ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2010USA: Kommerzialisierung auch in Deutschland
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. . . Die Preisbildung für eine medizinische Leistung unterliegt in einem kommerzialisierten System dem Gesetz von Angebot und Nachfrage. Das mag uns befremdlich erscheinen, denn in Deutschland haben wir eine geradezu umgekehrte Situation.

Das Noch-Funktionieren des deutschen Gesundheitssystems ist vor allem dem Verzicht und der Leidensfähigkeit der deutsche Ärzte zu verdanken, dem Verzicht auf Honorar, dem Verzicht auf Lebensqualität und dem Ertragen einer immer unerträglicheren Bürokratie.

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Wir haben ein System der chronischen Unterfinanzierung, das aus dem Lohnanteil einer schrumpfenden Anzahl von Beschäftigten finanziert wird. Dieses System ist mittlerweile mindestens genauso unsolidarisch wie das amerikanische. Von der Politik – da meine ich Herrn Minister Ehrenberg – und den Krankenkassen ist in Deutschland die Diskussion über Geld im Gesundheitswesen eingeführt worden. Allerdings wird seit über dreißig Jahren, zuletzt noch von Herrn Minister Rösler, nur an Symptomen herumkuriert . . .

Meine Schlussfolgerung: Auch bei uns hat die Kommerzialisierung zu einer Dysfunktionalität des Gesundheitssystems geführt. Dem kann in meinen Augen nur so entgegengewirkt werden, indem der Finanzier des Systems, nämlich der Beitragszahler, mit in die Verantwortung für die ärztliche Abrechnung genommen wird, durch eine angemessene Selbstbeteiligung bei der Bezahlung seiner individuellen Krankheitskosten.

Dr. med. Lothar Rütz, 50733 Köln

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