ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2010USA: Keine willkürlichen Preise
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. . . Der vom Kollegen von Wichert geschilderte Fall zeigt erhebliche medizinische Fehlleistungen . . .

Trotzdem sollte man nicht an solchen Beispielen die wirtschaftlichen Aspekte des Medizinbetriebs verteufeln und nur unmittelbares Gewinnstreben des Einzelnen unterstellen. Natürlich ist Medizin primär ein humanitäres Gut, aber schon seit Beginn der Aufzeichnungen wurden die Leistungen auch entlohnt! Früher im direkten Austausch zwischen Patient und Arzt, heute nahezu immer durch alle möglichen Institutionen, die von diesen Leistungen auch noch abschöpfen . . .

Uns mögen diese Preise hoch erscheinen, es sind aber keine willkürlich festgelegten Preise, sondern Preise, die sich am Markt entwickelt haben und die von den amerikanischen Versicherungen (so die Patienten denn versichert sind) gezahlt werden! Über eine bei uns seit mehr als 20 Jahren weder dem medizinischen Fortschritt noch den wirtschaftlichen Entwicklungen angepasste Gebührenordnung (GOÄ) schütteln nicht nur amerikanische Kollegen verständnislos den Kopf. Und dass ein Facharzt für Chirurgie bei uns in NRW für weniger als pauschal 20 Euro einen Patienten drei Monate lang behandeln muss, wird von internationalen Kollegen, aber auch von Nichtmedizinern – selbst in Deutschland – gar nicht erst geglaubt! . . .

Dr. Michael Schweins, Hernienzentrum Köln, 50667 Köln

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