl H, Limbach U, Gundert-Remy U, Ludwig WD, Lieb K: The financing of drug trials by pharmaceutical companies and its consequences: Part 2. A qualitative, systematic review of the literature on possible influences on authorship, access to trial data, and trial registration and publication [Finanzierung von Arzneimittelstudien durch pharmazeutische Unternehmen und die Folgen Teil 2: Qualitative systematische Literaturübersicht zum Einfluss auf Autorschaft, Zugang zu Studiendaten sowie auf Studienregistrierung und Publikation]. Dtsch Arztebl Int 2010; 107(17): 295–301. VOLLTEXT
1.Schott G, Pachl H, Limbach U, Gundert-Remy U, Ludwig WD, Lieb K: The financing of drug trials by pharmaceutical companies and its consequences: Part 1. A qualitative,systematic review of the literature on possible influences on the findings, protocols, and quality of drug trials [Finanzierung von Arzneimittelstudien durch pharmazeutische Unternehmen und die Folgen: Teil 1: Qualitative systematische Literaturübersicht zum Einfluss auf Studienergebnisse, -protokoll und -qualität]. Dtsch Arztebl Int 2010; 107(16): 279–85. VOLLTEXT
2.Schott G, Pachl H, Limbach U, Gundert-Remy U, Ludwig WD, Lieb K: The financing of drug trials by pharmaceutical companies and its consequences: Part 2. A qualitative, systematic review of the literature on possible influences on authorship, access to trial data, and trial registration and publication [Finanzierung von Arzneimittelstudien durch pharmazeutische Unternehmen und die Folgen Teil 2: Qualitative systematische Literaturübersicht zum Einfluss auf Autorschaft, Zugang zu Studiendaten sowie auf Studienregistrierung und Publikation]. Dtsch Arztebl Int 2010; 107(17): 295–301. VOLLTEXT

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