ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2010Schwerbehindertenausweis: Voraussetzungen für Diabetiker geändert

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Schwerbehindertenausweis: Voraussetzungen für Diabetiker geändert

Dtsch Arztebl 2010; 107(40): A-1886 / B-1658 / C-1630

Zylka-Menhorn, Vera

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Ob ein Diabetiker als schwerbehindert gilt, hängt künftig vom Behandlungsaufwand ab. Foto: Becker & Bredel
Ob ein Diabetiker als schwerbehindert gilt, hängt künftig vom Behandlungsaufwand ab. Foto: Becker & Bredel

Der Bundesrat hat die Voraussetzungen geändert, unter denen Diabetiker in Zukunft einen Schwerbehindertenausweis beantragen können. Nach der Neuregelung ist nun der Behandlungsaufwand für die Bewilligung ausschlaggebend und nicht wie bisher das Behandlungsergebnis. „Für Diabetiker, die sich Insulin spritzen oder eine Insulinpumpe tragen, kann die neue Regelung eine große Verbesserung bringen“, begrüßt Dr. med. Jürgen Hoß vom Berufsverband der diabetologischen Schwerpunktpraxen in Nordrhein die Entscheidung.

Ab sofort gelten Diabetiker als schwerbehindert, wenn sie täglich mindestens vier Insulininjektionen benötigen, deren Dosis sie abhängig von Blutzucker, Ernährung und Bewegung selbst anpassen. Zudem müssen die Patienten durch „erhebliche Einschnitte“ gravierend in ihrer Lebensführung beeinträchtigt sein. Genauer definiert ist dies nicht.

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„Bisher mussten Diabetiker schwere Unterzuckerungen nachweisen, um als Schwerbehinderte anerkannt zu werden. Nun lassen sich aufgrund des Schwerbehindertenausweises keine Rückschlüsse mehr auf die Stoffwechseleinstellung ziehen“, erklärt Hoß. Dank der Neuregelung haben vor allem Menschen mit Diabetes mellitus Typ 1, speziell Kinder und Jugendliche, gute Chancen auf einen Schwerbehindertenausweis. Für diesen muss ein Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 50 vorliegen.

Diabetiker mit einem GdB zwischen 30 und 50 empfiehlt Hoß, einen Gleichstellungsantrag bei der Agentur für Arbeit zu stellen. Eine solche Gleichstellung sei mit Vorteilen wie einem erweiterten Kündigungsschutz verbunden. zyl

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