MEDIZIN: Aus der Redaktion

Ein guter Start

Erster Impact-Faktor für das Deutsche Ärzteblatt

A Good Start: Deutsches Ärzteblatt Gets Its First Impact Factor

Dtsch Arztebl Int 2010; 107(40): 693; DOI: 10.3238/arztebl.2010.0693

Baethge, Christopher

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Vor wenigen Wochen hat das Deutsche Ärzteblatt erstmals einen Impact-Faktor erhalten. Er beträgt 1,099. Damit liegt das Deutsche Ärzteblatt im Mittelfeld der 133 internationalen allgemeinen medizinischen Fachzeitschriften, die Thomson Reuters als Herausgeber des Impact-Faktors in der Kategorie „Medicine, General and Internal“ zusammengefasst hat – ein guter Start.

Im strengen Sinne ist der Impact-Faktor nicht an das Deutsche Ärzteblatt vergeben worden, sondern an die Online-Zeitschrift Deutsches Ärzteblatt International, in der alle Artikel der Rubrik Medizin in kompletter englischer Übersetzung erscheinen, also sämtliche durch unser Begutachtungsverfahren geprüften wissenschaftlichen Beiträge. Diesen Ableger hat das Deutsche Ärzteblatt 2008 gegründet, um die Indexierung in den wichtigsten medizinischen Datenbanken zu erreichen, etwa in Medline oder eben bei Thomson Reuters. Das war kein Selbstzweck. Es geschah vielmehr, um unseren Lesern noch bessere wissenschaftliche Artikel präsentieren zu können: Ohne in diesen Datenbanken vertreten zu sein, ist es mittlerweile schwierig, gute Autoren zu gewinnen, denn die Wissenschaftler stehen unter dem Druck ständiger Evaluationen, deren Hauptinstrument wiederum der Impact-Faktor ist. Über diese Art der Evaluation und über den Impact-Faktor wird kontrovers diskutiert (16). Als Wissenschaftler und auch als Schriftleiter einer Zeitschrift kommt man allerdings nicht an ihm vorbei, so populär und verlockend scheint diese vermeintlich einfache Zahl für die Forschungsbürokratie zu sein.

Daher sind wir froh, unseren Autoren nun neben der enormen Reichweite des Deutschen Ärzteblattes – also seinem tatsächlichen „Impact“ –, neben der Zweisprachigkeit und der Sichtbarkeit in Medline auch den Impact-Faktor bieten zu können.

Deutsches Ärzteblatt International ist eine neue und in ihrer Zweisprachigkeit ungewöhnliche Zeitschrift, daher ist auch der nun vorliegende Impact-Faktor ungewöhnlich: Wie bei anderen Zeitschriftenneugründungen, handelt es sich im ersten Jahr um einen 1-Jahres-Impact-Faktor, bei dem sich die Zitate nicht wie üblich auf zwei Zeitschriftenjahrgänge, sondern auf einen (2008) beziehen. Außerdem wurden aufgrund von Problemen mit der Zweisprachigkeit mindestens 69,6 Prozent (7) aller Zitate von wissenschaftlichen Artikeln aus dem Deutschen Ärzteblatt International in anderen Fachzeitschriften nicht berücksichtigt, was – gemeinsam mit der enorm hohen Zahl von Leserzuschriften, derer wir uns im Vergleich zu anderen Periodika erfreuen – zu einer nichtrepräsentativen Schieflage des Anteils von Selbstzitaten geführt hat. Um solche Artefakte künftig zu vermeiden, bitten wir alle Verfasser von Fachartikeln, wissenschaftliche Arbeiten aus dem Deutschen Ärzteblatt unbedingt in ihrer englischen Fassung zu zitieren.

Interessenkonflikt
Der Autor ist Schriftleiter der Medizinisch-Wissenschaftlichen Redaktion des Deutschen Ärzteblattes.

Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. med. Christopher Baethge
Deutsches Ärzteblatt
Medizinisch-wissenschaftliche Redaktion
Ottostraße 12, 50859 Köln
E-Mail: baethge@aerzteblatt.de

A Good Start: Deutsches Ärzteblatt Gets Its First Impact Factor

Zitierweise: Dtsch Arztebl Int 2010; 107(40): 693

DOI: 10.3238/arztebl.2010.0693

@The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de

1.
Archambault E, Lariviere V: History of the journal impact factor: Contingencies and consequences. Scientometrics 2009; 79: doi: 10.1007/s11192–007–2036-x.
2.
Garfield E: The history and meaning of the journal impact factor. Journal of the American Medical Association 2006; 295: 90–3. MEDLINE
3.
PLoS Medicine: The impact factor game. PLoS Medicine 2006; 3 (6): e291. doi: 10.1371/journal.pmed.0030291.
4.
Brumback RA: Worshiping false idols: The impact factor dilemma. Journal of Child Neurology 2008; 23 (4): 365–7. MEDLINE
5.
Mocikat R: Die Diktatur der Zitatenindizes: Folgen für die Wissenskultur. GAIA 2009; 18 (2): 100–3.
6.
Pringle J: „Worshiping false idols: The impact factor dilemma“: Correcting the record. Journal of Child Neurology 2008; 23 (9): 1092–4. MEDLINE
7.
ISI web of knowledge: http://apps.isiknowledge.com (Zugriff am 11. und 27. September 2010).
1.Archambault E, Lariviere V: History of the journal impact factor: Contingencies and consequences. Scientometrics 2009; 79: doi: 10.1007/s11192–007–2036-x.
2.Garfield E: The history and meaning of the journal impact factor. Journal of the American Medical Association 2006; 295: 90–3. MEDLINE
3.PLoS Medicine: The impact factor game. PLoS Medicine 2006; 3 (6): e291. doi: 10.1371/journal.pmed.0030291.
4.Brumback RA: Worshiping false idols: The impact factor dilemma. Journal of Child Neurology 2008; 23 (4): 365–7. MEDLINE
5.Mocikat R: Die Diktatur der Zitatenindizes: Folgen für die Wissenskultur. GAIA 2009; 18 (2): 100–3.
6.Pringle J: „Worshiping false idols: The impact factor dilemma“: Correcting the record. Journal of Child Neurology 2008; 23 (9): 1092–4. MEDLINE
7.ISI web of knowledge: http://apps.isiknowledge.com (Zugriff am 11. und 27. September 2010).

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