ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2010Deutscher Ärztechor: Singen für einen guten Zweck

KULTUR

Deutscher Ärztechor: Singen für einen guten Zweck

Dtsch Arztebl 2010; 107(38): A-1821 / B-1595 / C-1575

Klinkhammer, Gisela

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Der Chor sucht weitere Mitwirkende für seine Benefizkonzerte.

Foto : Deutscher Ärztechor
Foto : Deutscher Ärztechor

Er sei erstaunt und gleichzeitig auch erfreut darüber, dass so viele Ärzte nicht nur sehr musikalisch seien, sondern teilweise sogar ein Musikstudium absolviert hätten, sagt der Dirigent des Deutschen Ärztechores und Deutschen Ärzteorchesters, Alexander Mottok. Er vermutet, dass sie sich nicht zuletzt deshalb für ein Medizinstudium entschieden hätten, weil man nicht hobbymäßig als Arzt arbeiten könne. Dagegen sei es aber durchaus möglich, als Laie auf hohem Niveau zu musizieren.

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Einer dieser musikbegeisterten Ärzte ist der Rosenheimer Dermatologe Dr. med. Matthias Wagner. Er startete im Jahr 2006 im Deutschen Ärzteblatt einen Aufruf, mit dem er Sängerinnen und Sänger suchte, um einen Deutschen Ärztechor zu gründen. „Die Resonanz war so groß, dass wir bald sogar gemeinsam mit dem bereits bestehenden Deutschen Ärzteorchester große Chorwerke aufführen konnten“, berichtet Wagner dem Deutschen Ärzteblatt. Erstmals kam der Chor im Dezember 2007 zusammen, um auf der Nordseeinsel Amrum Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium, Kantaten 1–3 zu proben und aufzuführen (dazu DÄ, Heft 26/2008). Ein Jahr später folgten die Kantaten 4–6. Die Auftritte bereiteten dabei nicht nur den musizierenden Ärzten und ihrem Publikum Freude, sondern es ging dem Chor auch darum, für einen guten Zweck zu singen. So konnte aus den Einnahmen, die auf Amrum erzielt worden waren, beispielsweise der Verein Amrumer Mukoviszidose unterstützt werden. Zugunsten des Projekts „Kinder unserer Stadt“ wurde 2009 in Stade und zugunsten der NCL(Neuronale Ceroid-Lipofuszinose)-Stiftung sowie der Alzheimer-Gesellschaft in Hamburg Johannes Brahms’ „Deutsches Requiem“ aufgeführt. Die Einnahmen aus dem Konzert in Norddorf/Amrum und in Westerland/Sylt, wo Wolfgang Amadeus Mozarts Requiem zu Gehör gebracht wurde, kamen der DRF-Luftrettung und der Aidshilfe Sylt zugute. „Wir suchen auch weitere Organisationen, die wir unterstützen können“, teilt Wagner mit.

Die Reihe der erfolgreichen Benefizkonzerte soll auch im kommenden Jahr fortgesetzt werden. Gemeinsam mit dem Bayerischen Ärzteorchester unter der Leitung von Prof. Dr. med. Reinhard Steinberg sind für den 2., 4. und 5. Juni 2011 drei Aufführungen des Verdi-Requiems in Bamberg, Coburg und München geplant (siehe Kasten).

Inzwischen besteht der Chor bereits aus circa hundert Ärztinnen und Ärzten sowie Angehörigen anderer Heilberufe. Chor und Orchester treffen sich ein- bis zweimal jährlich, um gemeinsam ein großes Werk einzustudieren und aufzuführen. Voraussetzungen sind die Zugehörigkeit zu einem medizinischen Beruf, langjährige Chorerfahrung sowie Kenntnis des jeweils aufzuführenden Werks.

Gisela Klinkhammer

Weitere Informationen

Vorhaben des Deutschen Ärztechors: 27. Mai bis 5. Juni 2011: Aufführung von Verdis Requiem (zusammen mit dem Bayerischen Ärzteorchester) in Coburg, Bamberg und München. 23. bis 30. Oktober 2011: Georg Friedrich Händels Messias in der Mozartfassung (zusammen mit dem Deutschen Ärzteorchester) mit zwei Konzerten im Raum Koblenz. Für Verdis Requiem sucht der Chor weitere Mitwirkende. Telefon: 0431 28076, E-Mail: aerztechor-h.mot tok@gmx.de, Internet: www.aerztechor.de.

Vorhaben des Deutschen Ärzteorchesters: 2. bis 4. September 2010: Arbeitsphase in Stuttgart-Bad Cannstatt: Wolfgang Amadeus Mozarts Prager Sinfonie, Felix Mendelssohn Bartholdys Konzertstück Nr. 2 für zwei Klarinetten, Josef Gabriel Rheinbergers Orgelkonzert Nr. 2.
6. bis 13. November 2010: Arbeitsphase in Düsseldorf: Antonín Dvor¡ áks Sinfonie „Aus der Neuen Welt“, Robert Schumanns Cellokonzert, Mozarts Ouvertüre zur Zauberflöte mit Konzerten in Herne, Düsseldorf und Mönchengladbach. 13. bis 16. April 2011: Arbeitsphase in Weikersheim, Mai 2011: Konzert auf dem Deutschen Ärztetag in Kiel. Telefon: 089 426313, E-Mail: sekretariat@aerzteorchester.de,
Internet: www.aerzteorchester.de

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