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Gerne greifen wir nochmals die Anmerkung auf, dass Ziel sowohl der Dekubitusprävention als auch jeder anderen medizinischen Maßnahme vorrangig die Lebensqualität der (älteren) Patienten sein sollte: „Schmerzen sind zu erfassen und umfassend zu behandeln, da die Vorteile für den Patienten (bessere Lebensqualität, Mobilität) die Nachteile (geminderte Wahrnehmung) überwiegen. Engmaschige Lagerungsintervalle mit Hautinspektion bleiben unerlässlich. In der Sterbephase können individuelle Wünsche der Patienten über der Prävention von Dekubitus stehen.“ Eine regelmäßige Erfassung und Behandlung von Schmerzen, angelehnt an das Stufenschema der WHO (Leitlinien zur Schmerztherapie: http://www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/ll_041.htm) wird daher auch zu den Qualitätskriterien der klinischen Behandlung und der Betreuung von Patienten in der Langzeitpflege gezählt (http://www.mds-ev.de/media/pdf/BRi_Pflege_090608.pdf). Weil einige Patienten ihr Schmerzerleben zum Beispiel aufgrund schwerer Demenz nicht adäquat verbalisieren können, empfehlen wir die Schulung von Fachkräften im Beachten nonverbaler Symptome wie Grimassieren, Schonhaltung oder vegetativer Reaktionen. Hierzu verweisen wir auf den Arbeitskreis „Schmerz und Alter“ der Deutschen
Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. (http://www.dgss.org). Valide Instrumente zur Dokumentation von Schmerzen bei diesen Zielgruppen sind das BESD (1), zur Verlaufsbeobachtung der Lebensqualität zum Beispiel DCM (2) und H.I.L.DE (3) (erhältlich ab dem Jahr 2011). Um die Behandlung der Grunderkrankungen, belastender Symptome wie Schmerzen und die Prävention von Dekubitus zur koordinieren, eignet sich das geriatrische Assessment (http://www.dggeriatrie.de/download/wasistgeriatrie.pdf). Nichtpharmakologische Interventionen wie die Bewegungsförderung nehmen dabei einen hohen Stellenwert ein.

DOI: 10.3238/arztebl.2010.0692b

Dr. med. Jennifer Anders

Forschung Albertinen-Haus Zentrum für Gerontologie und Geriatrie

Sellhopsweg 8–22

22459 Hamburg

E-Mail: Jenny.Anders@albertinen.de

Interessenkonflikt

Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.

1.
BESD (Beurteilung von Schmerzen bei Demenz): Warden V, Hurley AC, Volicer L: Development and Psychometric Evaluation of the Pain Assessment in Advanced Dementia (PAINAD) Scale. J Am Med Dir Assoc 2003; 4: 9–15. Download der deutschen Version „Schmerzerkennung bei nicht-kommunikativen Menschen mit Demenz“ (Beurteilung von Schmerzen bei Demenz [BESD]) unter: http://www.dgss.org/index.php?id=44
2.
DCM (Dementia Care Mapping): Brooker D, Foster N, Banner A, Payne M, Jackson L: The efficacy of Dementia Care Mapping as an audit tool: Report of a 3-year British NHS evaluation. Aging & Mental Health 1998; 2(1): 60–70. DOI: 10.1080/13607869856957
3.
H.I.L.DE (Heidelberger Instrumentarium zur Erfassung der Lebensqualität Demenzkranker). Becker S, Kaspar R, Kruse A: Die Bedeutung unterschiedlicher Referenzgruppen für die Beurteilung der Lebensqualität demenzkranker Menschen. Kompetenzgruppenbestimmung mit HILDE. Z Gerontol Geriat 2006; 39: 350–7. DOI 10.1007/s00391–006–0408–0 oder unter http://www.gero.uni-heidelberg.de/forschung/hilde.html
4.
Anders J, Heinemann A, Leffmann C, Leutenegger M, Pröfener F, v Renteln-Kruse W: Decubitus ulcers: pathophysiology and primary prevention [Dekubitalgeschwüre – Pathophysiologie und Primärprävention]. Dtsch Arztebl Int 2010; 106(21): 371–82. VOLLTEXT
1.BESD (Beurteilung von Schmerzen bei Demenz): Warden V, Hurley AC, Volicer L: Development and Psychometric Evaluation of the Pain Assessment in Advanced Dementia (PAINAD) Scale. J Am Med Dir Assoc 2003; 4: 9–15. Download der deutschen Version „Schmerzerkennung bei nicht-kommunikativen Menschen mit Demenz“ (Beurteilung von Schmerzen bei Demenz [BESD]) unter: http://www.dgss.org/index.php?id=44
2.DCM (Dementia Care Mapping): Brooker D, Foster N, Banner A, Payne M, Jackson L: The efficacy of Dementia Care Mapping as an audit tool: Report of a 3-year British NHS evaluation. Aging & Mental Health 1998; 2(1): 60–70. DOI: 10.1080/13607869856957
3.H.I.L.DE (Heidelberger Instrumentarium zur Erfassung der Lebensqualität Demenzkranker). Becker S, Kaspar R, Kruse A: Die Bedeutung unterschiedlicher Referenzgruppen für die Beurteilung der Lebensqualität demenzkranker Menschen. Kompetenzgruppenbestimmung mit HILDE. Z Gerontol Geriat 2006; 39: 350–7. DOI 10.1007/s00391–006–0408–0 oder unter http://www.gero.uni-heidelberg.de/forschung/hilde.html
4.Anders J, Heinemann A, Leffmann C, Leutenegger M, Pröfener F, v Renteln-Kruse W: Decubitus ulcers: pathophysiology and primary prevention [Dekubitalgeschwüre – Pathophysiologie und Primärprävention]. Dtsch Arztebl Int 2010; 106(21): 371–82. VOLLTEXT

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