ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2010Berliner DRK-Kliniken: Erneut Razzia wegen Abrechnungsskandal

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Berliner DRK-Kliniken: Erneut Razzia wegen Abrechnungsskandal

Neuber, Harald

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Mehr als 300 Beamte durchsuchten Räume der Berliner DRK-Kliniken und Privatwohnungen. Foto: dapd
Mehr als 300 Beamte durchsuchten Räume der Berliner DRK-Kliniken und Privatwohnungen. Foto: dapd

Zum zweiten Mal binnen weniger Monate haben am 30. September Hunderte Polizeibeamte Geschäftsräume und Privatwohnungen durchsucht, um neue Beweise im Abrechnungsskandal an den medizinischen Einrichtungen der DRK-Schwesternschaft Berlin zu sichern. Mehr als 300 Beamte waren an 152 Standorten im Einsatz.

Wie schon bei den ersten Razzien im Juni standen die drei Kliniken der Schwesternschaft im Visier. Weitere Durchsuchungsbefehle wurden in den fünf separat geführten Medizinischen Versorgungszentren vollstreckt. Ziel der Fahnder waren zudem 86 Privatwohnungen von 62 Personen. Festnahmen gab es nicht.

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Wie Kriminalhauptkommissar Karsten Fischer erklärte, haben die Hauptverantwortlichen des mutmaßlichen Großbetrugs Ärzte zum Schein angestellt, um über deren Kassenzulassung massenhaft Behandlungen durch weniger qualifizierte Nachwuchsmediziner abzurechnen. „Tatsächlich aber gab es zu diesen Verträgen jeweils eine Zusatzvereinbarung, die den betreffenden Kassenarzt von der Tätigkeit entband“, erklärte Fischer. Oberstaatsanwalt Frank Thiel zufolge haben die Kassenärzte für die offenbar seit 2005 geschlossenen Verträge bis zu sechsstellige Summen erhalten.

Für die DRK-Kliniken könnte der Skandal teuer werden: Jede Leistung, die über eine illegal erworbene KV-Lizenz abgerechnet worden sei, sei als Betrugsschaden zu bewerten, erläuterte Thiel. In diesem Zusammenhang werde nun auch gegen die DRK-Schwesternschaft ermittelt. Das Klinikunternehmen nahm nicht zum Fall Stellung, äußerte in einer Erklärung aber Interesse an einer „schnellstmöglichen Aufklärung“. HN

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