ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2010Nahrungsergänzungsmittel: Vorsicht vor Leberschäden

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Nahrungsergänzungsmittel: Vorsicht vor Leberschäden

Dtsch Arztebl 2010; 107(39): A-1835 / B-1611 / C-1587

Zylka-Menhorn, Vera

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Immer häufiger würden Nahrungsergänzungsmittel mit schwersten Leberschäden in Verbindung gebracht, warnte Prof. Dr. med. Burkhard Göke (München) beim Kongress Viszeralmedizin 2010. Obwohl es in Deutschland nahezu ausgeschlossen sei, in eine ernährungsbedingte Mangelsituation zu geraten, „boome“ der Markt für Nahrungsergänzungsmittel vor allem im Internet. „Viele Präparate sind jedoch verunreinigt oder enthalten andere Substanzen als angegeben“, sagte Göke. So erkrankten in Israel mindestens 22 Menschen nach Anwendung von Produkten des Herstellers Herbalife an Müdigkeit, Gewichtsverlust und Gelbsucht. Die verursachende Chemikalie konnte nicht ermittelt werden, da der Hersteller die Zusammensetzung des Produkts nicht offenlegt.

Im Verdacht, die Leber zu schädigen, stehen auch Kurkuminextrakte, die als nebenwirkungsfreie, weil pflanzliche Schmerzmittel beworben werden. In einem Fall wurde in den Präparaten jedoch der Wirkstoff Nimesulid nachgewiesen, der wegen seiner leberschädigenden Wirkung in Europa nicht mehr zugelassen ist. Schwere Leberschädigungen traten auch unter dem Nahrungsergänzungsmittel Hydroxycut auf, das als Schlankmacher vermarktet wird. Göke riet, alle Patienten mit Leberbeschwerden nach der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln zu fragen. „Bei Verdacht auf einen Leberschaden sollte die Einnahme sofort gestoppt werden.“ zyl

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