ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2010Kommentar: Die KV muss mehr tun
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Der Kommentar von Herrn Helming beschreibt die Situation in den ländlichen Regionen am Beispiel Brandenburgs sehr gut. Das aufgezeigte Konzept der Verzahnung zwischen Klinik und niedergelassenen Ärzten wird im Kleinen auch bereits nach exakt diesem Prinzip exerziert. Als Beispiel darf ich die eigene Kooperation mit der hiesigen Augenklinik anführen. Als niedergelassener Augenarzt im ländlichen Raum mit dem Praxisschwerpunkt Schielbehandlung stehe ich als „Gastarzt“ mit der Augenklinik in Potsdam in Kontakt. An der Klinik finden einmal in der Woche Schieloperationen statt, welche ambulant oder stationär entsprechend dem Schwierigkeitsgrad und der medizinischen Notwendigkeit durchgeführt werden können. Dieses Konstrukt besteht seit zwei Jahren und findet mittlerweile Zuweiser aus einem Umkreis von etwa 150 Kilometern.

Die Idee zu dieser medizinischen Versorgung kommt allerdings keinesfalls vonseiten der KV. Bei meiner Niederlassung in Brandenburg im Oktober 2008 kam nicht die geringste Unterstützung oder Informationshilfe vonseiten der Vereinigung. Im Gegenteil muss festgestellt werden, dass im Rahmen der Honorierung der Leistungen verminderte Regelleistungsvolumina, die durch Renovierung und technische Neuausstattung hervorgerufen wurden, nicht als Praxisbesonderheit gewertet werden und im Folgejahr ebenfalls wieder zu Buche schlagen. Somit sollte hier über bessere Anreize im Sinne von Sonderlösungen für junge niederlassungswillige Ärzte nachgedacht werden. Auch ist die Informationslage für junge Ärzte, die ja zumeist an den Kliniken arbeiten, erfahrungsgemäß sehr schlecht. Wer als Arzt nicht selbst um die Niederlassung bemüht ist, findet kaum Seminare oder Veranstaltungen von der KV, welche eine Niederlassung und berufliche Neuorientierung schmackhaft machen . . . Niederlassungsseminare werden zum Beispiel von verschiedenen Banken unterstützt und von regionalen Steuersozietäten sehr informativ mitgestaltet. Hier sollten sich vielleicht die KVen ein Beispiel nehmen und der Angst des Berufseinsteigers vor finanziellen Belastungen und wirtschaftlicher Unternehmensführung mit Weiterbildung entgegenwirken . . .

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Dr. med. Jörg Leu, 14547 Beelitz

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