ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2010HTA-Bericht: Bluthochdrucktherapie und Diabetes

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HTA-Bericht: Bluthochdrucktherapie und Diabetes

Dtsch Arztebl 2010; 107(38): A-1818 / B-1592 / C-1571

EB

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Unter der Therapie mit bestimmten Medikamenten gegen Bluthochdruck scheint häufiger Diabetes aufzutreten. Das hat ein HTA-Bericht (Health Technology Assessment) mit dem Titel: „Diabetesneuentstehung unter antihypertensiver Therapie“ ergeben, den das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI), Köln, jetzt veröffentlicht hat. Die HTA-Berichte sind in der DAHTA-Datenbank beim DIMDI unter www.dimdi.de kostenfrei als Volltexte verfügbar.

Dieser und weitere HTA-Berichte sind in der DAHTADatenbank beim DIMDI unter www.dimdi.de kostenfrei abrufbar. Foto: Fotolia
Dieser und weitere HTA-Berichte sind in der DAHTADatenbank beim DIMDI unter www.dimdi.de kostenfrei abrufbar. Foto: Fotolia

Welche Wirkstoffgruppen die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes möglicherweise fördern, ist die zentrale Frage des HTA-Berichts. Die Autoren analysierten dazu Studien zur medikamentösen Behandlung des Bluthochdrucks aus einer systematischen Literaturrecherche. Das Ergebnis zeigt, dass Diabetes verstärkt unter Diuretika und/oder Betablockern auftritt. ACE-Hemmer (Angiotensin-Umwandlungsenzym-Hemmer) und Angiotensin-Rezeptorblocker besitzen eine eher präventive Wirkung. Unter ihnen werden die vergleichsweise geringsten Diabetesraten beobachtet. Calciumantagonisten wirken neutral.

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Obwohl die Arbeiten einen hohen Evidenzlevel besitzen, sehen die Autoren Einschränkungen: So unterscheiden sich Einschlusskriterien und Dauer der Studien. Zudem erfolgte keine der Untersuchungen in Deutschland, so dass die Ergebnisse nur schwer auf die hiesige Situation übertragbar sind. Auch können erst weitere Forschungen zeigen, ob der unter medikamentöser Therapie entstandene Diabetes nach Absetzen oder Wechsel des Arzneimittels umkehrbar ist oder nicht.

Dennoch empfehlen die Autoren, ihre Ergebnisse bei der Wahl von Medikamenten gegen Bluthochdruck zu berücksichtigen. Zeigt ein Patient Risikofaktoren, die eine Entstehung eines Diabetes begünstigen (wie Übergewicht, chronische Herzinsuffizienz), sollten ACE-Hemmer oder Angiotensin-Rezeptorblocker für die Therapie erwogen werden. EB

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