ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2010Künstliche Befruchtung: Anspruch auch für HIV-betroffene Paare

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Künstliche Befruchtung: Anspruch auch für HIV-betroffene Paare

Richter-Kuhlmann, Eva

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Künftig können auch Paare mit Kinderwunsch, bei denen ein Partner mit dem menschlichen Immunschwächevirus (HIV) infiziert ist, eine Schwangerschaft durch künstliche Befruchtung herbeiführen und sich finanziell dabei durch die gesetzliche Krankenversicherung unterstützen lassen, wenn die Voraussetzungen nach § 27 a Sozialgesetzbuch V erfüllt sind. Dies beschloss der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) auf Initiative der Patientenvertretung im G-BA am 16. September.

Ein Sonderstatus der HIV-Infektion lässt sich medizinisch nicht begründen. Foto: vario images
Ein Sonderstatus der HIV-Infektion lässt sich medizinisch nicht begründen. Foto: vario images

Bisher gibt es keinen Anspruch auf Kostenübernahme durch die Krankenkassen, wenn einer der beiden Partner HIV-positiv ist. Eine Ausschlussklausel für andere Erkrankungen gibt es allerdings auch nicht. Die Patientenvertretung im G-BA hatte deshalb ihren Antrag mit einem Verweis auf die Gleichbehandlung gegenüber Versicherten mit anderen Erkrankungen begründet.

Der Sozialverband Deutschland begrüßt den Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses. Dieser sei „rechtlich überfällig“ und für die circa 56 000 HIV-infizierten Menschen in Deutschland „ein wichtiges Signal“. Aufgrund des medizinischen Fortschritts sei ein Ansteckungsrisiko bei der künstlichen Befruchtung HIV-betroffener Paare nahezu ausgeschlossen. ER

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