ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2010Bürokratie: Auf vertragsärztliche Zulassung verzichtet
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Nach 26 Jahren vertragsärztlicher Tätigkeit habe ich 2009 wegen des jährlich wachsenden „Bürokratiemonsters“, an dem sowohl Krankenkassen als auch KVen kräftig mitgewirkt haben, auf meine vertragsärztliche Zulassung verzichtet. Seitdem hat sich der überbordende Bürokratiewust in meiner Praxis um etwa 80 Prozent vermindert. Die Versorgungsqualität meiner Patienten (nicht nur Privatpatienten) hat sich dagegen drastisch verbessert, da ich meine Zeit wieder den Patienten und sinnvoller medizinischer Fortbildung widmen kann, statt mich zum „Facharzt für ICD-10, QZV, RGL, Richtgrößen, rez. Regressangst und Orientierungspunktwerte“ entwickeln zu müssen.

Mein Nettoeinkommen ist dagegen wegen der möglichen Kostensenkung und der reduzierten Steuerprogression gleich geblieben. Ein Gesundheitssystem ohne KVen als „Hilfskörperschaften der Reichsversicherungsordnung für die staatlichen (!) Interessen“ und ohne gesetzliche Krankenkassen würde ohne politisch-weltanschauliche Überfrachtung genauso gut funktionieren wie die seit Jahrzehnten funktionierende Kfz-Versicherung. Die FDP hatte ein ähnliches System in Aussicht gestellt – und gleich wieder vergessen. Schade!

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Dr. med. Friedhelm Kirchen, 54568 Gerolstein

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