ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2010Sanitätsdienst: Fachwissen und Charakter
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Zunächst einmal vielen Dank für die eloquente Darstellung der Situation der Medizin im militärischen Kontext. Allein – dies ist absolut nichts Neues.

Vielmehr stellt die geschilderte militäreigentümliche Situation und das Meistern der sich daraus ergebenden Probleme eben genau das Spannende am Berufsbild eines Sanitätsoffiziers dar. Dies gilt dabei selbstverständlich nicht nur für die vom Verfasser dargestellte kurative Medizin, sondern auch für die Bereiche Gesundheitsbeurteilung, Öffentlich Rechtliche Aufsicht und in besonderem Maß für Forschung und Entwicklung.

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Es ist zu hinterfragen, ob es – unabhängig von militärischen Gegebenheiten – überhaupt gerechtfertigt ist, aus den „Berufsordnungen, Gelöbnissen oder Kodizes“ eine „primär patientenorientierte Medizin“ ohne Beachtung der vielfältigen externen Einflussfaktoren abzuleiten, denen die ärztliche Versorgung naturgemäß ubiquitär ausgesetzt ist. Es wird dadurch ein Bild der Medizin entwickelt, das aufgrund des unrealistischen Ansatzes zwangsläufig zu missverständlichen Problematisierungen führt. Die Erfüllung eines Auftrags hat sich immer an den situativen Gegebenheiten zu orientieren. Professionalität zeigt sich dort, wo mit eingeschränkten Mitteln ein Maximum an Leistung erreicht wird. Die Hochwertigkeit eines Berufs beziehungsweise die Erfüllung der dem Beruf zugemessenen Aufgaben ergibt sich daher nicht allein aus der (Einflussfaktoren ignorierenden) sturen Anwendung spezifischen Wissens, sondern aus der Verbindung von fachlicher Expertise und optimaler Nutzung vorhandener Ressourcen. Dabei ist das Vorhandensein einer auf festen Prinzipien gründenden inneren Haltung unabdingbare Voraussetzung für eine optimale Abwägung von Einflussfaktoren . . .

Dr. med. Oliver M. Erley, Sanitätsoffizier,
56321 Brey

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