ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2010Onkologie: Hohe Ansprechrate

MEDIZINREPORT

Onkologie: Hohe Ansprechrate

Dtsch Arztebl 2010; 107(38): A-1811 / B-1585 / C-1565

Junker, Annette

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Ein neuer Tyrosinkinaseinhibitor bremst das Wachstum von NSCLC sehr effektiv – bei einer bestimmten Mutation.

Bronchialkarzinome gehören nicht nur zu den häufigsten Tumoren, sondern sind häufig auch schwer zu behandeln. Ein neuer Wirkstoff, ein Inhibitor der Anaplastic Lymphom Kinase (ALK) führte bei intensiv vorbehandelten Patienten mit nichtkleinzelligem Bronchialkarzinom (NSCLC) zu einer objektiven Ansprechrate von 57 Prozent, einer Krankheitskontrollrate von 87 Prozent und bei mehr als 90 Prozent zu einer Tumorverkleinerung (1). „Viele dieser Patienten hatten bereits drei oder mehr Behandlungen, wir haben nicht mit Ansprechraten von mehr als zehn Prozent gerechnet“, berichtete Prof. Dr. rer. nat. Yung-Jue Bang (Seoul, Korea) bei der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology in Chicago.

Wenn das ALK-Gen mit dem EML4-Gen fusioniert, kommt es zu einer Produktion des Proteins ALK, das wiederum eine onkogene Wirkung hat. Crizotinib ist der erste Vertreter einer neuen Klasse, wird oral verabreicht und hemmt die ALK. Ungefähr drei bis Prozent aller NSCLC-Patienten oder jährlich 40 000 NSCLC-Patienten weisen dieses EML4-ALK-Fusionsgen auf; bei der Mehrzahl handelt es sich um jüngere Patienten und Nichtraucher. In der präsentierten Phase-I/II-Studie waren 82 Patienten, zumeist mit Adenokarzinom, behandelt worden. Sie waren Nicht- oder ehemalige Raucher. Das ALK-Fusionsgen war mit FISH bestimmt worden, und die Dosis betrug 250 mg Crizotinib zweimal täglich. Insgesamt wurde die Therapie gut vertragen. Bei den Grad-I-Toxizitäten handelte es sich überwiegend um gastrointestinale Toxizitäten. Bang resümierte, dass diese Studie auf ein ganz neues Prinzip der Tumorentstehung und Tumorbehandlung hinweise und möglichst schnell Prinzipien entwickelt werden sollten, dieses Fusionsgen auch breitflächig screenen zu können, um die Patienten selektieren zu können, die von der Therapie mit Crizotinib profitieren. Außerdem seien bereits zwei Phase-III-Studien angelaufen, in denen ALK-positive Patienten entweder mit Crizotinib oder bisherigen Standardtherapien mit Pemetrexed oder Docetaxel behandelt werden.

Dr. rer. nat. Annette Junker

1.
Bang Y, Kwak EL, Shaw AT, Camidge DR, Iafrate AJ, Maki RG, Solomon BJ, Ou SI, Salgia R, Clark JW: Clinical activity of the oral ALK inhibitor, PF-02341066, in ALK positive patients with non-small cell lung cancer (NSCLC) Proceed. Am Soc Clin Oncol 2010, abstr. 3.
1.Bang Y, Kwak EL, Shaw AT, Camidge DR, Iafrate AJ, Maki RG, Solomon BJ, Ou SI, Salgia R, Clark JW: Clinical activity of the oral ALK inhibitor, PF-02341066, in ALK positive patients with non-small cell lung cancer (NSCLC) Proceed. Am Soc Clin Oncol 2010, abstr. 3.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema