ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2010Randnotiz: Drittmittel mal anders

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Randnotiz: Drittmittel mal anders

Dtsch Arztebl 2010; 107(38): A-1777 / B-1565 / C-1545

Hibbeler, Birgit

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Kompetenz überzeugt. Das gilt auch in der Werbung. Einem echten Doktor schaut man einfach gern zu, wenn er eine Zahnbürste gegen eine Tomate drückt – ohne die Schale zu beschädigen, versteht sich. Und die Zahnarztfrau wird wissen, wovon sie spricht, wenn sie eine Zahnpasta empfiehlt. Obwohl es sich meist um Schauspieler handelt, verkörpern diese „Fachleute“ Glaubwürdigkeit.

Wieso also nicht mit dem Expertentum ein bisschen Geld verdienen? Das dachte sich offenbar auch Prof. Dr. med. Ulrich Mrowietz von der Universitätshautklinik Kiel. Zumindest ist sein Foto in einer Anzeige für Antischuppenshampoos von NIVEA abgebildet – zu sehen in der aktuellen Ausgabe der „TV Spielfilm“ (19/2010, Seite 35). Bezeichnet ist er mit akademischem Titel und als „Dermatologe am Universitätsklinikum Kiel“. Sein befremdliches Statement: „Der Erfolg der neuen NIVEA-Antischuppenshampoos beruht auf dem innovativen Liquid-Clear-System. Es ist komplett löslich und beseitigt Schuppen, ohne Rückstände zu hinterlassen, die Haar oder Kopfhaut belasten könnten.“

Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein teilte auf Anfrage mit, diese Art der Werbung halte man für nicht angemessen. Zur Firma Beiersdorf habe man bereits Kontakt aufgenommen, mit dem Ziel, die Kampagne zu unterlassen. Ob eine solche Produktwerbung mit dem Dienstvertrag des Hochschulmediziners vereinbar sei, könne man aus Datenschutzgründen nicht sagen. Mrowietz selbst wollte sich zu dem Vorgang nicht äußern. Und damit bleiben noch viele Fragen offen – auch, ob dieses Verhalten mit der ärztlichen Berufsordnung kollidiert. Was man heute schon sagen kann: So etwas gehört sich einfach nicht.

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