Supplement: PRAXiS

Praxisneugründungen: Immer mehr Kooperationen

Dtsch Arztebl 2010; 107(38): [3]

WZ

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  • Die eigene Praxis ist nach wie vor die beliebteste Gründungsform für Ärztinnen und Ärzte. Zugleich gehen vor allem in den alten Bundesländern immer mehr Ärzte Kooperationen ein. Dies geht aus der „Existenzgründungsanalyse für Ärzte 2008/2009“ der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (Apobank) und des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland (ZI) hervor.

Drei Viertel der ärztlichen Existenzgründer in den neuen Bundesländern entschieden sich demnach im Untersuchungszeitraum für eine Einzelpraxis: 55,7 Prozent übernahmen eine Praxis und machten sich so selbstständig, 18,8 Prozent wählten eine Neugründung. In den alten Bundesländern entschieden sich insgesamt 52,8 Prozent für eine Einzelpraxis: 45,4 davon bevorzugten eine Praxisübernahme, weitere 7,4 Prozent gründeten ihre eigene Praxis.

Immer häufiger setzen die Ärzte aber auch auf Kooperationen. Hierzu zählen neben Berufsausübungsgemeinschaften auch Praxisgemeinschaften und andere neue Existenzgründungsformen. 2008/2009 ging fast jeder zweite Niederlassungswillige in den alten Bundesländern eine Kooperation ein. In den neuen Bundesländern fällt dieser Anteil geringer aus: Nur 25,5 Prozent entschieden sich für eine Kooperation.

Die Finanzierungsvolumina einer Existenzgründung gestalteten sich 2008/2009 sehr unterschiedlich. In den alten Bundesländern mussten Hausärzte für eine Neugründung 124 000 Euro finanzieren. In den neuen Bundesländern beliefen sich die Finanzierungsvolumina auf durchschnittlich 98 000 Euro. Hausärzte, die eine Praxis übernahmen, mussten in den alten Bundesländern 162 000 Euro investieren. In den neuen Bundesländern schlug eine Praxisübernahme mit 108 000 Euro zu Buche. Wer einer Berufsausübungsgemeinschaft beigetreten ist beziehungsweise mit mehreren Ärzten eine übernommen hat, musste in den alten Bundesländern jeweils 139 000 Euro investieren. Die günstigste Niederlassungsform kooperativer Art war die Überführung einer Einzelpraxis in eine Berufsausübungsgemeinschaft (128 000 Euro).

Die Finanzierungsvolumina variieren nicht nur zwischen Ost und West, sondern auch über die verschiedenen Facharztrichtungen hinweg. So müssen Orthopäden nach den Zahlen der Apobank sehr viel mehr in ihre Selbstständigkeit investieren. Eine Einzelpraxisübernahme kostete hier in den alten Bundesländern durchschnittlich 379 000 Euro, in den neuen Bundesländern 195 000 Euro. Psychotherapeuten und Psychiater mussten für die Übernahme einer Praxis „nur“ 65 000 Euro beziehungsweise 69 000 Euro veranschlagen. WZ

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